Dienstag, 24. Juni 2008

Geschichten aus dem Alltag: Dharamsala - Mc Leod - Chauntra


Mein Urlaub hat in Delhi begonnen, wo ich Jenny, Steffen und Simon getroffen habe und wir gemeinsam eine Sightseeingtour gemacht haben. Das lustigste war aber wieder einmal ein Inder, denn wir haben uns bereits in Vellore mit Shambu in Delhi verabredet, denn er wohnt nicht unweit entfernt. In unserer naiven Europäischen Art haben wir ernsthaft geglaubt, super, so haben wir einen Einheimischen, der uns die Stadt zeigen kann. Ja, das haben wir aber auch nur geglaubt, denn im Endeffekt haben wir ihm seine Hauptstadt gezeigt!!! Aber nach 6 Monaten Indien hat mich das nicht mehr geschockt, habe nur darüber gelächelt und es ist auch egal gewesen, denn wir hatten viel Spaß, obwohl es ziemlich heiß war, so um die 40 Grad.
Am Abend hat es Abschiednehmen geheißen, denn Jenny und ich sind rauf nach Dharamsala gefahren und Steffen und Simon sind nach Deutscheland zurück geflogen. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, dieses dauerende kommen und gehen, neue Freunde finden, lustige Monate gemeinsam verbringen und dann wieder verabschieden und die Einzige, die in VIT übrig bleibt, zu sein.
Die 12 Stunden Busfahrt waren ok, denn wir haben Gott sei Dank einen Luxus AC Bus gebucht und somit haben wir auch wirklich schlafen können. Die 12 Stunden waren aber noch nicht genug, denn in Dharamsala selber gibt es nicht wirklich was zum sehen, somit muss man noch einmal mit einem öffentlichem Bus rauf nach Mc Leod fahren, es dauert aber nur eine halbe Stunde. Wir kennen dieses Gebiet nur unter Bezeichnung Dharamsala, denn dort sind die Verwaltungsgebäude angesiedelt, aber der eigentlich wichtige Ort ist Mc Leod, dort findet man die Monastry, wie auch den Wohnsitz von Dalai Lama.
Und dieses Örtchen ist wirklich urnett. Ich habe mich wie in der Steiermark gefühlt, heimatliche Gefühle sind aufgekommen … die Temperatur … die Luft, seit langem wieder einmal gute frische Luft ( ich möchte nämlich nicht wissen, wieviele Jahre mich dieses Indienjahr auf Grund der ganzen tollen Umwelteinflüsse, die ich gerade geniesse, kostet), Wald, wirklich, ich habe es genossen.
Der ganze Ort war für mich nicht Indien, denn man sieht nur Tibeter und hat auch sofort eine ganze andere Stimmung gespürt, viel ruhiger und gelassener … na ja halt Tibetisch.
Die Monastry ist von aussen ziemlich unscheibar, aber man kann eine schöne XXXX um den Berg gehen, um zum Hauptempel zu gelangen. Der Tempel ist im Gegensatz zu den Tempeln, die ich bis jetzt gesehen habe, nichts besonders, eher unscheinbar, aber trotzdem sehr austrahlend. So schön und friedvoll das jetzt vielleicht auch klingt, so wenig kann man aber hier auch nur eine Sekunde auf die ganzen Geschehnisse in Tibet vergessen, denn überall sind Plakate mit Folterfotos, oder Fotos von vermissenden Tibertern, oder auch Plakate vom vermissten Panchen Lama, angebracht. Vorm Klostereingang sitzen einige Mönche und Nonnen im Hungerstreik, all das gibt dem Ort, der wirklich was besonders für mich ist, eine trauige Stimmung. Ich habe aber trotzdem den Aufenthalt sehr genossen, im Wald spazieren zu gehen, am Abend einen Pullover anziehen zu dürfen, endlich wieder einmal sowas wie Kälte zu spüren und überall die rot gekleidetetn Mönche anzutreffen, das gibt den Platz das gewisse Etwas. Und noch was, ich habe gute Momos bekommen und auch die gute tibetische Nudelsuppe, Jenny musste natürlich auch den Buttertee probieren, der ihr sogar geschmeckt hat.
