Sonntag, 13. April 2008

Geschichten aus dem Alltag: Hampi




Letzter Montag war Tamil Nadu Neujahr, ein Feiertag – na ja das bedeutet natürlich raus aus VIT und diesmal bin ich gemeinsam mit Sophie nach HAMPI gefahren. Ich muss es gleich loswerden, es war genial!!! Bis jetzt eines meiner Lieblingsplätzchen, hier in Indien!
Die Anreise war zwar etwas länger, insgesamt so um die 14 Stunden Zugfahrt, aber inzwischen habe ich mich schon an die langen Reisen gewöhnt, vorallem wenn man in der Nacht reist, kann man schön schlafen und verliert keine Zeit.
Hampi ist ein kleines Dörflein, ca. 3000 Einwohner, das alleine ist schon eine Reise wert wäre, aber aus diesem Grund es nicht so bekannt, sondern Hampi war die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reiches, damals hat es Vijayanagars geheißen und die Blütezeit war so 14.-16. Jahrhundert.
Als ich in dem Dorf angekommen bin und die Umgebung bei einem gutem Frühstück, eine Granit-Felsenlandschaft, die aber wiederum von grünen Feldern durchsetzte ist, auf mich wirken hab lassen, habe ich mich gut vorstelln können, warum das mal eine Hauptstadt war und vorallem mir von jedem als ein “MUSS“ beschrieben wurde! Alles zusammen, dieses verträumte Dörfchen, mit dem gemütlichen indischen Leben auf der Strasse, und die Landschaft runderherum, kann einen eigentlich nur begeistern. Wir hatten noch dazu Glück, dass jetzt fast keine Ausländische Touristen unterwegs waren, sondern nur Indische, die aber auch sehr nervtötend sein könnnen, denn wenn man zum 345 Mal gefragt wird, wie man heißt, wo man her kommst, wie einem Indien gefällt, was man hier macht, um nur ein paar Fragen zu erwähnen, wünscht man sich dann doch lieber, die ausgeflipppte ausländische Touristen, die zwar überhaupt nicht nach Hampi passen, einem aber in Ruhe lassen.
Wir haben in einem netten Guesthouse, Gopi Guesthouse, für 400 Rps (6 €) gewohnt, hatte auch ein nettes Dachgartenrestaurant mit wirklich guten Nutellapalatschinken J.
In dem Dorf gibt es einen alten Shiva Tempel, zu dem auch viele Sadhus (=Yogis) und Pilger kommen, mit einer urlieben Elefanten Dame, Lakshmi genannt und Hampi kann auch viele Affen vorweisen, die einen aber Gott sei Dank in Ruhe lassen.
Die wirklichen Sehenswürdigkeiten befinden sicher aber rund um Hampi. Mitten in dieser schönen Felsenlandschaft verstecken sich die alten Tempeln. Es war zwar etwas heiß, den ganzen Tag zwischen den Felsen und alten Steinerhaufen, die mal Tempel oder Paläste waren, herum zu rennen, aber es hat sich voll ausgezahlt. Die Hitze ist jetzt einfach überall, da muss ich durch, aber ich merke schon, wie sich mein Körper daran gewöhnt, ein bisschen zumindest.
Durch Hampi fliesst ein Fluß, der die Felsenlandschaft durchschneidet, was noch einmal ein tolles Bild gibt. Ein Fluß, links und rechts gehen die Felsen hinauf und dazwischen alte Tempel, wirklich beeindruckend.
Dadurch, dass das Gelände so riesig ist, haben wir uns am Sonntag den ganzen Tag eine Rikscha genommmen, damit wir überall hinkommen, nur damit ihr euch ein Bild machen könnts, wie groß das Areal war.
Dadurch, dass Hampi sowas gmiatliches Ausstrahlt gibt es auch die dazu passenden Lokale, so richtig zum herum knotzen, mit Liegefläche und guter Musik und wirklich guten Juices, zum Beispiel Wassermelone mit Minze, genial kann ich nur sagen. Alkohol gibt es in Hampi keinen, denn es ist ein heiliger Ort und ist daher verboten, mitlerweile hab ich mich schon daran gewöhnt, auf mein Biertschi verzichten zu müssen.
Hampi war auch der erst Ort, in dem ich bzw. wir es erstmals es geschafft haben uns einen Sonnenaufgang anzuschauen, hat sich aber voll ausgezahlt, bei dieser Umgebung. Danach schnell eine Stunde schlafen und dann habe ich mir das Waschritual von der Tempel-Elefantendame Lakshmi angeschaut, denn Lakshmi wird jeden Tag zwischen 8:00 und 9:00 Uhr im Fluss gebadet, ist wirklich ein muss, denn es ist einfach ein Erlebnis zu sehen, wie sie es geniesst im Wasser zu liegen und abgschrubbt zu werden.
Als ich die Stiegen zum Fluss hinuter gegangen bin, den Elefanten im Wasser liegen und daneben, nicht einmal zwei Meter entfernt, die Inder ihr morgenliches Bad einnehmen, ihre Wäsche waschen, in allen tausend verschiedenen Farben, gesehen habe, habe ich wirklich lachen müssen und mir gedacht, dass ist einfach Indien. Ich glaube eine bessere Definition als diese Szenerie gibt es nicht! Ich weiß nicht, aber ich bin sicher eine Stunde dort gesessen und habe nur beobachet, ausnahmsweise wurde ich auch einmal nicht von den Indern mit Frage genervt, ich konnte es wirkich geniessen.
Ein kleiner Junge hat mir am Fluß erzählt, wir müssen uns unbedingt den Wasserfall anschauen, der soll urschön sein. Nach dem man dann doch nach einiger Zeit genug von “nur“ Tempeln bekommt, sind wir dort hingefahren und haben eine unglaubliche Landschaft sehen dürfen. Eine ausgewaschen Granitlandschaft, die mich sehr an die Gletscherfotos von meinem Bruder und meinen Vater aus Pakistan erinnert hat. Wir wurden von so einem älteren Inder herumgeführt, der uns die schönsten Plätzchen gezeigt hat, es hat sich wirklich ausgezahlt, bin mir wie einer unwirklichen Filmlandschaft vorgekommen. Dieser Ausflug war für mich wie das “i“ Tüpfelchen!
Hampi war wirklich der Hammer!!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hey kathi,
netter blog und schöne geschichte zu hampi... für mich war hampi auch der schönste ort an dem ich indien war, einfach nur entspannt. naja, ich vermiss indien gerade ein wenig, da war alles so unbeschwert ;) viele grüße, auch an simon sophie und steffen (die drei S)... sebastian