Montag, 21. April 2008

ein paar Schmankerln zum Schmunzeln


Part 1: PEPPERMINT TEA

Das Wochenenende waren wir in Bangalore, also Sophie, Simon und Steffen. Hier in Indien gibt es eine wirklich geniale Kaffeehaus Kette names MOCHA, man bekommt super gutes Essen, guten Tee und Kaffee und noch dazu Shisha’s, also alles, was man für gutes Frühstück braucht!
Na ja wir sind so gmiatlich bei einer Shisha gesessen und ich habe beim Kellner einen “mint-tea“ bestellt, habe es noch dreimal wiederholt, dass er es ja versteht, ist hier so eine landesübliche Art, immer gegeseitig alles x-male zu wiederholen, damit sie es auch ja verstehen – ob sie es sich dann auch merken, ist wieder eine andere Frage, so wie bei meinem Tee zum Beispiel. Nach einiger Zeit habe ich dann den Kellner wieder hergerufen und meine Bestellung wiederholt, einen “mint tea – peppermint tea“, er hat sich dann mit einem süßen Lächeln entschuldigt, und gemeint, dass er es vergessen hätte. Nach einiger Zeit hat er mir dann wirklich den Tee gebracht und ihn mir hingestellt und gemeint, dass noch kein “pepper“ drinnen ist, ob er mir einen bringen soll? Ich glaub, ich habe wie ein Autobus dreingeschaut – wieso “pepper“, was will er jetzt – ich hab dann nur ganz einfach “nein“ gemeint, dass es so ok ist und als er dann weg gegangen ist, haben wir alle - fast gleichzeit - zum lachen begonnen…

Part 2: STUDENTEN

Ich habe euch ja berichtet, dass ich in meinen Deutschklassen so 55 Studenten gehabt habe, bei der Anwesenheistsliste habe ich mich natürlich nicht zur Lachnummer gemacht und die Namen vorgelesen, sondern nur die Registrierungsnummern. Dadruch hab ich natürlich nie wirklich gewusst, ob alle “ja“ gesagt haben, die drinnen gesessen sind. Na ja und letzte Woche wurde ich dann gefragt, ob ich eigentlich mitbekommen habe, dass ich mehr Studenten, als auf der Liste, in meinen Klassen sitzen gehabt habe? Natürlich nicht, denn erstens habe ich viermal die Woche 55 Studenten gehabt, somit konnte ich mir ja nicht einmal alle Gesichter gscheit merken und ausserdem hat ja auch immer wer gefehlt. So haben sie mir jetzt erzählt, dass sich einige Studenten, die sich eigentlich für Französisch regisgtriert hatten, einfach zu mir in die Klasse gesetzt haben…

Part 3: ZUGFAHREN

Das erzähle ich euch nur, damit ihr wieder entspannter Zug und U Bahn fahren könnts, also sudern gibt’s nicht mehr!
In Indien sind, wie ihr ja Alle aus den div. Filmen wissts, die Züge total überfüllt, daher ohne Reservierung eher abzuraten.
Als ich diesen Sonntag zurück gefahren bin, habe ich wieder einmal das beste Beispiel erleben dürfen.
Ich habe mir im Internet mein Ticket mit Platzreservierung schon gebucht gehabt, bin in der ersten Station eingestiegen – der Zug also noch ganz leer. Aber dann, in der nächsten Station sind auf einmal die Massen gekommen und dann kann man froh sein, dass man nicht von seinem eigenen Platz verdrängt wird, nein, dass war ein Scherzerl, dass würden sie nie machen. Aber ihr müsst euch vorstellen, eine Sitzbank, die so wie bei uns, für drei bestimmt ist, auf der sitzen zumindest vier, wenn nicht fünf und da gibt es kein herumgesudere, das ist einfach so, du wirst von den anderen noch angeschnauzt, wenn du keinen Platz machst!!! Also sitzt man so - zusammengekuschlt - bei 30 Grad, zwar mit Ventilatoren – vier Stunden lang im Zug und geniesst die Landschaft. Nein ehrlich, probiert das mal in Österreich, sich einfach noch wo dazu setzen, weil ja noch Platz ist, ich weiß nicht ob ich die Blicke wirklich bekommen möchte – ja das ist einfach Indien!!! Aber der Scherz an der Geschichte ist eigentlich, dass man also zusammegekuschult dasitzt und dann ganz plötzlich Alle aufstehen – dreimal dürft ihr raten, warum – ja natürlich, es kommt der Schaffner, der kontrolliert, dass eh nur die Leute, die bezahlt und reserviert haben, sitzen – ehrlich ich schwöre, das ist ernst! Was dann, nachdem er weg ist, passiert, brauch ich euch glaub ich nicht erzählen …