Man hätte fast vergessen können, dass man in Indien ist, wenn nicht die Inder selbst dort gewesen wären. Die Inder lieben diesen Platz nämlich auch, aber nicht weil er der Sitz des Dalai Lamas ist, sondern weil es eine Hillstation ist und sie vor der Hitze flüchten. Jetzt muss man sich aber an diesem eher sehr ruhigen, sehr besinnlichen Platz, die Inder vorstellen, die keine Ruhe kennen, geschweige denn sich hinsetzen und wirklich geniessen können, denn auch wenn sie ihre Tempeln besuchen, dann ist das ein schnelles durchrennen, denn Hauptgott des Tempels für eine Sekunde sehen und dann wieder schnell raus. Bei meinem morgentlichem Besuch des Tempels, hat gerade ein teaching stattgefunden, zu dem sich viele Gläubige und Mönche vor dem großen Raum hingesetzt haben um zu meditieren. Bis die ersten indischen Touristen kamen. Es war wirklich ein geniales Bild, auf der einen Seiten die total ruhigen in sich gekehrten Buddhisten und auf der anderen Seite die hektisch, keine Sekunde ruhig sein könnenden, mit Handy herumlaufenden Inder zu sehen, gegensätzlicher kann es gar nicht sein. Der Hammer war aber dann, als mich ein Inder gefragt hat, ob der Mönch der das Teaching abgehalten hat, der Dalai Lama ist. His Holiness Dalai Lama war ja zu diesem Zeitpunkt gerade in Deutschland, somit habe ich ihn leider nicht sehen können.
Nach zwei Tagen sind wir mit dem Bus weiter gefahren, nach Chauntra, um dort das Tibtische Children Village (TCV) zu besuchen, denn dort lebt die kleine Sherab, mein tibetisches Patenkind. Die Busfahrt dauerte ca. drei Stunden, mit einmal umsteigen, war aber kein Problem zu finden, obwohl die Ortschaft urklein ist. Im Bus haben wir eine Lehrerin aus dem TCV getroffen, womit wir auch mit dem finden des Kinderdorfes kein Problem hatten, aber auch die Taxifahrer kennen es und es ist kein Problem von der Bushaltestelle dort hin zu kommen.
Die Ankuft war gleich super herzlich, wir sind vom Headmaster und seiner Frau empfangen worden, ins Gästezimmer, na ja Zimmer ist eigentlich untertrieben, denn es ist eine kleine Wohnung, sogar mit Küche, begleitet worden und haben sofort Tee und Kekse bekommen. Wir sind leider erst am Abend angekommen, darum konnten wir nicht mehr viel vom Geländer sehen, ausser, die noch im freien spielenden Kinder, dass alleine hat aber schon ausgereicht, um zu sehen, dass die Kinder ihren Spaß haben und glückklich sind. Ich habe mich im TCV von der ersten Sekunde an sehr wohl gefühlt und dieses Gefühl hat sich bis zum Schluß nur verstärkt, denn es war so schön zu sehen, wie liebevoll und Respektvoll Alle miteinader umgehen, ein Platz voller Harmonie.
Im TCV leben die verschiedensten tibetischen Kinder, welche die alleine in Indien sind und deren Familie noch in Tibet ist, aber auch Kinder, deren Eltern bereits geflüchtet sind, aber entweder in Nepal wohnen oder sich keine Ausbildung leisten können oder sie in A wohnen, wo es keine Schulen gibt und die Kinder keine Ausbildung bekommen können.
Es gibt aber keine Unterschiede, jedes Kind ist gleich wichtig.
Die Kinder leben zu 50’st mit einer Mutter in einem Haus, in dem sie, bis sie 14 Jahre alt sind, bleiben können. Die Geschwister werden im selbem Haus untergebracht. Eine schöne Regelung ist auch, dass jedes Kind ein anderes, gleichen Geschlechtes, zugeteilt bekommt, auf das es schauen soll. Somit ist kein Kind alleine, jedes hat ein Ersatzgeschwisterl, was immer aufpasst und vorallem haben so die ganz Kleinen wen, der ihnen beim Klo gehen, anziehen, … hilft. Die Kinder schlafen in Buben- und Mädchenräumen getrennt, die Zimmer sind ganz einfach mit Stockbetten ausgestattet. Wenn sie älter als 14 sind, werden sie in 4 Bettzimmer untergbracht, damit sie dann doch ein bisschen Privatsphäre bekommen. Die Mütter leben selber mit ihrer Famile im Haus und sind immer vor Ort, falls irgendwas sein sollte. Im Erdgeschoß hat jedes Haus eine große Küche und einen Speisesaal und was auch noch nett ist, alle haben eine Dachterrasse, die von Alle genutzt werden kann.
