Dienstag, 27. Mai 2008

Indien - man weiss nie was morgen passiert

Jetzt sind bereits zwei Tage in Jaipur und so wie es ausschaut bleiben wir noch einen Dritten, den es gibt keine Zugverbidung zwischen Jaipur und Agra, auf Grund von Protesten einer Kaste, die fuer mehr fixe Schulplaetze kaempft! Aber wir haben das urliebe Hotel, Pearl Palace, billig aber supernett und somit ist es kein Problem, wir geniessen einfach den einen Tag mehr!

Jaipur war und ist super, schoenes Fort, schoene Altstadt, ein geniales Obersavatorium um nur einiges anzufuehren!

Jetzt bin ich ja mit meinem Bruederchen unterwegs, dem Indien bis jetzt auch urviel Spass macht und er es geniesst.

Das Reisen ist diesmal ganz was anderes, weil wir einfach ueberall die Studenten treffen und somit im wahren Indien reisen und nicht nur die Touristenplaetze sehen, was naturlich um einiges genialer ist. Gestern waren zum Beispiel bei einer Studentin aus dem VIT zum Lunch eingeladen, haben super gutes Rajasthani Essen bekommen, zu dem auch extra der Vater aus dem Buero gekommen ist um sich den internationalen Besuch anzuschauen, hihi!!! Es wurde wirklich genial aufgekocht, aber leider konnte Jakob, ist ja noch in der Eingewoehnugnsphase und Jenny, hat kleine Bauchprobleme, nicht so viel Essen und die Familie war urenttaeuscht.

Bis gestern hat uns noch Jenny begleitet, aber alles hat einmal ein Ende und somit musste sie leider wieder nach Deutschland zurueck, ich hoffe das Zurueckkommen wird nicht zu schlimm!!!

Schau ma mal, was noch alles passiert – auf der Reise

Montag, 19. Mai 2008

Dhraramsala

Ich bin heute den zweiten Tag hier in Dharamsala und kann nur sagen, dass ich es geniesse. Es ist wieder meine Welt, die Ruhe der Tibeter, die Landschaft, mitten in den Bergen und vorallem die Temperatur, 25 Grad!!! Es ist ein kleines Doerflein mit mehreren Kloestern, viele Touristen vorallem Inder, die halt diese Ruhe nicht kennen und haben, daher nur schnell - schnell herum rennen und daneben die ganzen Moenche und Nonnen, das ergibt eine ganz eigene Mischung, die mir aber immer wieder ein Schmunzeln auf die Lippen bringen! Ich mag es hier und geniesse vorallem die Kloester und Tempeln. Das leider wirlich frustrierente ist aber, dass auch hier ueberall das Leid, welches die Tibeter erfahren wird durch Plakate und Fotos, dominieren und man irgendwie machtlos daneben steht. Aber wenn ich dann aber die Inder im Tibetischen Museum beobachte und sie scheinbar das erste Mal ueber das Leid der Tibeter informiert werden und betroffen raus gehen, dann kann man nur hoffen, dass sie ihr Wissen raus tragen. Vielleicht ein kleiner Schritt?!
Morgen fahren wir, ich bin ja mit Jenny, ist eine Freundin von Steffen, unterwegs, weiter nach Chauntra, zum Kinderdorf von Sherab und wird werden dort zwei Tage verbringen um dann wieder nach Delhi runter zu fahren.
Delhi war echt heiss, ich mag ja gar nicht daran denken, 42 Grad, nur Smog, dass man teilweise ohne Tuch vor dem Mund nicht atmen kann, ich habe immer den Abend herbei gesehnt, dass es wieder etwas ertraeglicher wird.
Ich geniesse es hier, schoene frische Luft atmen zu koennen und auch am Abend einen Pullover anziehen zu muessen!!! Wir waren heute etwas die Umgebung erkunden, ich bin mir wie in der Steiermark auf der Alm vorgekommen, ja ja die Heimat!!!
In diesem Sinne Tashi delek!