Sonntag, 13. April 2008

Geschichten aus dem Alltag: Hampi




Letzter Montag war Tamil Nadu Neujahr, ein Feiertag – na ja das bedeutet natürlich raus aus VIT und diesmal bin ich gemeinsam mit Sophie nach HAMPI gefahren. Ich muss es gleich loswerden, es war genial!!! Bis jetzt eines meiner Lieblingsplätzchen, hier in Indien!
Die Anreise war zwar etwas länger, insgesamt so um die 14 Stunden Zugfahrt, aber inzwischen habe ich mich schon an die langen Reisen gewöhnt, vorallem wenn man in der Nacht reist, kann man schön schlafen und verliert keine Zeit.
Hampi ist ein kleines Dörflein, ca. 3000 Einwohner, das alleine ist schon eine Reise wert wäre, aber aus diesem Grund es nicht so bekannt, sondern Hampi war die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reiches, damals hat es Vijayanagars geheißen und die Blütezeit war so 14.-16. Jahrhundert.
Als ich in dem Dorf angekommen bin und die Umgebung bei einem gutem Frühstück, eine Granit-Felsenlandschaft, die aber wiederum von grünen Feldern durchsetzte ist, auf mich wirken hab lassen, habe ich mich gut vorstelln können, warum das mal eine Hauptstadt war und vorallem mir von jedem als ein “MUSS“ beschrieben wurde! Alles zusammen, dieses verträumte Dörfchen, mit dem gemütlichen indischen Leben auf der Strasse, und die Landschaft runderherum, kann einen eigentlich nur begeistern. Wir hatten noch dazu Glück, dass jetzt fast keine Ausländische Touristen unterwegs waren, sondern nur Indische, die aber auch sehr nervtötend sein könnnen, denn wenn man zum 345 Mal gefragt wird, wie man heißt, wo man her kommst, wie einem Indien gefällt, was man hier macht, um nur ein paar Fragen zu erwähnen, wünscht man sich dann doch lieber, die ausgeflipppte ausländische Touristen, die zwar überhaupt nicht nach Hampi passen, einem aber in Ruhe lassen.
Wir haben in einem netten Guesthouse, Gopi Guesthouse, für 400 Rps (6 €) gewohnt, hatte auch ein nettes Dachgartenrestaurant mit wirklich guten Nutellapalatschinken J.
In dem Dorf gibt es einen alten Shiva Tempel, zu dem auch viele Sadhus (=Yogis) und Pilger kommen, mit einer urlieben Elefanten Dame, Lakshmi genannt und Hampi kann auch viele Affen vorweisen, die einen aber Gott sei Dank in Ruhe lassen.
Die wirklichen Sehenswürdigkeiten befinden sicher aber rund um Hampi. Mitten in dieser schönen Felsenlandschaft verstecken sich die alten Tempeln. Es war zwar etwas heiß, den ganzen Tag zwischen den Felsen und alten Steinerhaufen, die mal Tempel oder Paläste waren, herum zu rennen, aber es hat sich voll ausgezahlt. Die Hitze ist jetzt einfach überall, da muss ich durch, aber ich merke schon, wie sich mein Körper daran gewöhnt, ein bisschen zumindest.
Durch Hampi fliesst ein Fluß, der die Felsenlandschaft durchschneidet, was noch einmal ein tolles Bild gibt. Ein Fluß, links und rechts gehen die Felsen hinauf und dazwischen alte Tempel, wirklich beeindruckend.
Dadurch, dass das Gelände so riesig ist, haben wir uns am Sonntag den ganzen Tag eine Rikscha genommmen, damit wir überall hinkommen, nur damit ihr euch ein Bild machen könnts, wie groß das Areal war.
Dadurch, dass Hampi sowas gmiatliches Ausstrahlt gibt es auch die dazu passenden Lokale, so richtig zum herum knotzen, mit Liegefläche und guter Musik und wirklich guten Juices, zum Beispiel Wassermelone mit Minze, genial kann ich nur sagen. Alkohol gibt es in Hampi keinen, denn es ist ein heiliger Ort und ist daher verboten, mitlerweile hab ich mich schon daran gewöhnt, auf mein Biertschi verzichten zu müssen.
Hampi war auch der erst Ort, in dem ich bzw. wir es erstmals es geschafft haben uns einen Sonnenaufgang anzuschauen, hat sich aber voll ausgezahlt, bei dieser Umgebung. Danach schnell eine Stunde schlafen und dann habe ich mir das Waschritual von der Tempel-Elefantendame Lakshmi angeschaut, denn Lakshmi wird jeden Tag zwischen 8:00 und 9:00 Uhr im Fluss gebadet, ist wirklich ein muss, denn es ist einfach ein Erlebnis zu sehen, wie sie es geniesst im Wasser zu liegen und abgschrubbt zu werden.
Als ich die Stiegen zum Fluss hinuter gegangen bin, den Elefanten im Wasser liegen und daneben, nicht einmal zwei Meter entfernt, die Inder ihr morgenliches Bad einnehmen, ihre Wäsche waschen, in allen tausend verschiedenen Farben, gesehen habe, habe ich wirklich lachen müssen und mir gedacht, dass ist einfach Indien. Ich glaube eine bessere Definition als diese Szenerie gibt es nicht! Ich weiß nicht, aber ich bin sicher eine Stunde dort gesessen und habe nur beobachet, ausnahmsweise wurde ich auch einmal nicht von den Indern mit Frage genervt, ich konnte es wirkich geniessen.
Ein kleiner Junge hat mir am Fluß erzählt, wir müssen uns unbedingt den Wasserfall anschauen, der soll urschön sein. Nach dem man dann doch nach einiger Zeit genug von “nur“ Tempeln bekommt, sind wir dort hingefahren und haben eine unglaubliche Landschaft sehen dürfen. Eine ausgewaschen Granitlandschaft, die mich sehr an die Gletscherfotos von meinem Bruder und meinen Vater aus Pakistan erinnert hat. Wir wurden von so einem älteren Inder herumgeführt, der uns die schönsten Plätzchen gezeigt hat, es hat sich wirklich ausgezahlt, bin mir wie einer unwirklichen Filmlandschaft vorgekommen. Dieser Ausflug war für mich wie das “i“ Tüpfelchen!
Hampi war wirklich der Hammer!!!