Die Mamis die ich kennen lernen durfte, waren so richtige Mamis, die nicht nur zwei eigenen Kinder haben, sondern 50, das Gefühl eines Waisenheimes oder Internates ist hier nie aufgekommen, ich habe mich immer in Mitten einer riesigen Familie gefühlt.
Das TCV ist auch mit einer Krankenstation, mit zwei Krankenschwestern vor Ort, bestens versorgt und alle zwei Wochen kommt ein Arzt aus Dharamsala vorbei.
Die Sprache ist hier rein tibetisch, wird auch unterrichtet, wobei English schon auch gelehrt wird.
Das Schulkonzept ist auch erwähnenswert, denn für alle Neuankömmlinge gibt es einmal sowas wie eine Einlebklassen, wo geschaut wird, was sie schon alles können und nachdem werden sie dann, wenn die Zeit reif ist, eingeschult. Es gibt auch sogenannte Specialklassen, für die Kinder, die nicht so schnell und gut lernen oder auch teilweise behindert sind. Hier wird versucht die Lernschwäche zu beseitigen oder eine besondere Fähigkeit bei den Kindern zu finden, die dann gefördert wird, wie z.B. beim malen, in dem sie in eine Thangka-Malschule gehen können. Der Umgang mit diesen Kindern war besonders schön zu sein, von den Lehrern, als auch untereinander am Abend beim spielen, total liebevoll und gar nicht ausgrenzend.
Wenn man bedenkt, was manche der Kinder, mit schon so wenigen Jahren alles durchgemacht haben, von den Eltern, für sie unbegreiflich warum, ins Ungewisse geschickt, die enormen Strapazen der Flucht über den Himalaya, die man wahrscheinlich gar nicht wirklich mit Worten beschreiben kann, Ankunft in der angeblichen Freiheit, in einem Land, in dem sie niemanden kennen und auch nicht wissen, warum sie eigentlich dort sind, aber dann an so einem Ort, voller Respekt, Harmonie und Liebe aufgefangen werden, ihrem neuem zu Hause, in dem sie ihre Sprache sprechen, ihre Religion und ihre Kultur ausleben dürfen, kann man vielleicht die Eltern verstehen, warum sie es gemacht haben.
Für mich war natürlich das Treffen mit Sherab, das Schönste. Alle haben gewußt, dass ich, der Sponsor, so werden wir hier genannt, von Sherab zu Besuch bin und wollten uns, Jenny und mich, sehen. Ich habe sie das erste Mal in ihrer Klasse, die wir beim Rundgang besucht haben, gesehen, sie war ganz schüchtern und verschreckt. Sie ist ein ganz ruhiges schüchternes Mädchen, was gar nicht gern im Mittelpunkt steht und dann komme ich und auf einmal ist sie die Hauptatraktion, denn ihr Sponsor ist ja da. Irgendwie hat sie mir sogar leid getan, denn ihr war die Situation sichtlich unangenehm, darum habe ich sie auch nach kurzer Zeit auf ihr Zimmer begleitet und sie dann alleine gelassen. Wir haben uns dann noch einmal im Garten mit ihren Freundinnen getroffen, wo ich dann versucht habe mit ihnen ein bisschen zu reden, was aber nicht so leicht war, denn Sherab kann leider nur ganz schlecht Englisch, darum war eine richtige Unterhaltung nicht möglich. Ich habe es einfach als schön empfunden sie kennen zu lernen, sie zu treffen, sie persönlich zu sehen und ihr vielleicht das Gefühl gegeben zu haben, dass da draußen noch ein Freund ist, der auf sie schaut.
Tenzin hat mir dann erzählt, dass alle ersten Treffen normalerweise so ablaufen, denn man soll nie die grundsätzliche Art der Tibeter vergessen, zuerst einmal zu beobachten, zu schauen wer da kommt und dann schön langsam aufzutauen und natürlich ist die Sprache eine große Hürde.