Sonntag, 11. Mai 2008

mother teresa convent


Letztes Wochenende war es soweit, ich habe gemeinsam mit Sofi und Jospeh, dem Mother Teresa Kloster ein Mittagessen, Arzneiwaren, Stoffe und einen Kuchen gespendet.
Ich war ziemlich unruhig am Weg zum Kloster, denn ich habe immer an die Bilder der Kinder vom letzen Besuch denken müssen und habe mich etwas vor diesem Anblick gefürchtet.
Im Kloster war ich die Erste, denn ich habe mir das pünktlich sein noch immer nicht abgewöhnen können und die indische Zeitangaben sind immer sehr relativ, wenn mann so gegen 10:00 ausmacht, könnte man eigentlich auch nur am Vormittag sagen, denn entweder erscheinen sie schon um 9:00 oder erst um 11:00, obwohl das zweitere eher realistisch ist!
Ich bin von der Oberin empfangen, obwohl empfangen ist viel zu freundlich, begrüßt worden und sie hat mich dann gleich, so mit einem Unterton, gefragt, was ich denn hier will. Ich habe es ihr erklärt und entweder wollt sie mich nicht verstehen oder hatte sie einfach nur einen schlechten Tag gehabt, auf jeden Fall, hat sie nur gemeint, sie weiß von nix und mir die Türe vor der Nase zugeknallt. Na ja und da waren sie wieder, die Kindheitserinnerungen, als mich meine Eltern in einen Klosterkindergarten stecken wollte und ich beim Anblick der Schwestern so zum brüllen angefangen habe, dass sie mich nie dort hätten lassen könnnen. Also ich habe jetzt nicht zum brüllen angefangen, sondern einfach nur gewartet. Beim Anblick von Sofi und Joseph, dürfte ihr dann scheinbar wieder eingefallen sein, dass da ja was war und wir durften eintreten.
Diesmal waren alle Kinder, sind zurzeit 65, anwesend. Die Größeren und nicht behinderten waren aber unterwegs und sind erst später zum Essen gekommen. Das erste Mädchen was ich gesehen habe, war ein im Rollstuhl sitzendes, mit einem riesigen Wasserkopf, aber als sie mich gesehen hat, bekam ein freudestrahlendes Lächeln. Dann bin ich wieder durch die trostlosen, nur aus Stahlrohrbetten bestehenden Schlafsäle gegangen, echt erdrückend. In den nächsten Raum wurde ich dann von zwei wirklich ganz netten Schwestern, so wie man sich wirklich liebe Klosterschestern vorstellt, die mit Leib und Seele für diese Kinder da sind, geführt und ich war wieder beruhigt, denn die Oberin war echt der Hammer, die Unfreundlichkeit in Person.
Die Schwestern habe mich zu den Kleinsten geführt, ein Mädchen, die Kleine, die im Kübel steht und lacht, sie haben sie mit 7 Tage bekommen. Sie ist schwer krank, sie hat keine Brust und hat große Problem mit dem Atmen und kann die Hitze in ihrem Körper nicht regulieren, darum liebt sie es im Kübel mit Wasser zu sein. Ich muss dazu sagen, mein Englisch im medizinischen Bereich ist nicht wirklich gut, darum kann ich nur ungefehr sagen, was die kleine Maus hat. Laut der Schwester wird sie bald nach Bangalore gebracht, denn hier im CMC Spital kann man ihr nicht helfen und in Bangalore gibt es scheinbar eine Spezialklinik. Ein kleiner 3 Monate alter Bub wrude gerade von einer Schwester gefüttert, mit einem guten Brei, der ihm aber scheinbar nicht geschmeckt hat, denn so schnell wie er drinnen war, war er auch wieder draußen. Der Kleine ist ganz gesund und war ein Tag alt, als sie ihn bekommen haben. Er liegt zwar auch in so einem Stahlrohrbett, hat aber zumindest Babyspielzeug in seinem Bettchen. Ein zweites Mädchen habe ich auch noch gesehen, soll auch ganz gesund sein, die Kleine haben sie mit 3 Monaten bekommen.
Draußen am Gang sind alle anderen Kinder, die teilweise wirklich schwer behindert sind und nur liegen können, viele Spastiker und sonstige Behinderungen. Es ist halt alles ganz einfach, denn die Kinder liegen auf Decken auf dem Steinboden, obwohl jetzt wo es so heiß ist, ist es eh das angenehmste, aber sie haben alle nur ein Baumwollkleidchen an, Windeln oder so haben sie nicht an. Die sieben Schwestern und 7 Helferinen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, dass sich keines der Kinder was tut, es sauber zu halten, damit nicht noch neue Krankheiten entstehen und die Kleinsten zu unterhalten.
Der für mich eigentlich unerträglichste Anblick war der kleine Bub – nur noch Haut und Knochen, er ist wie ein Gerippe dagelegen und wurde gerade von einer Helferin gefüttert, er hat Turbokolose und wird nicht mehr lange leben.
Und dazwischen immer wieder herumlaufende Kinder, die mich immer nur angelächelt haben.
Sofi konnte nicht zu den Kindern rein gehen, sie ist draußen geblieben.
Ich muss gestehen, dadurch, dass ich schon einmal dort war und weil ich mich darauf eingestellt hab, war es diesmal nicht so schlimm. Es war auch schön für mich zu sehen, mit welcher Hingabe die Schwester und Helferinen mit den Kindern umgehen, mit was für einer Liebe sich um die Kleinsten kümmern. Ich denke mir auch, ich bin jetzt 6 Monate hier in Indien, ich kenne die Einfachheit, mit der hier alles passiert, dass man einfach am Boden sitzt, mit Bananenblättern statt Tellern ißt und es aber deswegen kein bisschen schlechter ist. Darum finde ich den Ort jetzt vielleicht auch nicht mehr so schlimm, keine Frage, es ist alles ganz einfach, die Kinder haben nichts außer ihr Bett und ihr Essen, aber wenn ich bei Kollegen mit Kinder zu Besuch bin, gibt es auch kein Kinderzimmer mit einer tollen Spielecke, die Häuser haben meistens ein Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer, in dem man vielleicht ein paar Spielsachen findet und das wars. Ich glaube wir machen immer den Fehler, dass wir versuchen, von unserem Standard aus, die Dinge zu betrachten, der ist aber hier nirgens vorhanden und wenn man sich aus indischer Sicht das Kloster anschaut, dann ist es einfach ein Platz des Friedens. Die Kinder sind arm und schwer krank, keine Frage, aber sie haben ein Dach übern Kopf, was ja leider hier nicht so selbstverständlich ist.
Die Schwestern haben sie herzlichst für unsere Spenden bedankt, denn die Medikamente und Windeln usw. müssen sie alles selber bezahlen, einzig und allein der Arzt kommt gratis vom CMC um sich um die Kleinen zu kümmern.