Donnerstag, 3. April 2008

Geschichten aus dem Alltag: Arbeitskräfte




Eine Arbeitskraft kostet hier nichts und darum wird auch für alles der Mensch und keine Maschinen verwendet.

In den letzten Tagen konnte ich beobachten wie die wirklich schönen Grünflächen hier im Campus bearbeitet werden:
Es wurden einige Rasenflächene erneuert, dafür haben sie 20 Inderinnen genommen und sie zu der erneuernden Rasenfläche gebracht und die haben dann im hockerl den alten Bestandsrasen heraus gerissen, der Rasenbusch wurde dann noch mit den Fingern zerkleinert und danach auf die Seite gelegt. Für das vertukutieren haben sie natürlich auch nur ihre Hände verwendet, es wurde nur etwas neue Erde dazugemischt, diese wurde in einer flachen Holzschale weitergereicht, was eigentlich auch das einzige Hilfsmittel war. Am nächsten Tag haben dann die gleichen Frauen, die am Vortag herausgerissen Grabüscherln, wieder eingesetzt, natürlich alles im hockerln und ohne Schaufel. Ich hätte nach einer halben Stunde so einen Krampf, aber na ja für die ist diese Position normal.
Wennn dann die Rasenfläche schön gewachsen ist und das erste Mal Rasenmähen ansteht, nicht das ihr glaubts, dass diese abgemäht wird, nein, sie wird fein säuberlich abgerissen und danach mit dem Besen zusammen gekehrt. Aber wenn man das Ganze aus indischer Sicht betrachtet, kommt man drauf, dass auf Grund der fehlenden Wergzeuge und Maschinen wieder etliche Leute Arbeit haben und die Familien was zu Essen bekommen.

Ich muss euch jetzt was verraten, es gibt etwas, was mir wirklich total abgeht, wo ich mir wirklich schon überlegt habe - aber es dann wieder bleiben hab lassen – die Waschmaschine!!! Die habe hier keine Waschmaschinen!!!
Hier gibt es nur die Vollwaschautomaten der Marke Mensch.
Ich glaube in ganz Indien gibt es keine Waschmaschinen. Die Wäsche wird hier überall gewaschen wo es Wasser gibt, egal ob am Fluß oder in den Backwaters, überall waschen die Frauen ihre Wäsche mit der Hand.
So wie jetzt auch ich, ich gebs zu, ich hasse es, es kostet urviel Zeit und ist einfach nur …
Hier hier im Hostel haben wir in jedem Nassbereich zuerst die Handwaschbecken, dann folgt der Waschküchenbereich und dann die Duschen und Wc’s. Die Waschküche ist mit einem E-Speicher, 10 Wasserhähnen und drei Schrubbplätzen ausgestattet, also alles was man braucht.
Nach dem Wäsche waschen, bin ich bin auf Grund der ganzen plantscherei, auch gebadet, wie ihr euch jetzt sicher bildlich vorstellen könnts! Kathi beim Wäsche waschen! Eines muss ich aber zugeben, es wirklich harte Arbeit, für die man auch ausreichend Zeit einplanen muss, vom einwecken, über schlagen bis bürsten uns auswaschen, jetzt weiß ich auch woher der Begriff “Waschtag“ kommt.
Aber Gott sei Dank gibt es die Putzdamen, die gegen ein bisschen Geld die Wäsche waschen! Außerhalb des Campus gibt es auch so eine Art Wäscherei, reinigt aber auf chemischer Basis, dass ist nicht meins, aber trotzdem ich kann meine Wäsche abgeben J Darum kann ich, Gott sei Dank, meine kostbare Zeit mit schreiben der “indischen Alltagsgeschichten“ verbringen und nicht mit Wäsche schrubben.
Ich glaube ich brauch nicht zu bemerken, dass die Wäsche nie so sauber wird und ausserdem viel mehr beansprucht wird, nach dem Jahr kann ich Alles schmeissen, länger haltet das sicher nicht durch.
In den Städten gibt es überall die Wäschereien, zu denen die Hotels, Krankenhäuser und die gut betuchten Familien ihre Wäsche bringen und diese dann dort gewaschen, getrocknet und gebügelt wird, lustigerweise hier in Indien nur von Männern.
Ah ja bügeln, das ist hier das genialste, in allen Städten, gibt es auf den Strassen und auch bei mir im Hostel, natürlich im Garten, ich sag ja nur Männerverbot, die “Iron men“. Sie stehen mit ihren Bügelbrett und ihrem Bügeleisen, das noch mit Kohle erhitzt wird und bügeln die Wäsche. Hier im Hostel kostet ein Stück 3 Rps, das ist nicht einmal ein Schilling, ich glaube ich werde mir den Iron man mitnehmen ……. ich könnte mir dann ja auch überlegen, ihn zu verborgen … J
I miss my washing machine !!!