Es war einfach schön diesen Ort, in dem Menschlichkeit an erste Stelle steht, nach 6 Monaten VIT, wo dieser Faktor irgendwo ganz weit hinten steht, zu besuchen.

Dann hat es auch schon wieder Abschiednehmen geheißen und im Regen sind wir von Dharamsala mit dem Bus nach Delhi abgefahren.

Sonntag, 1. Juni 2008

...mitten drin in Indien

Heute in der Nacht geht es wieder weiter, wir fahren nach Bodghaya, der heiligeste Ort der Buddhisten, denn hier ist Buddha erleuchtet worden. Besonders eindrucksvoll sollen die verschiedenen Tempeln sein, denn jede buddhistische Richtung hat ihren Eigenen, wie die Japaner, die Koreaner, die Tibeter usw.
Die letzten Tage haben wir so richitg schoen indisch verbracht, zuerst waren wir bei Vivek, er wohnt etwas ausserhalb von Delhi, ca. eine halbe Stunde, in einem kleinem Doerflein, in dem die ganze Familie zusammen wohnt, wir haben an einem Nachmittag so ca. 60 Familienmitglieder kennen gelernt, war ziemlich anstrengend, denn ueberall mussten wir was essen und was trinken, aber dafuer auch wirklich urschoen, diese starke Familienbande zu sehen. Ich wuerde mal sagen, diese Familie weiss noch was Lebensqualitaet heisst und ist trotz Geld eine ganz normale Farmerfamilie geblieben. Jakob und ich waren von der ersten Sekunde an neue Familienmitglieder, war echt schoen zu erleben. Und dann ging es weiter nach Lucknow, mit dem Zug, in den Heimatort von Shirish. Hier ist es wieder ganz anders, denn Shirish wohnt in einer Stadt, nur mit seinen Eltern und seinem Bruder, dem zukuenftigen Superstar, aber eines war gleich wie bei Vivek, die Herzlickeit, mit der wir aufgenommen wurden!!!

Uebrigens verstehen der Jakob und ich ueberhaupt nicht, wie man nur aus Indien mit weniger Kilos heim kommen kann!
Echt ein schoner Urlaub, die Zeit mit meinem Bruder und mit meinen Freunden zu verbringen.

Samstag, 31. Mai 2008

der neue Indien Superstar




ich habe eine kleine Bitte an euch, ich bin gerade hier in Lucknow, bei Shirish und habe die Ehre den zukuenftigen Superstar von Indien kennen zu lernen :-) dass er es wirklich wird, muesstets ihr euch das Video von MTV Superstar anschauen, davor muesst ihr euch nur anmelden, geht ganz schnell und fuer ihn voten, damit er es auch wirklich wird!!! Ich finde er hat wirklich was drauf und hatte es verdient!!! DANKE!!!
http://blogsapps.ibibo.com/isuperstar/Second-song-video--Lakshya.html

Dienstag, 27. Mai 2008

Indien - man weiss nie was morgen passiert

Jetzt sind bereits zwei Tage in Jaipur und so wie es ausschaut bleiben wir noch einen Dritten, den es gibt keine Zugverbidung zwischen Jaipur und Agra, auf Grund von Protesten einer Kaste, die fuer mehr fixe Schulplaetze kaempft! Aber wir haben das urliebe Hotel, Pearl Palace, billig aber supernett und somit ist es kein Problem, wir geniessen einfach den einen Tag mehr!

Jaipur war und ist super, schoenes Fort, schoene Altstadt, ein geniales Obersavatorium um nur einiges anzufuehren!

Jetzt bin ich ja mit meinem Bruederchen unterwegs, dem Indien bis jetzt auch urviel Spass macht und er es geniesst.

Das Reisen ist diesmal ganz was anderes, weil wir einfach ueberall die Studenten treffen und somit im wahren Indien reisen und nicht nur die Touristenplaetze sehen, was naturlich um einiges genialer ist. Gestern waren zum Beispiel bei einer Studentin aus dem VIT zum Lunch eingeladen, haben super gutes Rajasthani Essen bekommen, zu dem auch extra der Vater aus dem Buero gekommen ist um sich den internationalen Besuch anzuschauen, hihi!!! Es wurde wirklich genial aufgekocht, aber leider konnte Jakob, ist ja noch in der Eingewoehnugnsphase und Jenny, hat kleine Bauchprobleme, nicht so viel Essen und die Familie war urenttaeuscht.

