Mittwoch, 26. März 2008

Geschichten aus dem Alltag: Holi Day


http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=5405812
Letztes Wochenende sind war nach Hyderabad gefahren, wir sind am Donnerstag, am Frühen Abende los, denn der Freitag war hier ein Feiertag, dafür aber der Ostermontag nicht. Genau als wir VIT verlassen wollten hat es fürchterlichst zum schütten angefangen und wenn es hier schüttet dann kommt wirklich alles runter was nur geht. Wir sind dann im strömenden Regen mit der Rikscha, die natürlich links und rechts offen ist am Bahnhof waschelnaß angekommen und unser Zug war weg – er ist püntklich abgefahren, was normalerweise ein Fremdwort ist, denn hier gibt’s eine andere Zeitrechnung, aber na ja so mussten wir am Bahnhof 4 Stunden warten, denn die einzige andere Alternative wäre der Bus gewesen, aber 13 Stunden in einem Bus sitzen, ist echt die Horrorvorstellung für mich. Als wir dann endlich am nächsten Tag zu Mittag in Hyderabad angekommen sind, konnten wir den Studtenkollegen von Simon und Steffen nicht erreichen, der eigentlich versprochen hatte alles in Hyderabad zu organisieren und haben uns dann selber ein Hotel gesucht. War echt super, 400 Rps (7 €)per Nacht und Zimmer, war sauber und hat sogar warmes Wasser und TV gehabt.
Leider Gottes hat sich der Regen fortgesetzt und bei der Fahrt zum Hotel sind wir zwar mit einem geilen Kübelwagen gefahren, der komplett offen war, aber bei dem plötzlichen Regen war er dann doch nicht mehr so cool sondern eher wet, denn wir sind wiedereinmal ziemlich durchnässt worden.
Nach unserem Abendessen, sind wir bei der Suche nach einem netten Pub, darüber aufgeklärt worden, dass auf Grund des Holi Feiertages am Samstag alles zu hat, denn die Inder “getting crazy with to much alcohol“ wurde uns von Indern erklärt. Die Inder verwenden den Alcohol wirkich nur als Mittel zum Zweck, um besoffn zu werden, das Wort geniessen kennen sie in diesem Zusammenhang nicht, darum sind die Sicherheitsmassnahmen erforderlich. Aber wie überall, gibt es auch hier Schlupflöcher und so haben wir dann doch, zumindest ein Bier fürs Hotel, auftreiben können.Und dann war es soweit – es war der HOLI DAY.
Wir sind schon bei der Fahr zum Frühstück, vielen “farbigen“ Indern begegnet und bei der Besichtigung der berühmten Buddhastatue, die im See, der sich in der Mitte der Stadt befindet, sind wir von einer indischen Familie mit Farbpulver beschmiert worden. Sie haben uns einfach das Farbpulver ins Gsicht geschmiert. Wir waren daraufhin den ganzen Tag die Sensation, die Weißen die beim Holi Brauch mitmachen. Wir haben wirkich überall die komplett eingefärbeten Leute gesehen, konnten auch eine kleine Farbschlacht, mit dem im Wsser aufgelösten Farben beobachten. Aber leider Gottes wird dieses Fest mehr im Norden gefeiert, dort tanzen die Leute auf den Strassen, beschmeissen sich Kübelweise mit Farbwasser und schmeissen die Farbpulver in die Menge. Wir haben somit nur einen kleinen Teil des Brauches miterleben können, war aber trotzdem lustig überall die eingefärbten gut gelauntetn Menschen zu treffen, die ständig “Happy Holi“ gerufen haben, war eine ziemlich ausgelassene Stimmung.
Für nächstes Jahr werde ich diverse Farbpulver mitnehem und ein großes Holi-Fest organisieren, aber dann ordentlich, mit beschmeissen usw., also alte Kleidung aufheben!!!
Der große Nachteil vom Holi Day ist nur, dass alles geschlosen hat, wir konnten nicht wirkich was besichtigen und sind darum zu den Filmstudios gefahren, war das Einzige was offen war. Die Besichtigung war aber eher wie ein Besuch eines Rummelplatzes, es war aber lustig und wir hatten viel Spaß, bis es dann wieder einmal zum schütten angefangen hat.
Am Abend wieder das gleiche Spiel, alle Pubs geschlossen, denn heute is ja Holi.
Der Regen hat leider nicht aufgehört, denn wenn es hier regnet, dann regnet es, ohne Pause. Also am Ostersonntag den gazen Tag nur Regen.
Am Ostersonntag sind wir zum Frühstück in ein nettes Lokal gegangen und ich habe dort versucht für uns, vier hartgekochte Eier, zum Eierpecken, zu organisieren. Als erstes wurde mir erklärt, dass geht nicht, denn es steht nicht auf der Karte und zweitens es ist auch kein Manager hier, der das entscheiden kann. Ich habe ich ihnen dann erklärt, dass wir Ostern haben und es bei uns so Tradition ist und wie man Eier kocht, dass hat dann funktioniert, wir konnten sie bestellen. Die Ironie der Geschichte ist aber, dass sie uns die Eier schon geschält gebracht haben, also nix mit pecken!!! Immer dann wenn man es nicht braucht, arbeiten sie mehr als man von ihnen verlangt, jaja so sind die Inder.
Den Rest vom total verregnetem Ostersonntag haben wir im Salar Jung Museum verbracht, dass aber wirklich gut war, ziemlich umfangreich.
Normalerweise ist bei jeden Hyderabadbesuch der Laad Bazar ein muss, denn dort bekommt Bangels (Armreifen) in allen Farben und Veriationen und er ist auch berühmt für die Perlen. Wir sind genau für eine viertel Stunde hin gefahren, denn im Regen, wenn überall das Wasser steht, weil es nicht mehr abrinnen kann, ist ein Bazarbesuch nicht unbedingt das lustigste, aber ich habe es trotzdem geschafft, mir schöne Bangels zu kaufenJ.
Die Nacht haben wir wieder im Zug verbracht und sind am Montag in der Früh wieder in VIT angekommen.