Mittwoch, 26. März 2008

Geschichten aus dem Alltag: Holi Day


http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=5405812
Letztes Wochenende sind war nach Hyderabad gefahren, wir sind am Donnerstag, am Frühen Abende los, denn der Freitag war hier ein Feiertag, dafür aber der Ostermontag nicht. Genau als wir VIT verlassen wollten hat es fürchterlichst zum schütten angefangen und wenn es hier schüttet dann kommt wirklich alles runter was nur geht. Wir sind dann im strömenden Regen mit der Rikscha, die natürlich links und rechts offen ist am Bahnhof waschelnaß angekommen und unser Zug war weg – er ist püntklich abgefahren, was normalerweise ein Fremdwort ist, denn hier gibt’s eine andere Zeitrechnung, aber na ja so mussten wir am Bahnhof 4 Stunden warten, denn die einzige andere Alternative wäre der Bus gewesen, aber 13 Stunden in einem Bus sitzen, ist echt die Horrorvorstellung für mich. Als wir dann endlich am nächsten Tag zu Mittag in Hyderabad angekommen sind, konnten wir den Studtenkollegen von Simon und Steffen nicht erreichen, der eigentlich versprochen hatte alles in Hyderabad zu organisieren und haben uns dann selber ein Hotel gesucht. War echt super, 400 Rps (7 €)per Nacht und Zimmer, war sauber und hat sogar warmes Wasser und TV gehabt.
Leider Gottes hat sich der Regen fortgesetzt und bei der Fahrt zum Hotel sind wir zwar mit einem geilen Kübelwagen gefahren, der komplett offen war, aber bei dem plötzlichen Regen war er dann doch nicht mehr so cool sondern eher wet, denn wir sind wiedereinmal ziemlich durchnässt worden.
Nach unserem Abendessen, sind wir bei der Suche nach einem netten Pub, darüber aufgeklärt worden, dass auf Grund des Holi Feiertages am Samstag alles zu hat, denn die Inder “getting crazy with to much alcohol“ wurde uns von Indern erklärt. Die Inder verwenden den Alcohol wirkich nur als Mittel zum Zweck, um besoffn zu werden, das Wort geniessen kennen sie in diesem Zusammenhang nicht, darum sind die Sicherheitsmassnahmen erforderlich. Aber wie überall, gibt es auch hier Schlupflöcher und so haben wir dann doch, zumindest ein Bier fürs Hotel, auftreiben können.Und dann war es soweit – es war der HOLI DAY.
Wir sind schon bei der Fahr zum Frühstück, vielen “farbigen“ Indern begegnet und bei der Besichtigung der berühmten Buddhastatue, die im See, der sich in der Mitte der Stadt befindet, sind wir von einer indischen Familie mit Farbpulver beschmiert worden. Sie haben uns einfach das Farbpulver ins Gsicht geschmiert. Wir waren daraufhin den ganzen Tag die Sensation, die Weißen die beim Holi Brauch mitmachen. Wir haben wirkich überall die komplett eingefärbeten Leute gesehen, konnten auch eine kleine Farbschlacht, mit dem im Wsser aufgelösten Farben beobachten. Aber leider Gottes wird dieses Fest mehr im Norden gefeiert, dort tanzen die Leute auf den Strassen, beschmeissen sich Kübelweise mit Farbwasser und schmeissen die Farbpulver in die Menge. Wir haben somit nur einen kleinen Teil des Brauches miterleben können, war aber trotzdem lustig überall die eingefärbten gut gelauntetn Menschen zu treffen, die ständig “Happy Holi“ gerufen haben, war eine ziemlich ausgelassene Stimmung.
Für nächstes Jahr werde ich diverse Farbpulver mitnehem und ein großes Holi-Fest organisieren, aber dann ordentlich, mit beschmeissen usw., also alte Kleidung aufheben!!!
Der große Nachteil vom Holi Day ist nur, dass alles geschlosen hat, wir konnten nicht wirkich was besichtigen und sind darum zu den Filmstudios gefahren, war das Einzige was offen war. Die Besichtigung war aber eher wie ein Besuch eines Rummelplatzes, es war aber lustig und wir hatten viel Spaß, bis es dann wieder einmal zum schütten angefangen hat.
Am Abend wieder das gleiche Spiel, alle Pubs geschlossen, denn heute is ja Holi.
Der Regen hat leider nicht aufgehört, denn wenn es hier regnet, dann regnet es, ohne Pause. Also am Ostersonntag den gazen Tag nur Regen.
Am Ostersonntag sind wir zum Frühstück in ein nettes Lokal gegangen und ich habe dort versucht für uns, vier hartgekochte Eier, zum Eierpecken, zu organisieren. Als erstes wurde mir erklärt, dass geht nicht, denn es steht nicht auf der Karte und zweitens es ist auch kein Manager hier, der das entscheiden kann. Ich habe ich ihnen dann erklärt, dass wir Ostern haben und es bei uns so Tradition ist und wie man Eier kocht, dass hat dann funktioniert, wir konnten sie bestellen. Die Ironie der Geschichte ist aber, dass sie uns die Eier schon geschält gebracht haben, also nix mit pecken!!! Immer dann wenn man es nicht braucht, arbeiten sie mehr als man von ihnen verlangt, jaja so sind die Inder.
Den Rest vom total verregnetem Ostersonntag haben wir im Salar Jung Museum verbracht, dass aber wirklich gut war, ziemlich umfangreich.
Normalerweise ist bei jeden Hyderabadbesuch der Laad Bazar ein muss, denn dort bekommt Bangels (Armreifen) in allen Farben und Veriationen und er ist auch berühmt für die Perlen. Wir sind genau für eine viertel Stunde hin gefahren, denn im Regen, wenn überall das Wasser steht, weil es nicht mehr abrinnen kann, ist ein Bazarbesuch nicht unbedingt das lustigste, aber ich habe es trotzdem geschafft, mir schöne Bangels zu kaufenJ.
Die Nacht haben wir wieder im Zug verbracht und sind am Montag in der Früh wieder in VIT angekommen.