Bis gestern hat uns noch Jenny begleitet, aber alles hat einmal ein Ende und somit musste sie leider wieder nach Deutschland zurueck, ich hoffe das Zurueckkommen wird nicht zu schlimm!!!

Schau ma mal, was noch alles passiert – auf der Reise

Montag, 19. Mai 2008

Dhraramsala

Ich bin heute den zweiten Tag hier in Dharamsala und kann nur sagen, dass ich es geniesse. Es ist wieder meine Welt, die Ruhe der Tibeter, die Landschaft, mitten in den Bergen und vorallem die Temperatur, 25 Grad!!! Es ist ein kleines Doerflein mit mehreren Kloestern, viele Touristen vorallem Inder, die halt diese Ruhe nicht kennen und haben, daher nur schnell - schnell herum rennen und daneben die ganzen Moenche und Nonnen, das ergibt eine ganz eigene Mischung, die mir aber immer wieder ein Schmunzeln auf die Lippen bringen! Ich mag es hier und geniesse vorallem die Kloester und Tempeln. Das leider wirlich frustrierente ist aber, dass auch hier ueberall das Leid, welches die Tibeter erfahren wird durch Plakate und Fotos, dominieren und man irgendwie machtlos daneben steht. Aber wenn ich dann aber die Inder im Tibetischen Museum beobachte und sie scheinbar das erste Mal ueber das Leid der Tibeter informiert werden und betroffen raus gehen, dann kann man nur hoffen, dass sie ihr Wissen raus tragen. Vielleicht ein kleiner Schritt?!
Morgen fahren wir, ich bin ja mit Jenny, ist eine Freundin von Steffen, unterwegs, weiter nach Chauntra, zum Kinderdorf von Sherab und wird werden dort zwei Tage verbringen um dann wieder nach Delhi runter zu fahren.
Delhi war echt heiss, ich mag ja gar nicht daran denken, 42 Grad, nur Smog, dass man teilweise ohne Tuch vor dem Mund nicht atmen kann, ich habe immer den Abend herbei gesehnt, dass es wieder etwas ertraeglicher wird.
Ich geniesse es hier, schoene frische Luft atmen zu koennen und auch am Abend einen Pullover anziehen zu muessen!!! Wir waren heute etwas die Umgebung erkunden, ich bin mir wie in der Steiermark auf der Alm vorgekommen, ja ja die Heimat!!!
In diesem Sinne Tashi delek!