Für mich ist hier in Indien das Leid, was man Tag täglich immer und überall sieht, wirkich fast unerträglich, aber das wird man hier leider überall finden. Auch wenn man hier in Vellore auf einen Bus wartet – neben einem in der Grünfläche zwei Männer liegen und schlafen, zwei verwahrloste Mütter mit ihren Kindern zu einem betteln kommen und man den Blick hebt und die Reklame für den Millionärsclub sieht.

Sonntag, 4. Mai 2008

ein kommen und gehen


Letzen Samstag hat die Abschiedsfeier von Sophie und die Burzeltagsparty von Simon statt gefunden. Wir waren ca. 35 Leute und von unserem Professor Richard, der ein inderhassender Inder ist, über die total schüchternen Mädls aus Sophies Studentenheim, bis zu den ausgeflipperten Jungs von Simon war alles vertreten. Damit die Mädls raus durften, denn am Wochenenden müssen sie ja um 17:00 Uhr wieder im Hostel sein, habe ich als Lehrer unteschrieben, Anita vom international Office hat auch noch unterschrieben und somit durften sie bis um 22:30 Uhr raus! Dadurch, dass die Lokal ja fast Alle um 23:00 Uhr sperren, waren wir um Mitternacht zu Hause und Shradha,wohnt bei mir im Hostel, ist somit viel zu spät gekommen. Ihr müsst euch vorstellen, vor meinem Hostel sitzen immer entweder zwei Mädls oder ein Mädl und ein Security, die das kommen und gehen kontrollieren, und weil es kommen musste, wollten sie Shradha nicht hinein lassen,und somit hat das Spielchen angefangen, Warden aufwecekn, entschuldigen, erklären und auch rechtfertigen, auch ich, dann einen Brief für den Chiefwarden schreiben und nach all dem, durfte Shradha das Hostel betreten…
Bei den Burschen rennt das Ganze noch ein bisschen strenger ab, die müssen ja unter Woche um 21:30 und am Wochenende um 23:30 Uhr zurückkommen. Wenn man zu den Burschen Hostel will, muss man ein großes Eisentor durchschreiten und wenn sie zu spät sind, da reichen schon 5 Minuten und sind sie ausgesperrt, müssen vor dem Tor schlafen – manchmal sind die Securities dann so gnädig und lassen sie nach 4 Stunden warten rein …