Montag, 25. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: Kerala


Wie ihr ja alle mitbekommen habts, haben mich meine Eltern hier auf der UNI besucht, das lustigste und skurrilste mal gleich vorweg, Papa hat nicht ins Hostel hinein dürfen!!! Es herrscht hier wirklich ein absolutes Männerverbot!!! Ich habe an das gar nicht gedacht, bin halt mit meinen Eltern durch den Campus und dann zu meinem Hostel marschiert und auch einfach hinein gegangen, wo uns dann mal gleich der Security zurück gepfiffen und uns zu meiner “Warden“ geschickt hat, die uns dann erklärt hat, es ist für Männer verboten, das Hostel zu besuchen, so ruhig und verdutz drein schauen, habe ich meinen Papa noch nie gesehen!
Die Eltern haben hier in VIT einen Tag und eine Nacht verbracht und am nächsten Tag sind wir mit dem Nachtzug nach Kerala, nach Varkala, eigentlich sollte ich den Namen gar nicht nennen, damit keiner von diesem wunderschönen, noch ruhigen Plätzchen erfährt, gefahren. Wir haben die Zugfahrt genossen, war ja das erste Mal für die Eltern, ausser, dass wir uns vorgekommen sind wie einer Tiefkühltruhe, denn wir sind in der 2’ten Klasse A/C gefahren und in der Nacht haben sie die Klimaanlage auf, ich weiß nicht wie viel Grad, runter gedreht, war echt der Hammer. Also tiefgefroren und damit wirklich frisch sind wir dann in Varkala angekommen. Wir haben in einem schönen Hotel, für mich seit langem wieder einmal ein “normales“ Hotel gewohnt, muss aber zugeben, ich habs genossen.
Kerala ist der einzige Bundesstaat mit keinen Analphabeten und auf Grund der vielen Flüsse, ist alles grün und auch bewirtschaftet, alleine diese beiden Aspekte machen Kerala zu was ganz besonderem. Man merkt es irgendwie sofort, es herrscht so eine angenehme Stimmung, man sieht fast keine Bettler, und alles ist einfach wunderschön grün und blühend. Varkala ist noch so ein kleiner Geheimtipp, also nicht weitersagen und die meisten Leute kommen hier her, um Yoga oder Ayuverdische Behandlungen zu machen, das wiederum hat den Vorteil, dass die Touristen alle sehr angenehm sind und eine, zumindest habe ich es so empfunden, ruhige, total entspannte Atmosphäre herrscht. Die Ortschaft ist auf Klippen gebaut, darum muss man zwar zum Meer runter gehen, aber dafür hat man am Abend, wenn man in eines der vielen, wirklich total netten, Lokale Essen geht, einen genialen Ausblick.
Wir sind dann nach einem halben Tag ausspannen am Meer, mit genialen Wellen, am nächsten Tag weiter, um die Backwaters zu sehen. Die Backwaters sind ein verzweigtes Netz aus Lagunen, Seen und Schwemmland, teilweise künstlich angelegt und ist für die Einheimischen eine wichtige Verkehrsader. Wenn man mit einem Boot so ganz langsam durchfährt, kommt man sich vor, wie in einem Märchen, die Palmen links und rechts, die ganzen Kanäle sind komplett verwachsenen, dazwischen tauchen immer wieder kleine Häuschen, in den kreativsten Farben von pink über orange, auf, man kann die Leute bei ihrem alltäglichen Leben beobachten, beim Wäsche waschen usw. ... ich glaube ich brauch nicht mehr sagen, oder, ihr könnts euch vorstellen, dass meine Eltern und ich diesen ganzen Tag auf den Backwaters wirklich genossen haben. Wir sind jetzt nur mit einem großen Boot durchgefahren, aber man kann sich auch urschöne Hausboote ausborgen und für zwei – drei Tage dieses Märchen genießen, dafür hat leider unsere bzw meine Zeit nicht gereicht.
Den Abend und die Nacht haben wir in Kochi, einer alten Portugiesischen Küstenstadt verbracht. Das Städtchen gilt als eines der Schönsten im Süden und ich kann diesem Ruf nur zustimmen, ist wirklich urnett, ein schöner Hafen, der vor allem für seien Fischernetz bekannt ist (obwohl wir diese, hier so berühmten Netze auch auf der alten Donau haben), ein total nettes Judenviertel, viele enge verwinkelten Gassen, der ersten europäischen Kirche in Indien, war ja ein muss, für alle die meinen Vater kennen (kein Urlaub ohne Kirchenbesichtigungen J) und das wirklich angenehmste, keine Bettler, war auch für mich das erste Mal, hier in Indien. Meine Eltern waren überrascht über dieses neue Indien, denn nach dem Norden, ist es wie tausend und eins, so ein Städtchen zu sehen, gemütlich durch die Gassen spazieren zu können, mit netten Lokalen und Geschäften, aber jetzt wissen sie wenigstens auch, was ich meine, wenn ich sage, Indien und die tausend verschiedenen Gesichter, denn man kann nicht sagen, dass ist typisch und das nicht – alles zusammen macht Indien zu dem was es ist. Den letzten halben Tag haben wir dann wieder in V..., sonst sage ich den Namen zu oft und ihr merkts ihn euch vielleicht noch, verbracht und dann habe ich wieder zurück müssen, zu meinen Studenten, die Eltern haben noch fünf Tag Kerala mit Ayuverda Behandlung genossen.