Montag, 25. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: Kerala


Wie ihr ja alle mitbekommen habts, haben mich meine Eltern hier auf der UNI besucht, das lustigste und skurrilste mal gleich vorweg, Papa hat nicht ins Hostel hinein dürfen!!! Es herrscht hier wirklich ein absolutes Männerverbot!!! Ich habe an das gar nicht gedacht, bin halt mit meinen Eltern durch den Campus und dann zu meinem Hostel marschiert und auch einfach hinein gegangen, wo uns dann mal gleich der Security zurück gepfiffen und uns zu meiner “Warden“ geschickt hat, die uns dann erklärt hat, es ist für Männer verboten, das Hostel zu besuchen, so ruhig und verdutz drein schauen, habe ich meinen Papa noch nie gesehen!
Die Eltern haben hier in VIT einen Tag und eine Nacht verbracht und am nächsten Tag sind wir mit dem Nachtzug nach Kerala, nach Varkala, eigentlich sollte ich den Namen gar nicht nennen, damit keiner von diesem wunderschönen, noch ruhigen Plätzchen erfährt, gefahren. Wir haben die Zugfahrt genossen, war ja das erste Mal für die Eltern, ausser, dass wir uns vorgekommen sind wie einer Tiefkühltruhe, denn wir sind in der 2’ten Klasse A/C gefahren und in der Nacht haben sie die Klimaanlage auf, ich weiß nicht wie viel Grad, runter gedreht, war echt der Hammer. Also tiefgefroren und damit wirklich frisch sind wir dann in Varkala angekommen. Wir haben in einem schönen Hotel, für mich seit langem wieder einmal ein “normales“ Hotel gewohnt, muss aber zugeben, ich habs genossen.
Kerala ist der einzige Bundesstaat mit keinen Analphabeten und auf Grund der vielen Flüsse, ist alles grün und auch bewirtschaftet, alleine diese beiden Aspekte machen Kerala zu was ganz besonderem. Man merkt es irgendwie sofort, es herrscht so eine angenehme Stimmung, man sieht fast keine Bettler, und alles ist einfach wunderschön grün und blühend. Varkala ist noch so ein kleiner Geheimtipp, also nicht weitersagen und die meisten Leute kommen hier her, um Yoga oder Ayuverdische Behandlungen zu machen, das wiederum hat den Vorteil, dass die Touristen alle sehr angenehm sind und eine, zumindest habe ich es so empfunden, ruhige, total entspannte Atmosphäre herrscht. Die Ortschaft ist auf Klippen gebaut, darum muss man zwar zum Meer runter gehen, aber dafür hat man am Abend, wenn man in eines der vielen, wirklich total netten, Lokale Essen geht, einen genialen Ausblick.
Wir sind dann nach einem halben Tag ausspannen am Meer, mit genialen Wellen, am nächsten Tag weiter, um die Backwaters zu sehen. Die Backwaters sind ein verzweigtes Netz aus Lagunen, Seen und Schwemmland, teilweise künstlich angelegt und ist für die Einheimischen eine wichtige Verkehrsader. Wenn man mit einem Boot so ganz langsam durchfährt, kommt man sich vor, wie in einem Märchen, die Palmen links und rechts, die ganzen Kanäle sind komplett verwachsenen, dazwischen tauchen immer wieder kleine Häuschen, in den kreativsten Farben von pink über orange, auf, man kann die Leute bei ihrem alltäglichen Leben beobachten, beim Wäsche waschen usw. ... ich glaube ich brauch nicht mehr sagen, oder, ihr könnts euch vorstellen, dass meine Eltern und ich diesen ganzen Tag auf den Backwaters wirklich genossen haben. Wir sind jetzt nur mit einem großen Boot durchgefahren, aber man kann sich auch urschöne Hausboote ausborgen und für zwei – drei Tage dieses Märchen genießen, dafür hat leider unsere bzw meine Zeit nicht gereicht.
Den Abend und die Nacht haben wir in Kochi, einer alten Portugiesischen Küstenstadt verbracht. Das Städtchen gilt als eines der Schönsten im Süden und ich kann diesem Ruf nur zustimmen, ist wirklich urnett, ein schöner Hafen, der vor allem für seien Fischernetz bekannt ist (obwohl wir diese, hier so berühmten Netze auch auf der alten Donau haben), ein total nettes Judenviertel, viele enge verwinkelten Gassen, der ersten europäischen Kirche in Indien, war ja ein muss, für alle die meinen Vater kennen (kein Urlaub ohne Kirchenbesichtigungen J) und das wirklich angenehmste, keine Bettler, war auch für mich das erste Mal, hier in Indien. Meine Eltern waren überrascht über dieses neue Indien, denn nach dem Norden, ist es wie tausend und eins, so ein Städtchen zu sehen, gemütlich durch die Gassen spazieren zu können, mit netten Lokalen und Geschäften, aber jetzt wissen sie wenigstens auch, was ich meine, wenn ich sage, Indien und die tausend verschiedenen Gesichter, denn man kann nicht sagen, dass ist typisch und das nicht – alles zusammen macht Indien zu dem was es ist. Den letzten halben Tag haben wir dann wieder in V..., sonst sage ich den Namen zu oft und ihr merkts ihn euch vielleicht noch, verbracht und dann habe ich wieder zurück müssen, zu meinen Studenten, die Eltern haben noch fünf Tag Kerala mit Ayuverda Behandlung genossen.