Als Sophie am Dienstag das Hostel verlassen hat, weil sie ja nach Deutschland heimgefahren ist, musste sie sich noch eine Permission zum verlassen des Hostel einholen … aber leider konnte ihr auch das nicht den Schmerz Indien verlassen zu müssen verringern, denn Indien kann man nur liebe oder hassen Ganz liebe Grüße nach Deutschland J

Mitlerweile sind auch Simon und Steffen abgereist, nach erfolgreichem beenden des Robots Programs und reisen in Indien herum, wir werden uns aber noch nächsten Samstag in Chennai und am 15. Mai in Delhi treffen.

… und da war es nur noch eins … eine kleine Foreignerin in VIT …

Montag, 21. April 2008

ein paar Schmankerln zum Schmunzeln


Part 1: PEPPERMINT TEA

Das Wochenenende waren wir in Bangalore, also Sophie, Simon und Steffen. Hier in Indien gibt es eine wirklich geniale Kaffeehaus Kette names MOCHA, man bekommt super gutes Essen, guten Tee und Kaffee und noch dazu Shisha’s, also alles, was man für gutes Frühstück braucht!
Na ja wir sind so gmiatlich bei einer Shisha gesessen und ich habe beim Kellner einen “mint-tea“ bestellt, habe es noch dreimal wiederholt, dass er es ja versteht, ist hier so eine landesübliche Art, immer gegeseitig alles x-male zu wiederholen, damit sie es auch ja verstehen – ob sie es sich dann auch merken, ist wieder eine andere Frage, so wie bei meinem Tee zum Beispiel. Nach einiger Zeit habe ich dann den Kellner wieder hergerufen und meine Bestellung wiederholt, einen “mint tea – peppermint tea“, er hat sich dann mit einem süßen Lächeln entschuldigt, und gemeint, dass er es vergessen hätte. Nach einiger Zeit hat er mir dann wirklich den Tee gebracht und ihn mir hingestellt und gemeint, dass noch kein “pepper“ drinnen ist, ob er mir einen bringen soll? Ich glaub, ich habe wie ein Autobus dreingeschaut – wieso “pepper“, was will er jetzt – ich hab dann nur ganz einfach “nein“ gemeint, dass es so ok ist und als er dann weg gegangen ist, haben wir alle - fast gleichzeit - zum lachen begonnen…

Part 2: STUDENTEN

Ich habe euch ja berichtet, dass ich in meinen Deutschklassen so 55 Studenten gehabt habe, bei der Anwesenheistsliste habe ich mich natürlich nicht zur Lachnummer gemacht und die Namen vorgelesen, sondern nur die Registrierungsnummern. Dadruch hab ich natürlich nie wirklich gewusst, ob alle “ja“ gesagt haben, die drinnen gesessen sind. Na ja und letzte Woche wurde ich dann gefragt, ob ich eigentlich mitbekommen habe, dass ich mehr Studenten, als auf der Liste, in meinen Klassen sitzen gehabt habe? Natürlich nicht, denn erstens habe ich viermal die Woche 55 Studenten gehabt, somit konnte ich mir ja nicht einmal alle Gesichter gscheit merken und ausserdem hat ja auch immer wer gefehlt. So haben sie mir jetzt erzählt, dass sich einige Studenten, die sich eigentlich für Französisch regisgtriert hatten, einfach zu mir in die Klasse gesetzt haben…