Montag, 11. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: Heiraten - Verheiraten

Mir wurde berichtet, hier in Indien werden ca. 80 % der Hochzeiten arrangiert. Das bedeutet, dass sich die Eltern, wenn ihre Kinder im richtigen Alter sind, nach einem passenden Partner umschauen, muss ja aus der gleichen Kaste kommen und auch sonst entsprechen. Danach wird den Kindern als erstes ein Foto gezeigt, wenn das ok ist, wird ein Treffen vereinbart, natürlich im beisein der ganzen Familie, wo sich die Beiden kennen lernen dürfen, könnts euch ja vorstellen, wie gut das funktioniert, wenn dreißig neugierige Ohren runderherum sitzen. Und nach diesem Treffen heißts „So meine Liebe ..., so meiner Lieber, jetzt musst du dich entscheiden“. Sie müssen also wirlich nach diesem einem Treffen ihr Zukunft entscheiden, will ich ihn oder sie heiraten ja oder nein.Auf die Frage, ob die Eltern ein nein akzeptieren, bekam ich immer ein ja als Antwort, somit haben sie zumindest wirklich die Wahl zu entscheiden. Kurze Zeit darauf, ein paar Wochen später, wird die Verlobung bekannt gegeben und danach gleich der Hochzeitstermin. In der Zeit können sie sich aber sehr wohl treffen, telefonieren oder SMS (ist hier so billig, dass fast jeder nur mit SMS kommuniziert, sie chatten teilweise stundenlang mit dem Handy, so nebenbei, Handy versteht hier keiner, ich muss jetzt mobile sagen, oarg oder, da verwenden wir mal ein englisches Wort und dann – versteht uns keiner). Ihr könnt mir glauben, dass rennt hier wirklich so ab, auch wenn es für uns unglaublich klingt, für die Inder ist er vollkommen normal, man versteht auch nicht, wie ich nur noch nicht verheiratet sein kann, wenn meine Schwester schon ein Kind hat, denn hier wird das älteste Kind als erstes verheiratet. Sofi, Kollegin, die mit mir im Büro sitzt, ist im Jänner so verheiratet worden, sieht es aber als ganz normal, wobei ich ihren Mann auch bereits kennen gelernt habe und festgestellt habe, die Beiden sind wirklich für einander bestimmt, sie hat also wirklich Glück gehabt. Ein anderer Kollege von mir, hat am Samstag geheiratet und hat seine Frau im Dezember kennen gelernt ... Kathi, wir heiraten zuerst und lernen uns dann kennen und lieben und bleiben aber auch dann ein Leben lang zusammen, war die Antwort von Geetha einer Freundin und Kollegin von mir, ihr könnt selber wählen, lernt euch kennen, dann lieben, heiratet und lasst euch aber dann auch wieder scheiden, obwohl ihr euch den Partner selber ausgewählt habts. Die Hochzeit von Bala, so heißt der Bräutigam, war auch eine arrangierte, obwohl er acht Jahre in Deutschland gelebt hat, ist er jetzt zum heiraten zurück gekommen und geht aber wieder mit ihre gemeinsam nach Deutschland zurück. Man muss diese Tatsache nicht erfragen, denn man kann es ganz einfach am Umgang des Brautpaares miteinander erkennen. Professor Bala habe ich hier kennen gelernt, denn er ist der Verbindungsmann zwischen der Uni Vit und Hannover und hat hier in VIT seine Zeit vor der Hochzeit verbracht und uns so kennen gelernt und auch gleich eingeladen. Zu einer Hochzeit werden so ca. 500 Leute eingeladen und es auch kein Problem, wenn man einfach ein paar Freunde mitbringt.Die Zeremonie selber, also die Heirat selber, hat in der Früh um 8:30 angefangen und ca. 2 Stunden gedauert. Bei dieser Zeremonie ist der Hauptakt die Überreichung der “Thali“ vom Bräutigam and die Braut, ist eine goldene Kette mit einem speziellen Anhänger und das Zeichen, dass eine Frau verheiratet ist, die Kette wird normalerweise nicht mehr runter genommen. Daneben werden dauernd irgendwelche Gebete in Hindi gesprochen, klassische Musik gespielt, hunderte Leute betreten den Raum und verlassen ihn auch wieder, jeder plaudert und ab und zu schaut man mal auf die Bühne, was gerade passiert, das war so ungefähre Stimmung während der Zeremonie im Hauptraum. Ah ja ganz wichtig, die Hochzeiten finden in Indien, in einer “Wedding hall“ statt, kostet ziemlich viel Geld diese anzumieten und sind nur fürs heiraten erbaute Gebäude.Gleich nach der Überreichung der Thaali rennen ungefähr 50 Menschen gleichzeitig auf die Bühne um dem Brautpaar zu gratulieren und ein Foto zu machen, dass ist ganz wichtig, jedes Brautpaar bekommt ca. 3 Fotoalben über die Hochzeit, von professionellen Fotografen, mit allen Leuten und den ärgsten – kitschigen Hintergründen – das einzige was fehlt, ist eine Schneelandschaft J. Nach der Geschenküberreichung und Gratulation gibt es Mittagessen, ein einfaches “Meal“, auf einem Bananeblatt werden die verschiedenste Gerichte serviert. Dann gibt es eine Pause, bei uns bis 18:00 Uhr, ist aber normal, gibt es bei jeder Hochzeit.Wichtig ist auch, dass man dann beim zweiten Teil der Hochzeit, ein anderes Gewand anziehen sollte, uns hat das natürlich keiner gesagt, weil es ja logisch ist und darum habe ich dann mit meiner Jean gehen müssen. Der zweite Teil ist eigentlich nur noch einmal eine Gratulation, es kommen teilweise wieder andere Leute und es gibt ein Abendessen. Es wurden natürlich wieder hunderte Fotos gemacht und es hat nebenbei live gespielte klassische Musik gespielt, aber es gibt keinen Tanz. Die Gratulation findet auch in einem anderen Raum als das Dinner statt, dass übrigens ein Stehbüfette war, ich bin nur froh, dass ich jetzt wirklich schon einwandfrei mit den Fingern essen kann, komisch, wenn man an unsere Tafeln und feiern denkt, die Organisation der Sitzordnung, des Tischschmuckes, all das ersparen sich die Inder, sehr gscheit. J Die Braut und der Bräutigam waren für diesen Teil auch anders gekleidet, bei diesem Abschnitt tragt die Braut ihren eigen ausgewählten Sari, denn beim ersten Teil, muss sie den ihrer Schwiegermutter tragen.Wir sind dann gleich nach dem Dinner wieder mit dem Bus zurück nach Vellore gefahren, haben aber vorher noch unser Gastgeschenk, eine Kokosnuss in einer bedruckten Stofftasche bekommen. War ein tolles Erlebnis, all diese Leute und die Farben zu sehen, auch die Stimmung beim Festakt zu spüren, aber irgendwie war es nicht so festlich wie bei uns oder auch in Bali beim Robert, für mich hat einfach was gefehlt, das gmiatliche :-)