Sonntag, 11. Mai 2008

mother teresa convent


Letztes Wochenende war es soweit, ich habe gemeinsam mit Sofi und Jospeh, dem Mother Teresa Kloster ein Mittagessen, Arzneiwaren, Stoffe und einen Kuchen gespendet.
Ich war ziemlich unruhig am Weg zum Kloster, denn ich habe immer an die Bilder der Kinder vom letzen Besuch denken müssen und habe mich etwas vor diesem Anblick gefürchtet.
Im Kloster war ich die Erste, denn ich habe mir das pünktlich sein noch immer nicht abgewöhnen können und die indische Zeitangaben sind immer sehr relativ, wenn mann so gegen 10:00 ausmacht, könnte man eigentlich auch nur am Vormittag sagen, denn entweder erscheinen sie schon um 9:00 oder erst um 11:00, obwohl das zweitere eher realistisch ist!
Ich bin von der Oberin empfangen, obwohl empfangen ist viel zu freundlich, begrüßt worden und sie hat mich dann gleich, so mit einem Unterton, gefragt, was ich denn hier will. Ich habe es ihr erklärt und entweder wollt sie mich nicht verstehen oder hatte sie einfach nur einen schlechten Tag gehabt, auf jeden Fall, hat sie nur gemeint, sie weiß von nix und mir die Türe vor der Nase zugeknallt. Na ja und da waren sie wieder, die Kindheitserinnerungen, als mich meine Eltern in einen Klosterkindergarten stecken wollte und ich beim Anblick der Schwestern so zum brüllen angefangen habe, dass sie mich nie dort hätten lassen könnnen. Also ich habe jetzt nicht zum brüllen angefangen, sondern einfach nur gewartet. Beim Anblick von Sofi und Joseph, dürfte ihr dann scheinbar wieder eingefallen sein, dass da ja was war und wir durften eintreten.
Diesmal waren alle Kinder, sind zurzeit 65, anwesend. Die Größeren und nicht behinderten waren aber unterwegs und sind erst später zum Essen gekommen. Das erste Mädchen was ich gesehen habe, war ein im Rollstuhl sitzendes, mit einem riesigen Wasserkopf, aber als sie mich gesehen hat, bekam ein freudestrahlendes Lächeln. Dann bin ich wieder durch die trostlosen, nur aus Stahlrohrbetten bestehenden Schlafsäle gegangen, echt erdrückend. In den nächsten Raum wurde ich dann von zwei wirklich ganz netten Schwestern, so wie man sich wirklich liebe Klosterschestern vorstellt, die mit Leib und Seele für diese Kinder da sind, geführt und ich war wieder beruhigt, denn die Oberin war echt der Hammer, die Unfreundlichkeit in Person.
Die Schwestern habe mich zu den Kleinsten geführt, ein Mädchen, die Kleine, die im Kübel steht und lacht, sie haben sie mit 7 Tage bekommen. Sie ist schwer krank, sie hat keine Brust und hat große Problem mit dem Atmen und kann die Hitze in ihrem Körper nicht regulieren, darum liebt sie es im Kübel mit Wasser zu sein. Ich muss dazu sagen, mein Englisch im medizinischen Bereich ist nicht wirklich gut, darum kann ich nur ungefehr sagen, was die kleine Maus hat. Laut der Schwester wird sie bald nach Bangalore gebracht, denn hier im CMC Spital kann man ihr nicht helfen und in Bangalore gibt es scheinbar eine Spezialklinik. Ein kleiner 3 Monate alter Bub wrude gerade von einer Schwester gefüttert, mit einem guten Brei, der ihm aber scheinbar nicht geschmeckt hat, denn so schnell wie er drinnen war, war er auch wieder draußen. Der Kleine ist ganz gesund und war ein Tag alt, als sie ihn bekommen haben. Er liegt zwar auch in so einem Stahlrohrbett, hat aber zumindest Babyspielzeug in seinem Bettchen. Ein zweites Mädchen habe ich auch noch gesehen, soll auch ganz gesund sein, die Kleine haben sie mit 3 Monaten bekommen.
Draußen am Gang sind alle anderen Kinder, die teilweise wirklich schwer behindert sind und nur liegen können, viele Spastiker und sonstige Behinderungen. Es ist halt alles ganz einfach, denn die Kinder liegen auf Decken auf dem Steinboden, obwohl jetzt wo es so heiß ist, ist es eh das angenehmste, aber sie haben alle nur ein Baumwollkleidchen an, Windeln oder so haben sie nicht an. Die sieben Schwestern und 7 Helferinen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, dass sich keines der Kinder was tut, es sauber zu halten, damit nicht noch neue Krankheiten entstehen und die Kleinsten zu unterhalten.
Der für mich eigentlich unerträglichste Anblick war der kleine Bub – nur noch Haut und Knochen, er ist wie ein Gerippe dagelegen und wurde gerade von einer Helferin gefüttert, er hat Turbokolose und wird nicht mehr lange leben.
Und dazwischen immer wieder herumlaufende Kinder, die mich immer nur angelächelt haben.
Sofi konnte nicht zu den Kindern rein gehen, sie ist draußen geblieben.
Ich muss gestehen, dadurch, dass ich schon einmal dort war und weil ich mich darauf eingestellt hab, war es diesmal nicht so schlimm. Es war auch schön für mich zu sehen, mit welcher Hingabe die Schwester und Helferinen mit den Kindern umgehen, mit was für einer Liebe sich um die Kleinsten kümmern. Ich denke mir auch, ich bin jetzt 6 Monate hier in Indien, ich kenne die Einfachheit, mit der hier alles passiert, dass man einfach am Boden sitzt, mit Bananenblättern statt Tellern ißt und es aber deswegen kein bisschen schlechter ist. Darum finde ich den Ort jetzt vielleicht auch nicht mehr so schlimm, keine Frage, es ist alles ganz einfach, die Kinder haben nichts außer ihr Bett und ihr Essen, aber wenn ich bei Kollegen mit Kinder zu Besuch bin, gibt es auch kein Kinderzimmer mit einer tollen Spielecke, die Häuser haben meistens ein Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer, in dem man vielleicht ein paar Spielsachen findet und das wars. Ich glaube wir machen immer den Fehler, dass wir versuchen, von unserem Standard aus, die Dinge zu betrachten, der ist aber hier nirgens vorhanden und wenn man sich aus indischer Sicht das Kloster anschaut, dann ist es einfach ein Platz des Friedens. Die Kinder sind arm und schwer krank, keine Frage, aber sie haben ein Dach übern Kopf, was ja leider hier nicht so selbstverständlich ist.
Die Schwestern haben sie herzlichst für unsere Spenden bedankt, denn die Medikamente und Windeln usw. müssen sie alles selber bezahlen, einzig und allein der Arzt kommt gratis vom CMC um sich um die Kleinen zu kümmern.