Part 3: ZUGFAHREN

Das erzähle ich euch nur, damit ihr wieder entspannter Zug und U Bahn fahren könnts, also sudern gibt’s nicht mehr!
In Indien sind, wie ihr ja Alle aus den div. Filmen wissts, die Züge total überfüllt, daher ohne Reservierung eher abzuraten.
Als ich diesen Sonntag zurück gefahren bin, habe ich wieder einmal das beste Beispiel erleben dürfen.
Ich habe mir im Internet mein Ticket mit Platzreservierung schon gebucht gehabt, bin in der ersten Station eingestiegen – der Zug also noch ganz leer. Aber dann, in der nächsten Station sind auf einmal die Massen gekommen und dann kann man froh sein, dass man nicht von seinem eigenen Platz verdrängt wird, nein, dass war ein Scherzerl, dass würden sie nie machen. Aber ihr müsst euch vorstellen, eine Sitzbank, die so wie bei uns, für drei bestimmt ist, auf der sitzen zumindest vier, wenn nicht fünf und da gibt es kein herumgesudere, das ist einfach so, du wirst von den anderen noch angeschnauzt, wenn du keinen Platz machst!!! Also sitzt man so - zusammengekuschlt - bei 30 Grad, zwar mit Ventilatoren – vier Stunden lang im Zug und geniesst die Landschaft. Nein ehrlich, probiert das mal in Österreich, sich einfach noch wo dazu setzen, weil ja noch Platz ist, ich weiß nicht ob ich die Blicke wirklich bekommen möchte – ja das ist einfach Indien!!! Aber der Scherz an der Geschichte ist eigentlich, dass man also zusammegekuschult dasitzt und dann ganz plötzlich Alle aufstehen – dreimal dürft ihr raten, warum – ja natürlich, es kommt der Schaffner, der kontrolliert, dass eh nur die Leute, die bezahlt und reserviert haben, sitzen – ehrlich ich schwöre, das ist ernst! Was dann, nachdem er weg ist, passiert, brauch ich euch glaub ich nicht erzählen …