Freitag, 8. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: MUMBAI


Mumbai eine Stadt mit 16 Mill. Einwohnern, die Zweitgrößte in Indien. Ich gebs zu, ich bin mit gemischten Gefühlen hingeflogen, ich habe mich wirklich auf das Schlimmste gefasst gemacht, Menschenmassen, Dreck, Gestank, extremste Armut,...
Muss aber gleich einmal vorweg zugeben, ich war sehr positiv überrascht, ok ich bin nicht in den Slums gewesen, aber ich muss mir ja nicht nach der kurzen Zeit, Indien vermiesen, denn ich glaube ich ertrage viel, aber das wäre eine Nummer zu hart für mich. Es ist schon schlimm genug, die Menschen bzw. die Familien am Gehsteigen schlafen zu sehen und ständig ausweichen zu müssen, mir krampfts jedesmal den Magen zusammen, aber leider, das wird man in ganz Indien sehen.
Übrigens falls es euch interessiert, Mumbai heißt jetzt nicht mehr Bombay, weil die Inder ihren Städten die ursprünglichen Namen wieder zurück geben, sprich die sie vor den Engländern hatten, wie auch Chennai, ehemalige Madras usw..

Die Anreise war diesmal um einiges angenehmer, denn wir, Anne und ich, sind über Chennai geflogen, und nach Chennai braucht man nur drei Stunden Busfahrt, somit sind wir um 4:00 in der Früh von Vellore los und waren um 12:00 in Mumbai, Flugzeug hatte Verspätung, ist normal, hier ist eigentlich nichts pünktklich.
Wir haben in einem netten kleinem, sauberen Hotel neben dem Victoria Bahnhof gewohnt, 800 Rps (14 EUR)fürs Zimmer, im üblichen indischen lowcost Standard, zwar mit Badezimmer, aber ohne europäischer Dusche, ohne Warmwasser, das Hand- und das Leintuch ist selber mitzubringen.(Lein- und Handtuch ist Grundausstattung, wenn man in Indien billig reisen möchte).
Wenn man sich in der Früh duschen will, fragt man einfach nach heißem Wasser, man bekommt einen Kübel voll, mischt sich dann das Wasser auf die gewünschte Temperatur und duscht sich dann mit einem kleineren Behälter ab. Klingt jetzt vielleicht etwas oarg, aber man kann sich ehrlich damit genauso gut waschen und verbraucht sicher nur ein Drittel Wasser, wie beim normalen duschen.
Der erste Eindruck als wir vom Flughafen ca. eine Stunde in die Stadt gefahren sind, war gemischt, denn auf der einen Seite, die riesigen Hochhäuser und auf der anderen Seite die Gehsteige voll mit den Behausungen von Familien. Ich habe auch gleich am Anfang beobachten können bzw. müssen, wie eine Leiche, von einem auf der Strasse lebenden Menschen, mit einem Leintuch zugedeckt, gerade davon getragen wurde. Es war ganz ein eigener Anblick, mit einem komischen Gefühl im Bauch ...
In Mumbai sind keine Rikschas erlaubt, darum bin ich wieder einmal seit langem mit einem Auto gefahren, ist natürlich auch nicht so billig wie die Rikschas.
Wir haben natürlich uns gleich die typischen Sehenswürdigkeiten, wie das Gateway of India und das genau gegenüberliegenden berühmte Taj Mahal Hotel. Nur so eine kleiner Erklärung nebenbei, das Hotel ist eines der teuersten in ganz Indien und wurde von einem indischen Geschäftsmann erbaut, als ihm der Zutritt in ein Luxusklasse, mit der Erklärung, er ist kein “foreigner“, verweigert wurde.
Die Gegend um das Gateway nennt sich Colaba und ist so das typische Touristenviertel, aber sehr nett, mit einigen wirklich netten Lokalen, so Art Pubs, mit guter englischen Musik und natürlich, dreimal dürfts ihr Raten, ja genau richtig, einem gutem Bier!!! Ich bin aber gleich am ersten Tag eingefahren, denn als ich mir ein Bier bestellen wollte, wurde mir erklärt, nein heute nicht, denn am 30. Jänner ist der “dry day“. Ok, was ist bitte der “Dry day“, war mal mein erster Gedanke, aber dann hat man uns aufgeklärt, am 30. Jänner wurde Mahatma Gandhi erschossen und darum wird er als der „dry day“ bezeichnet. Unser dinner haben wir in einem wirklich genialen Lokal gegessen, muss man einfach besuchen, wenn man in Mumbai ist, es nennt sich und ist nur am Abend offen. Ab 19:00 werden die Griller angeheizt und die Tische aufgestellt. Das Restaurant besteht eigentlich nur aus einer Hütte, so wie bei uns ein Würstelstand, in der alles gegrillt wird, daneben werden die Rotis, so ähnlich wie Chiapati, heraus gebacken und damit hat es sich auch schon wieder. Die Tische werden einfach auf dem Gehsteig aufgestellt und es gibt ein leeres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in dem man auch sitzen kann, wirklich ganz urig und Anne und ich waren die einzigen Weißen. Es ist aber in ganz Mumbai bekannt und wenn irgendwer Wichtiger kommt, fahren sie mit dem Auto vor, steigen aber nicht aus und Essen im Auto! Man ist dort wirklich geniales “chicken tikka“ und ganz ein flaumiges “paneer tikka“.