Montag, 11. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: Heiraten - Verheiraten

Mir wurde berichtet, hier in Indien werden ca. 80 % der Hochzeiten arrangiert. Das bedeutet, dass sich die Eltern, wenn ihre Kinder im richtigen Alter sind, nach einem passenden Partner umschauen, muss ja aus der gleichen Kaste kommen und auch sonst entsprechen. Danach wird den Kindern als erstes ein Foto gezeigt, wenn das ok ist, wird ein Treffen vereinbart, natürlich im beisein der ganzen Familie, wo sich die Beiden kennen lernen dürfen, könnts euch ja vorstellen, wie gut das funktioniert, wenn dreißig neugierige Ohren runderherum sitzen. Und nach diesem Treffen heißts „So meine Liebe ..., so meiner Lieber, jetzt musst du dich entscheiden“. Sie müssen also wirlich nach diesem einem Treffen ihr Zukunft entscheiden, will ich ihn oder sie heiraten ja oder nein.Auf die Frage, ob die Eltern ein nein akzeptieren, bekam ich immer ein ja als Antwort, somit haben sie zumindest wirklich die Wahl zu entscheiden. Kurze Zeit darauf, ein paar Wochen später, wird die Verlobung bekannt gegeben und danach gleich der Hochzeitstermin. In der Zeit können sie sich aber sehr wohl treffen, telefonieren oder SMS (ist hier so billig, dass fast jeder nur mit SMS kommuniziert, sie chatten teilweise stundenlang mit dem Handy, so nebenbei, Handy versteht hier keiner, ich muss jetzt mobile sagen, oarg oder, da verwenden wir mal ein englisches Wort und dann – versteht uns keiner). Ihr könnt mir glauben, dass rennt hier wirklich so ab, auch wenn es für uns unglaublich klingt, für die Inder ist er vollkommen normal, man versteht auch nicht, wie ich nur noch nicht verheiratet sein kann, wenn meine Schwester schon ein Kind hat, denn hier wird das älteste Kind als erstes verheiratet. Sofi, Kollegin, die mit mir im Büro sitzt, ist im Jänner so verheiratet worden, sieht es aber als ganz normal, wobei ich ihren Mann auch bereits kennen gelernt habe und festgestellt habe, die Beiden sind wirklich für einander bestimmt, sie hat also wirklich Glück gehabt. Ein anderer Kollege von mir, hat am Samstag geheiratet und hat seine Frau im Dezember kennen gelernt ... Kathi, wir heiraten zuerst und lernen uns dann kennen und lieben und bleiben aber auch dann ein Leben lang zusammen, war die Antwort von Geetha einer Freundin und Kollegin von mir, ihr könnt selber wählen, lernt euch kennen, dann lieben, heiratet und lasst euch aber dann auch wieder scheiden, obwohl ihr euch den Partner selber ausgewählt habts. Die Hochzeit von Bala, so heißt der Bräutigam, war auch eine arrangierte, obwohl er acht Jahre in Deutschland gelebt hat, ist er jetzt zum heiraten zurück gekommen und geht aber wieder mit ihre gemeinsam nach Deutschland zurück. Man muss diese Tatsache nicht erfragen, denn man kann es ganz einfach am Umgang des Brautpaares miteinander erkennen. Professor Bala habe ich hier kennen gelernt, denn er ist der Verbindungsmann zwischen der Uni Vit und Hannover und hat hier in VIT seine Zeit vor der Hochzeit verbracht und uns so kennen gelernt und auch gleich eingeladen. Zu einer Hochzeit werden so ca. 500 Leute eingeladen und es auch kein Problem, wenn man einfach ein paar Freunde mitbringt.Die Zeremonie selber, also die Heirat selber, hat in der Früh um 8:30 angefangen und ca. 2 Stunden gedauert. Bei dieser Zeremonie ist der Hauptakt die Überreichung der “Thali“ vom Bräutigam and die Braut, ist eine goldene Kette mit einem speziellen Anhänger und das Zeichen, dass eine Frau verheiratet ist, die Kette wird normalerweise nicht mehr runter genommen. Daneben werden