Sonntag, 13. April 2008

Geschichten aus dem Alltag: Hampi




Letzter Montag war Tamil Nadu Neujahr, ein Feiertag – na ja das bedeutet natürlich raus aus VIT und diesmal bin ich gemeinsam mit Sophie nach HAMPI gefahren. Ich muss es gleich loswerden, es war genial!!! Bis jetzt eines meiner Lieblingsplätzchen, hier in Indien!
Die Anreise war zwar etwas länger, insgesamt so um die 14 Stunden Zugfahrt, aber inzwischen habe ich mich schon an die langen Reisen gewöhnt, vorallem wenn man in der Nacht reist, kann man schön schlafen und verliert keine Zeit.
Hampi ist ein kleines Dörflein, ca. 3000 Einwohner, das alleine ist schon eine Reise wert wäre, aber aus diesem Grund es nicht so bekannt, sondern Hampi war die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reiches, damals hat es Vijayanagars geheißen und die Blütezeit war so 14.-16. Jahrhundert.
Als ich in dem Dorf angekommen bin und die Umgebung bei einem gutem Frühstück, eine Granit-Felsenlandschaft, die aber wiederum von grünen Feldern durchsetzte ist, auf mich wirken hab lassen, habe ich mich gut vorstelln können, warum das mal eine Hauptstadt war und vorallem mir von jedem als ein “MUSS“ beschrieben wurde! Alles zusammen, dieses verträumte Dörfchen, mit dem gemütlichen indischen Leben auf der Strasse, und die Landschaft runderherum, kann einen eigentlich nur begeistern. Wir hatten noch dazu Glück, dass jetzt fast keine Ausländische Touristen unterwegs waren, sondern nur Indische, die aber auch sehr nervtötend sein könnnen, denn wenn man zum 345 Mal gefragt wird, wie man heißt, wo man her kommst, wie einem Indien gefällt, was man hier macht, um nur ein paar Fragen zu erwähnen, wünscht man sich dann doch lieber, die ausgeflipppte ausländische Touristen, die zwar überhaupt nicht nach Hampi passen, einem aber in Ruhe lassen.
Wir haben in einem netten Guesthouse, Gopi Guesthouse, für 400 Rps (6 €) gewohnt, hatte auch ein nettes Dachgartenrestaurant mit wirklich guten Nutellapalatschinken J.
In dem Dorf gibt es einen alten Shiva Tempel, zu dem auch viele Sadhus (=Yogis) und Pilger kommen, mit einer urlieben Elefanten Dame, Lakshmi genannt und Hampi kann auch viele Affen vorweisen, die einen aber Gott sei Dank in Ruhe lassen.
Die wirklichen Sehenswürdigkeiten befinden sicher aber rund um Hampi. Mitten in dieser schönen Felsenlandschaft verstecken sich die alten Tempeln. Es war zwar etwas heiß, den ganzen Tag zwischen den Felsen und alten Steinerhaufen, die mal Tempel oder Paläste waren, herum zu rennen, aber es hat sich voll ausgezahlt. Die Hitze ist jetzt einfach überall, da muss ich durch, aber ich merke schon, wie sich mein Körper daran gewöhnt, ein bisschen zumindest.
Durch Hampi fliesst ein Fluß, der die Felsenlandschaft durchschneidet, was noch einmal ein tolles Bild gibt. Ein Fluß, links und rechts gehen die Felsen hinauf und dazwischen alte Tempel, wirklich beeindruckend.
Dadurch, dass das Gelände so riesig ist, haben wir uns am Sonntag den ganzen Tag eine Rikscha genommmen, damit wir überall hinkommen, nur damit ihr euch ein Bild machen könnts, wie groß das Areal war.
Dadurch, dass Hampi sowas gmiatliches Ausstrahlt gibt es auch die dazu passenden Lokale, so richtig zum herum knotzen, mit Liegefläche und guter Musik und wirklich guten Juices, zum Beispiel Wassermelone mit Minze, genial kann ich nur sagen. Alkohol gibt es in Hampi keinen, denn es ist ein heiliger Ort und ist daher verboten, mitlerweile hab ich mich schon daran gewöhnt, auf mein Biertschi verzichten zu müssen.
Hampi war auch der erst Ort, in dem ich bzw. wir es erstmals es geschafft haben uns einen Sonnenaufgang anzuschauen, hat sich aber voll ausgezahlt, bei dieser Umgebung. Danach schnell eine Stunde schlafen und dann habe ich mir das Waschritual von der Tempel-Elefantendame Lakshmi angeschaut, denn Lakshmi wird jeden Tag zwischen 8:00 und 9:00 Uhr im Fluss gebadet, ist wirklich ein muss, denn es ist einfach ein Erlebnis zu sehen, wie sie es geniesst im Wasser zu liegen und abgschrubbt zu werden.
Als ich die Stiegen zum Fluss hinuter gegangen bin, den Elefanten im Wasser liegen und daneben, nicht einmal zwei Meter entfernt, die Inder ihr morgenliches Bad einnehmen, ihre Wäsche waschen, in allen tausend verschiedenen Farben, gesehen habe, habe ich wirklich lachen müssen und mir gedacht, dass ist einfach Indien. Ich glaube eine bessere Definition als diese Szenerie gibt es nicht! Ich weiß nicht, aber ich bin sicher eine Stunde dort gesessen und habe nur beobachet, ausnahmsweise wurde ich auch einmal nicht von den Indern mit Frage genervt, ich konnte es wirkich geniessen.
Ein kleiner Junge hat mir am Fluß erzählt, wir müssen uns unbedingt den Wasserfall anschauen, der soll urschön sein. Nach dem man dann doch nach einiger Zeit genug von “nur“ Tempeln bekommt, sind wir dort hingefahren und haben eine unglaubliche Landschaft sehen dürfen. Eine ausgewaschen Granitlandschaft, die mich sehr an die Gletscherfotos von meinem Bruder und meinen Vater aus Pakistan erinnert hat. Wir wurden von so einem älteren Inder herumgeführt, der uns die schönsten Plätzchen gezeigt hat, es hat sich wirklich ausgezahlt, bin mir wie einer unwirklichen Filmlandschaft vorgekommen. Dieser Ausflug war für mich wie das “i“ Tüpfelchen!
Hampi war wirklich der Hammer!!!

Donnerstag, 3. April 2008

Geschichten aus dem Alltag: Arbeitskräfte




Eine Arbeitskraft kostet hier nichts und darum wird auch für alles der Mensch und keine Maschinen verwendet.