Natürlich haben wir uns auch die kleine Insel namens “Elephanta Island“ angeschaut, ist bekannt für ihre Höhlentempel, sind wirklich schön und noch recht gut erhalten, verwunderlicher Weise. Bei der Rückfahrt mit dem Boot hatten wir relativ starken Wellengang, sodass wir alle schön durchgeschüttelt wurden, denn wir sind mit der billigen Variante, in der normalerweise nur Einheimische fahren, unterwegs gewesen und somit war es nur ein sehr kleines Schiff, in dem man wirklich jede Welle schön spürt, war aber lustig!
Am Abend war ich dann echt überrascht, denn wir sind zum Meer gegangen und dort habe ich eine richtige Skyline zu Sehen bekommen. Die Küste ist U-förmig und auf der gegenüberliegenden Seite war das teure Viertel mit allen möglichen Bürokomplexen zu sehen. War echt ein schöner Ausblick, vor allem habe ich mir Mumbai wirklich nicht so modern vorgestellt.
Ja und dann kam der Tag, der ganz besondere Tag in Mumbai, denn wir sind zu einer Filmproduktion gefahren. Wir sind zwar erst am Abend abgeholt worden, so dass wir unter Tags uns noch die schönen Märkte, vor allem der Silkmarket ist echt der Hammer, könnte man sich zum Idioten kaufen, so tolle Farben und Stoffe, angeschaut haben. Die Preise sind zwar schon etwas teurer, es war aber einfach toll all diese Materialien zu sehen und ich liebe ja das Treiben bzw. einfach die Stimmung die auf jedem Markt herrscht.
Ja und dann ging es los. Ich habe schon von Vellore aus einen Typen ausfindig gemacht, der Weiße nach Bollywood bringt, so eine Art Castingargentur und über ihn haben wir diese Möglichkeit bekommen: ein Film shooting, inklusive An- und Abreise, Essen, Trinken und 500 Rps zu besuchen. Wir haben uns um 17:00 Uhr getroffen und sind dann mit dem Zug gefahren, wobei wir das einzigartige Spektakel des Zugfahren in Mumbai, erleben durften, wirklich ein Erlebnis. Man muss sich vorstellen, es gibt dort eigene Abteile bzw. pro Zug Eines, nur für Frauen, wenn ein Zug einfährt stürmen sie, wie wenn sie um ihr Leben rennen müssten, in den Zug, sodass teilweise ein Aussteigen unmöglich ist, echt oarg das zu beobachten bzw auch mitmachen zu müssen. Nur zum Verständnis, es gibt nicht die Möglichkeit zusammen in einem Abteil zu sitzen bzw. stehen, vor allem nicht während der Stosszeit, denn es ist echt hart, überhaupt einsteigen zu können.(die HTL Busaktion am Samstag war dagegen wirklich nichts!!!) Also, nach Quetschkur sind wir dann am Drehort angekommen, es war ein kleiner Bungalow, vor dem, im Freien, eine Partyszene, für eine sehr bekannte Serie aufgenommen wurde, also nix mit Bollywood. Aber egal, denn es ging ja nur um den Spaß und sehen werden uns so wahrscheinlich sogar mehr Inder, denn die Serie ist so berühmt wie bei uns Reich und Schön oder so. Die Aufnahmen waren im Freien, was echt der Hammer war, denn es hat bis 6:00 in der Früh gedauert und in Mumbai war es wirklich kalt, wir haben ziemlich gefroren. Ich weiß jetzt eins, der Film ist nicht meins, ich bleibe beim Theater, denn da muss man wirklich was spielen und nicht alles 100 mal wiederholen, bis es endlich passt. Was total lustig zu beobachten war, waren die Schauspielerinnen, denn die haben wirklich alle zwei Minuten “Make up“ gerufen, dann sind so kleine Inder daher gewatschelt und sie haben ihr Puder oder was weiß ich, ausgebessert, vollkommen unnötig bei 2cm Make up, aber bitte. Leider war natürlich auch nicht einer der berühmten “Khan’s“ dabei, somit wieder nix! Ich bin wirklich ziemlich enttäuscht, dass ich nicht nach Bollywood gekommen bin, denn da soll sich gerade JOHNNY DEPP für Dreharbeiten zu einem der neuesten Bollywood Filme befinden - stellts euch bitte vor, Kathi K und Johnny im gleichen Film ... ok ok Träumen wird man noch dürfen J !!!
War eine wirklich witzige Erfahrung, mit urlustigen Leuten, gehört irgendwie zu dieser Stadt dazu!Mumbai ist eine wirklich nette Stadt mit freundlichen Indern, die sogar ein “nein“ akzeptieren und man auch bedenkenlos am Abend auf der Strasse gehen kann, man trifft sogar auf Inderinnen, die am Abend fortgehen, ein sozusagen “normales“ Leben führen können.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Geschichten aus dem Alltag: GOA