dauernd irgendwelche Gebete in Hindi gesprochen, klassische Musik gespielt, hunderte Leute betreten den Raum und verlassen ihn auch wieder, jeder plaudert und ab und zu schaut man mal auf die Bühne, was gerade passiert, das war so ungefähre Stimmung während der Zeremonie im Hauptraum. Ah ja ganz wichtig, die Hochzeiten finden in Indien, in einer “Wedding hall“ statt, kostet ziemlich viel Geld diese anzumieten und sind nur fürs heiraten erbaute Gebäude.Gleich nach der Überreichung der Thaali rennen ungefähr 50 Menschen gleichzeitig auf die Bühne um dem Brautpaar zu gratulieren und ein Foto zu machen, dass ist ganz wichtig, jedes Brautpaar bekommt ca. 3 Fotoalben über die Hochzeit, von professionellen Fotografen, mit allen Leuten und den ärgsten – kitschigen Hintergründen – das einzige was fehlt, ist eine Schneelandschaft J. Nach der Geschenküberreichung und Gratulation gibt es Mittagessen, ein einfaches “Meal“, auf einem Bananeblatt werden die verschiedenste Gerichte serviert. Dann gibt es eine Pause, bei uns bis 18:00 Uhr, ist aber normal, gibt es bei jeder Hochzeit.Wichtig ist auch, dass man dann beim zweiten Teil der Hochzeit, ein anderes Gewand anziehen sollte, uns hat das natürlich keiner gesagt, weil es ja logisch ist und darum habe ich dann mit meiner Jean gehen müssen. Der zweite Teil ist eigentlich nur noch einmal eine Gratulation, es kommen teilweise wieder andere Leute und es gibt ein Abendessen. Es wurden natürlich wieder hunderte Fotos gemacht und es hat nebenbei live gespielte klassische Musik gespielt, aber es gibt keinen Tanz. Die Gratulation findet auch in einem anderen Raum als das Dinner statt, dass übrigens ein Stehbüfette war, ich bin nur froh, dass ich jetzt wirklich schon einwandfrei mit den Fingern essen kann, komisch, wenn man an unsere Tafeln und feiern denkt, die Organisation der Sitzordnung, des Tischschmuckes, all das ersparen sich die Inder, sehr gscheit. J Die Braut und der Bräutigam waren für diesen Teil auch anders gekleidet, bei diesem Abschnitt tragt die Braut ihren eigen ausgewählten Sari, denn beim ersten Teil, muss sie den ihrer Schwiegermutter tragen.Wir sind dann gleich nach dem Dinner wieder mit dem Bus zurück nach Vellore gefahren, haben aber vorher noch unser Gastgeschenk, eine Kokosnuss in einer bedruckten Stofftasche bekommen. War ein tolles Erlebnis, all diese Leute und die Farben zu sehen, auch die Stimmung beim Festakt zu spüren, aber irgendwie war es nicht so festlich wie bei uns oder auch in Bali beim Robert, für mich hat einfach was gefehlt, das gmiatliche :-)

Freitag, 8. Februar 2008

Geschichten aus dem Alltag: MUMBAI


Mumbai eine Stadt mit 16 Mill. Einwohnern, die Zweitgrößte in Indien. Ich gebs zu, ich bin mit gemischten Gefühlen hingeflogen, ich habe mich wirklich auf das Schlimmste gefasst gemacht, Menschenmassen, Dreck, Gestank, extremste Armut,...
Muss aber gleich einmal vorweg zugeben, ich war sehr positiv überrascht, ok ich bin nicht in den Slums gewesen, aber ich muss mir ja nicht nach der kurzen Zeit, Indien vermiesen, denn ich glaube ich ertrage viel, aber das wäre eine Nummer zu hart für mich. Es ist schon schlimm genug, die Menschen bzw. die Familien am Gehsteigen schlafen zu sehen und ständig ausweichen zu müssen, mir krampfts jedesmal den Magen zusammen, aber leider, das wird man in ganz Indien sehen.
Übrigens falls es euch interessiert, Mumbai heißt jetzt nicht mehr Bombay, weil die Inder ihren Städten die ursprünglichen Namen wieder zurück geben, sprich die sie vor den Engländern hatten, wie auch Chennai, ehemalige Madras usw..