In den letzten Tagen konnte ich beobachten wie die wirklich schönen Grünflächen hier im Campus bearbeitet werden:
Es wurden einige Rasenflächene erneuert, dafür haben sie 20 Inderinnen genommen und sie zu der erneuernden Rasenfläche gebracht und die haben dann im hockerl den alten Bestandsrasen heraus gerissen, der Rasenbusch wurde dann noch mit den Fingern zerkleinert und danach auf die Seite gelegt. Für das vertukutieren haben sie natürlich auch nur ihre Hände verwendet, es wurde nur etwas neue Erde dazugemischt, diese wurde in einer flachen Holzschale weitergereicht, was eigentlich auch das einzige Hilfsmittel war. Am nächsten Tag haben dann die gleichen Frauen, die am Vortag herausgerissen Grabüscherln, wieder eingesetzt, natürlich alles im hockerln und ohne Schaufel. Ich hätte nach einer halben Stunde so einen Krampf, aber na ja für die ist diese Position normal.
Wennn dann die Rasenfläche schön gewachsen ist und das erste Mal Rasenmähen ansteht, nicht das ihr glaubts, dass diese abgemäht wird, nein, sie wird fein säuberlich abgerissen und danach mit dem Besen zusammen gekehrt. Aber wenn man das Ganze aus indischer Sicht betrachtet, kommt man drauf, dass auf Grund der fehlenden Wergzeuge und Maschinen wieder etliche Leute Arbeit haben und die Familien was zu Essen bekommen.

Ich muss euch jetzt was verraten, es gibt etwas, was mir wirklich total abgeht, wo ich mir wirklich schon überlegt habe - aber es dann wieder bleiben hab lassen – die Waschmaschine!!! Die habe hier keine Waschmaschinen!!!
Hier gibt es nur die Vollwaschautomaten der Marke Mensch.
Ich glaube in ganz Indien gibt es keine Waschmaschinen. Die Wäsche wird hier überall gewaschen wo es Wasser gibt, egal ob am Fluß oder in den Backwaters, überall waschen die Frauen ihre Wäsche mit der Hand.
So wie jetzt auch ich, ich gebs zu, ich hasse es, es kostet urviel Zeit und ist einfach nur …
Hier hier im Hostel haben wir in jedem Nassbereich zuerst die Handwaschbecken, dann folgt der Waschküchenbereich und dann die Duschen und Wc’s. Die Waschküche ist mit einem E-Speicher, 10 Wasserhähnen und drei Schrubbplätzen ausgestattet, also alles was man braucht.
Nach dem Wäsche waschen, bin ich bin auf Grund der ganzen plantscherei, auch gebadet, wie ihr euch jetzt sicher bildlich vorstellen könnts! Kathi beim Wäsche waschen! Eines muss ich aber zugeben, es wirklich harte Arbeit, für die man auch ausreichend Zeit einplanen muss, vom einwecken, über schlagen bis bürsten uns auswaschen, jetzt weiß ich auch woher der Begriff “Waschtag“ kommt.
Aber Gott sei Dank gibt es die Putzdamen, die gegen ein bisschen Geld die Wäsche waschen! Außerhalb des Campus gibt es auch so eine Art Wäscherei, reinigt aber auf chemischer Basis, dass ist nicht meins, aber trotzdem ich kann meine Wäsche abgeben J Darum kann ich, Gott sei Dank, meine kostbare Zeit mit schreiben der “indischen Alltagsgeschichten“ verbringen und nicht mit Wäsche schrubben.
Ich glaube ich brauch nicht zu bemerken, dass die Wäsche nie so sauber wird und ausserdem viel mehr beansprucht wird, nach dem Jahr kann ich Alles schmeissen, länger haltet das sicher nicht durch.
In den Städten gibt es überall die Wäschereien, zu denen die Hotels, Krankenhäuser und die gut betuchten Familien ihre Wäsche bringen und diese dann dort gewaschen, getrocknet und gebügelt wird, lustigerweise hier in Indien nur von Männern.
Ah ja bügeln, das ist hier das genialste, in allen Städten, gibt es auf den Strassen und auch bei mir im Hostel, natürlich im Garten, ich sag ja nur Männerverbot, die “Iron men“. Sie stehen mit ihren Bügelbrett und ihrem Bügeleisen, das noch mit Kohle erhitzt wird und bügeln die Wäsche. Hier im Hostel kostet ein Stück 3 Rps, das ist nicht einmal ein Schilling, ich glaube ich werde mir den Iron man mitnehmen ……. ich könnte mir dann ja auch überlegen, ihn zu verborgen … J
I miss my washing machine !!!