Ich sage es euch schon mal gleich vorweg es war genial J
In Indien ist bei solchen Trips meistens die An- und Abreise etwas eigen, beschwerlich wäre der falsche, zu negativ behaftete Ausdruck, denn im Endeffekt ist es immer noch lustig gewesen. Also, wir drei Mädls, Anne Sophie und ich, sind am Donnerstag Abend mit dem Bus von Vellore nach Bangalore gefahren, 5 Stunden, und sind um 4:30 in Bangalore am Busbahnhof gelandet, na ja dann war die große Frage – was tun jetzt, denn ein Lokal suchen wäre sinnlos, so sind wir mit dem Bus einfach zum Flughafen gefahren und haben dort bis zu Mittag auf unseren Flug gewartet. Wir mussten leider so komisch anreisen, denn der einzige Zug von Vellore nach Bangalore wäre erst in der Früh gefahren und dann hätten wir nur zwei Stunden bis zu unserem Abflug gehabt und hier in Indien ist es aber normal, dass der Zug so eine Stunde Verspätung hat und dann noch der Verkehr in der Großstadt, dass wäre sich einfach nicht ausgegangen.
Dann endlich, nach der ganzen Strapaze sind wir in GOA gelandet, wir wurden von einem Fahrer abgeholt und haben dann noch 1 ½ Stunden Fahrt in den Süden genossen – und dann endlich im Paradies gelandet.
Es war der Hammer, als wir angekommen sind, überall nur die Palmenhütten, keine Häuser, nur Palmen der Strand und das Meer, ich bin mir wie im falschem Film vorgekommen. Die erste Nacht haben wir in einer kleinen Hüttensiedlung, 6 Hütten, in der nur Europäer, die gleich einige Monate hier verbringen, teilweise Pensionisten, aber auch die Hippies, die einfach flüchten wollen, gewohnt. Die Hütte war mit einem kleinem Balkon, einem Schlafbereich und einem Bad mit WC ausgestattet, alles ganz einfach, aber was braucht man mehr ?
Wir sind natürlich gleich ins Meer gehüpft und haben dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen dürfen ...
Der Strand heißt Palolem beach und ist im Süden von Goa, er ist noch recht ruhig und man findet nur einfache Behausungen, vor allem die Hütten und keine Hotelkomplexe, was natürlich der Traum ist.
Wenn man im Meer geschwommen ist und zurück, aufs Land geschaut hat, waren nur Palmen und der Strand zu sehen, ... Ich hoffe die Berichterstattung ist erträglich für euch, aber wie ich gehört habe, habts ihr eh auch mitlerweile Frühling, dann haltet ihr das schon aus, hihihi.
Am nächsten Tag sind wir dann in unser eigentliches Quartier übersiedelt, San Francisco hat sich die Anlage geheißen, direkt am Strand, mit einem Restaurant dabei. Die Hütte war etwas kleiner, aber genauso aufgebaut und ja, was noch zu erwähnen ist, die Hütten sind nur mit einem Ventilator und Kaltwasser, was aber nicht wirklich kalt war, ausgestattet. Die Hütte hat uns pro Tag 14 Eur kostet und wir haben sie uns zu dritt geteilt, war somit eine 5 Eur für die Behausung J
Am Strand sind einige nette Lokale, alle mit Meeresblick und gutem Essen, es ist also nicht so, dass gar nichts los war, es war einfach alles stimmig, nichts übertrieben, auch von den Touristen, nicht überfüllt und angenehme Leute.
Was auch wirklich genial war, es hat europäisches Essen gegeben! Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber Alle, die schon mal länger weg waren, werden mich verstehen, ich habe letztes Jahr auch bei Hilde gelacht, als sie unbedingt Bruscetta essen wollte, auf jeden Fall hat es dort einen “echten“ Italiener gegeben und keine Ahnung, ob es auf Grund der zwei Monate war oder weil sie einfach wirklich gut war, die Pizza hat auf jeden Fall genial gut geschmeckt!!!
Einen Tag sind wir Richtung Norden, auf einen anderen Strand, Agonda beach gefahren. Ich sage nur Natur pur, total unberührt, dort es gibt es genau 10 Palmenhütten, 2 Lokale und sonst Strand, Meer und Umgebung. Für den einen Tag war es echt schön, denn der Strand war auch menschenleer, aber zum Urlaub machen.... vielleicht als total verliebtes Pärchen, aber ansonsten, etwas zu viel Nichts.
Auf diesem Strand haben wir die abartige Begegnung von männlichen indischen Touristen gehabt. Man muss sich vorstellen, die fahren einfach nur deshalb nach Goa, um sich die Bikinigirls anzuschauen. Anzuschauen ist vielleicht zu harmlos ausgedrückt anzustarren, angaffen, keine Ahnung. Echt der Hammer sie treten immer im Rudel auf, haben meistens ein Handy in der Hand und starren, bleiben auch vor einem stehen, und das ärgste ist, teilweise filmen sie auch, keine Ahnung wo man uns jetzt sehen kann, aber ehrlich, total ungeniert, bis ich ausgezuckt bin und sie aufgehört haben. Da liegt man seelenruhig auf einem wunderschönen Strand, genießt einfach das Leben, beobachtet dabei eine indische Familie, wie sie ihren Ausflug ans Meer, komplett bekleidet natürlich, denn ausziehen gibts nicht, genießen und dann kommt so ein wahnsinniger Inder mit einem Bier in der einen und einer Filmkamera in der anderen Hand daher und filmt uns drei Girls. Die Situationskomik könnte aus einem Haderfilm stammen;
Den Norden von Goa haben wir uns natürlich auch angeschaut, Old Goa, bekannt für die wunderschönen Kirchen, unter anderem eine Katharina Kathedrale und Panaji, ist eine schöne alte portugiesische Stadt, mit einem netten Flair.
Auf Grund des immer am Mittwoch statt findeten berühmten “flea market“ in Anjuna, sind wir für eine Nacht dort hingereist. Anjuna war früher die Hippiehochburg, mittlerweile wurden sie von den Technofreaks abgelöst, alleine aus diesem Grund ist der Markt schon einen Besuch wert, denn teilweise laufen dort Gestalten herum, unglaublich. Der Markt war ganz eigen, schwer zu beschreiben, muss man einfach selber erlebt haben, denn er ist sicher zwei Fußballfelder groß und man bekommt dort Alles, vor allem viel Silberschmuck, Gewand, Gewürze, Kunstgegenstände, einfach alles und das in der einer Menge, unbeschreiblich, ihr kennts mich und meine Vorliebe für Silber, ich war aber unfähig was zu kaufen, denn außer Silber, habe ich nichts mehr gesehen, es war einfach viel zu viel, keine Ahnung wahrscheinlich muss man ein zweits Mal hinkommen, dann weiß man zumindest, was einem erwartet, denn beim ersten Mal ist man einfach überfordert, zumindest ist es mir so ergangen.
In Anjuna haben wir in einem netten Quartier gewohnt, war aber diesmal ein gemauertes Haus, auch nicht direkt am Meer, also ohne Wellenrauschen. Der Strand war viel voller und er hat einfach nicht die nette Atmosphäre wie Palolem gehabt. Aber dafür haben in einem guten deutschem Restaurant Kaiserschmarrn gegessen, mehr muss ich eh nicht sagen...