Für mich ist hier in Indien das Leid, was man Tag täglich immer und überall sieht, wirkich fast unerträglich, aber das wird man hier leider überall finden. Auch wenn man hier in Vellore auf einen Bus wartet – neben einem in der Grünfläche zwei Männer liegen und schlafen, zwei verwahrloste Mütter mit ihren Kindern zu einem betteln kommen und man den Blick hebt und die Reklame für den Millionärsclub sieht.

Sonntag, 4. Mai 2008

ein kommen und gehen


Letzen Samstag hat die Abschiedsfeier von Sophie und die Burzeltagsparty von Simon statt gefunden. Wir waren ca. 35 Leute und von unserem Professor Richard, der ein inderhassender Inder ist, über die total schüchternen Mädls aus Sophies Studentenheim, bis zu den ausgeflipperten Jungs von Simon war alles vertreten. Damit die Mädls raus durften, denn am Wochenenden müssen sie ja um 17:00 Uhr wieder im Hostel sein, habe ich als Lehrer unteschrieben, Anita vom international Office hat auch noch unterschrieben und somit durften sie bis um 22:30 Uhr raus! Dadurch, dass die Lokal ja fast Alle um 23:00 Uhr sperren, waren wir um Mitternacht zu Hause und Shradha,wohnt bei mir im Hostel, ist somit viel zu spät gekommen. Ihr müsst euch vorstellen, vor meinem Hostel sitzen immer entweder zwei Mädls oder ein Mädl und ein Security, die das kommen und gehen kontrollieren, und weil es kommen musste, wollten sie Shradha nicht hinein lassen,und somit hat das Spielchen angefangen, Warden aufwecekn, entschuldigen, erklären und auch rechtfertigen, auch ich, dann einen Brief für den Chiefwarden schreiben und nach all dem, durfte Shradha das Hostel betreten…
Bei den Burschen rennt das Ganze noch ein bisschen strenger ab, die müssen ja unter Woche um 21:30 und am Wochenende um 23:30 Uhr zurückkommen. Wenn man zu den Burschen Hostel will, muss man ein großes Eisentor durchschreiten und wenn sie zu spät sind, da reichen schon 5 Minuten und sind sie ausgesperrt, müssen vor dem Tor schlafen – manchmal sind die Securities dann so gnädig und lassen sie nach 4 Stunden warten rein …

Als Sophie am Dienstag das Hostel verlassen hat, weil sie ja nach Deutschland heimgefahren ist, musste sie sich noch eine Permission zum verlassen des Hostel einholen … aber leider konnte ihr auch das nicht den Schmerz Indien verlassen zu müssen verringern, denn Indien kann man nur liebe oder hassen Ganz liebe Grüße nach Deutschland J

Mitlerweile sind auch Simon und Steffen abgereist, nach erfolgreichem beenden des Robots Programs und reisen in Indien herum, wir werden uns aber noch nächsten Samstag in Chennai und am 15. Mai in Delhi treffen.

… und da war es nur noch eins … eine kleine Foreignerin in VIT …