Die Heimreise war nicht so spektakulär, wie die Anreise, obwohl sie auch genug Zeit in Anspruch genommen hat.

Jetzt haben die Studenten gerade ihre Examen und ich bin diesmal auch als Supervisor eingeteilt, rennt natürlich auch alles streng nach Regeln ab, ohne eigenes Papier usw., was aber witzig ist, hier dürfen auf einmal die Burschen neben den Mädls sitzen, muss ich mal fragen warum, denn die Burschen sind alle ganz abgelenkt ....

Mittwoch, 9. Januar 2008

Geschichten aus dem Alltag: Termine und Büro

Die UNI funktioniert hier wie eine Schule, mit einem Stundenplan, von 8:30 bis 17:00,indem die Studenten ihre fixen Stunden vorgegeben haben und anwesend sein müssen. Es gibt auch fixe “Exam“ Zeiten, somit weiß jeder, dass alle Prüfungen in diesen Wochen statt finden. Natürlich gibt es auch fixe Ferienzeiten. Alle diese Daten sind in einem großen VIT Kalender eingetragen, der überall hängt.
Im Dezember hat es eine Verschiebung der Exams gegeben, keine Ahnung warum, aber egal. Mit diesem Wochenende sind Ferien, Ponga Feiertage, fragt mich nicht was es bedeutet, aber egal, wir haben fünf Tage frei!
Aus diesem Grund haben Anne, Sophie und ich befunden, wir fahren nach Goa. Einen direkten Zug haben wir für dieses Datum nicht gefunden, nur einen über tausend Ecken, wir wären insgesamt 22 Stunden unterwegs, und da haben wir einstimmig beschlossen, nein alles was recht ist, aber das ist zu viel, darum fliegen wir jetzt für 95 Eur und haben die Tickets letzten Dienstag gebucht. Bis jetzt ja alles noch recht normal und langweilig, aber jetzt kommt der Hammer: letzten Freitag erzählen mir diverse Kollegen, die Ferien wurden verschoben
!!!! das Datum wurde nach hinten verschoben!!!!
Könnts ihr euch das Vorstellen, einfach so, verschieben sie die Ferien!!! Ihr hättet mich sehen sollen, ich bin nur da gesessen und habe meine Kopf geschüttelt und mich gewundert. Das ist Indien, kann ich nur sagen. Mittlerweile kann ich ja schon wieder darüber lachen, wir müssen unser Flugticket um 30 Eur umbuchen, denn jetzt habe ich natürlich an den Tagen Unterricht und ich kann nicht einfach so weg. E-Ticket umbuchen geht ja bei uns nicht so leicht, hier ist es aber kein Problem, außer, jetzt kommt der nächste Hammer, dass sie bei Deccan Airlines, gehört zu Kingfisher Airline, die Umbuchung nur mit einer “nationale Kreditkarte“ zulassen, denn sie können die Daten nicht telefonisch entgegen nehmen, Begründung gibt es keine, ist einfach so und per Internet ist es nicht möglich, denn die Funktion gibt es auf der Homepage nicht, sorry it isn’t possible!!! Ich habe es aufgegeben, ich kann es nicht verstehen und ich bin fast davon überzeugt, sie verstehen es auch nicht, aber egal, wie auch immer, ich werde mir morgen einfach von einem Professor eine Kreditkarte ausborgen um die Umbuchung für 35 EUR durchführen zu können.
Die Verschiebung der Ferien bedeutet aber auch für die Studenten neue Examtermine und wir Lehrer müssen auf einmal zwei Samstag arbeiten, keine Ahnung warum zwei, denn die Ferien verlängern sich nur um einen Tag, der Grund ist wahrscheinlich einfach Indien J

Also ihr könnts euch sicher sein, fad wird einem hier nicht!
Für die nächsten freien Tage habe ich beschlossen nur noch ein paar Tage vorher was zu buchen, was leider auch urschwer ist, denn die Züge sind meistens zwei Wochen vorher schon ausgebucht, da muss man in Indien schnell sein, denn jeder reist mit dem Zug.
Ich bekomme ein eigenes Büro, hier cabin genannt, die Arbeiten, Wände aufstellen usw. sind bereits abgeschlossen und als ich heute Prof. Sehkar gefragt habe, wann ich denn jetzt übersiedeln soll, hat er mich, ehrlich ohne Schmäh, gefragt, ob ich schon einen Antrag für einen Tisch und Sessel gestellt hätte. Ich total entgeistert, nein, denn es ja normal, dass ich das brauche, hat er mir wiederum erklärt, nein ohne einen schriftlichen Antrag bekomme ich nichts. Also habe ich heute brav meinen Antrag für einen Schreibtisch mit Laden und einen Sessel gestellt. Ich bin schon gespannt wie lange es dauert, denn auf meine Registrierung, falls ihr euch erinnert, warte ich noch immer J
Das einzige Gefährliche bei solchen Situationen ist immer, dass ich keine Lachkrampf bekomme oder zynisch werde, denn es liegt mir immer auf der Zunge.

Übers Wochenende bin ich mit ein paar Freunden nach Mahabalipuram gefahren, war urschön, genialer Strand, viele schöne Tempel, einer direkt am Strand, ein Höhlentempel, wie auch einen Felsen, der ausschaut, als ob er jeden Moment zum rollen anfangen würde. Das Städtchen ist zwar von vielen Touristen besucht, trotzdem haben wir in einen sauberen Guesthouse für 3 EUR (!) die Nacht schlafen können. Am Samstag Abend haben wir guten frischen Fisch und ein gutes Biertschi genossen.

Jetzt freue ich mich schon auf die paar Tage Urlaub in Goa, Strand, Sonne, Hitze, Meer, ...

Donnerstag, 3. Januar 2008

Geschichten aus dem Alltag : Prüderie in Indien

Also, das unterrichten macht echt Spaß, es ist zwar noch das urkomische Gefühl da vorne auf dem Pult zu stehen und mit einem ganz vorsichtigen “Mam“ angesprochen zu werden, denn irgendwie sind sie alle ganz schüchtern und trauen sich nicht wirklich reden, aber ich denke es wird sich noch legen, wo ich mir diese Anfangsphase herbei sehnen werde.
Also bezüglich der Sitzordnung muss ich gestehen, die sitzen wirklich getrennt, Männlein-Weiblein, also prüder als die Inder geht ja nun wirklich nicht mehr, vielleicht sollte ich mal einen Sitzplan vorschlagen ?!
Die Uni VIT hat auch eine Partnerschaft mit China und deswegen sind hier 300 Chinesen nicht nur zu meiner, sondern zu aller Freude, denn es ist wirklich lustig zu beobachten, überall wo sie hinkommen, verdrehen alle die Augen. Anita vom International Office sagt, sie kommen wegen allen Problemen zu ihr, auch wenn sie untereinander streiten, obwohl sie eigentlich nur für das ganze bürokratische zuständig ist, der Hammer ist aber, finde zumindest ich, dass deren Programm auf vier Jahre geht, also die bleiben vier Jahre in Indien. Sie haben auch riesige Probleme mit der Küche und mittlerweile kochen sie sich selber ihr Essen, dass größte Problem ist aber, dass sie fast alle kein Englisch können und hier mal Englisch lernen müssen, um dann überhaupt studieren zu können. Ihr kennt ja meine Einstellung zu China und darum habe ich auch einen gewissen Respektsabstand zu den Chinesen, ja ich weiß eh, dass es nicht gerecht ist, darum habe ich mich auch heute in der Früh umso mehr gefreut, als sich eine von ihnen zu mir gesetzt hat, aber ich darf ja nicht unfair sein, sie war wirklich nett und bemüht und wollte nur mit mir nett plaudern. Wie auch immer, sie war auch über die Sitzordnung in den Klassen erstaunt, denn sie meinte zwar die Trennung in den Hostels gibt es auch in China, aber in der Klasse darf sich jeder dort hinsetzen, wo er will. Sie hat mir weiters erzählt, dass sie gleich am Anfang wie sie ihre Minnis tragen wollten, eine Zurechtweisung bekommen haben, dass man so was hier auf der Uni nicht tragt, na bin ich froh, dass ich meine ganzen Minniröcke zu Hause gelassen habe, wäre sonst nur unnötiger Ballast gewesen J

Am Donnerstag hatten wir hier am UNI Campus eine Tanzveranstaltung, alle die der Meinung waren, sie können tanzen, hatten die Chance aufzutreten. Ich war begeistert, dass sich hier auch mal was neben dem Uni Leben abspielt, und habe mich wirklich darauf gefreut, ich bin etwas später hingekommen, denn ich musste ja unterrichten. Als ich das Auditorium betrete, traue ich meinen Augen nicht, links sitzen die Burschen und rechts die Mädchen. Ich war und bin noch immer entsetzt, so was abnormales gibt es sicher nur hier!!! Maddy, ein Inder, der aus dem Norden kommt, hat mir erklärt, dass es hier im VIT eh alles offen zugeht, denn es gibt in anderen Universitäten es noch mehr Trennungen, wie eine Frau unterrichtet nur die Mädels usw. Ich habe bei diverse Leuten nachgefragt, die mir das alle bestätigt haben.
Unpackbar für mich, ich bin immer sprachlos, wenn ich so was wieder bemerke und wenn ich mich dann darüber aufrege, bekomme ich immer zur Antwort, ja das ist halt Indien, die sehen, dass als vollkommen normal.
Ihr hättet mal die Gesichter von den Indern sehen müssen, als ich denen erklärt habe, dass bei uns alles gemischt ist, sogar die Studentenwohnheime, ich glaube, sie glauben mir das bis heute noch nicht.
Letzte Woche waren in Vellore essen, denn wir sind recht spät mit dem Zug von Mysore zurück gekommen und außerdem, fährt Robert, (aus Dresden) morgen wieder nach Deutschland zurück. Es waren noch die Inder Shirish und Maddy mit, die im Boy-Hostel wohnen, also wir sind recht spät essen gegangen und auf einmal bekamen die Beiden den vollen Stress, denn um 21:30 werden die Tore verschlossen und sie kommen nicht mehr hinein, es gibt nur Ausnahmegenehmigungen für den Samstag. Die können nicht einmal sagen, wir feiern heute einen Geburtstag oder so, um 21:30 müssen sie zurück sein. Ich schwöre euch, wenn die das einmal bei mir machen, bin ich weg. Der Hammer, wenn ich schon dabei bin mich aufzuregen, war, als Katharina nach Hause fuhr, hätte sie vom Oberhostelaufseher eine Genehmigung gebraucht, dass sie das Hostel jetzt verlässt, um nach Hause zu fahren !!!! sie hat diese natürlich nicht eingeholt, aber ich bin davon überzeugt, schlimmer geht es nicht mehr.

Ja das nur so nebenbei als Schmankerl, viele der Studenten wohnen daher draußen, mieten sich daher Zimmer, obwohl, fort gehen in diesem Sinne kann man hier in Vellore eh nicht, denn die Stadt hat nichts zu bieten, außer das CMC (Krankenhaus) und die VIT und vielleicht drei Lokale in denen man Essen kann.
Soviel zum Studetenleben in Indien, auf mich wirkt das eher wie Knastleben, aber ich bin ja Gott sei Dank in Österreich aufgewachsen und sehe es daher aus einem ganz anderen Blickwinkel.