Die Anreise war diesmal um einiges angenehmer, denn wir, Anne und ich, sind über Chennai geflogen, und nach Chennai braucht man nur drei Stunden Busfahrt, somit sind wir um 4:00 in der Früh von Vellore los und waren um 12:00 in Mumbai, Flugzeug hatte Verspätung, ist normal, hier ist eigentlich nichts pünktklich.
Wir haben in einem netten kleinem, sauberen Hotel neben dem Victoria Bahnhof gewohnt, 800 Rps (14 EUR)fürs Zimmer, im üblichen indischen lowcost Standard, zwar mit Badezimmer, aber ohne europäischer Dusche, ohne Warmwasser, das Hand- und das Leintuch ist selber mitzubringen.(Lein- und Handtuch ist Grundausstattung, wenn man in Indien billig reisen möchte).
Wenn man sich in der Früh duschen will, fragt man einfach nach heißem Wasser, man bekommt einen Kübel voll, mischt sich dann das Wasser auf die gewünschte Temperatur und duscht sich dann mit einem kleineren Behälter ab. Klingt jetzt vielleicht etwas oarg, aber man kann sich ehrlich damit genauso gut waschen und verbraucht sicher nur ein Drittel Wasser, wie beim normalen duschen.
Der erste Eindruck als wir vom Flughafen ca. eine Stunde in die Stadt gefahren sind, war gemischt, denn auf der einen Seite, die riesigen Hochhäuser und auf der anderen Seite die Gehsteige voll mit den Behausungen von Familien. Ich habe auch gleich am Anfang beobachten können bzw. müssen, wie eine Leiche, von einem auf der Strasse lebenden Menschen, mit einem Leintuch zugedeckt, gerade davon getragen wurde. Es war ganz ein eigener Anblick, mit einem komischen Gefühl im Bauch ...
In Mumbai sind keine Rikschas erlaubt, darum bin ich wieder einmal seit langem mit einem Auto gefahren, ist natürlich auch nicht so billig wie die Rikschas.
Wir haben natürlich uns gleich die typischen Sehenswürdigkeiten, wie das Gateway of India und das genau gegenüberliegenden berühmte Taj Mahal Hotel. Nur so eine kleiner Erklärung nebenbei, das Hotel ist eines der teuersten in ganz Indien und wurde von einem indischen Geschäftsmann erbaut, als ihm der Zutritt in ein Luxusklasse, mit der Erklärung, er ist kein “foreigner“, verweigert wurde.
Die Gegend um das Gateway nennt sich Colaba und ist so das typische Touristenviertel, aber sehr nett, mit einigen wirklich netten Lokalen, so Art Pubs, mit guter englischen Musik und natürlich, dreimal dürfts ihr Raten, ja genau richtig, einem gutem Bier!!! Ich bin aber gleich am ersten Tag eingefahren, denn als ich mir ein Bier bestellen wollte, wurde mir erklärt, nein heute nicht, denn am 30. Jänner ist der “dry day“. Ok, was ist bitte der “Dry day“, war mal mein erster Gedanke, aber dann hat man uns aufgeklärt, am 30. Jänner wurde Mahatma Gandhi erschossen und darum wird er als der „dry day“ bezeichnet. Unser dinner haben wir in einem wirklich genialen Lokal gegessen, muss man einfach besuchen, wenn man in Mumbai ist, es nennt sich und ist nur am Abend offen. Ab 19:00 werden die Griller angeheizt und die Tische aufgestellt. Das Restaurant besteht eigentlich nur aus einer Hütte, so wie bei uns ein Würstelstand, in der alles gegrillt wird, daneben werden die Rotis, so ähnlich wie Chiapati, heraus gebacken und damit hat es sich auch schon wieder. Die Tische werden einfach auf dem Gehsteig aufgestellt und es gibt ein leeres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in dem man auch sitzen kann, wirklich ganz urig und Anne und ich waren die einzigen Weißen. Es ist aber in ganz Mumbai bekannt und wenn irgendwer Wichtiger kommt, fahren sie mit dem Auto vor, steigen aber nicht aus und Essen im Auto! Man ist dort wirklich geniales “chicken tikka“ und ganz ein flaumiges “paneer tikka“.
Natürlich haben wir uns auch die kleine Insel namens “Elephanta Island“ angeschaut, ist bekannt für ihre Höhlentempel, sind wirklich schön und noch recht gut erhalten, verwunderlicher Weise. Bei der Rückfahrt mit dem Boot hatten wir relativ starken Wellengang, sodass wir alle schön durchgeschüttelt wurden, denn wir sind mit der billigen Variante, in der normalerweise nur Einheimische fahren, unterwegs gewesen und somit war es nur ein sehr kleines Schiff, in dem man wirklich jede Welle schön spürt, war aber lustig!
Am Abend war ich dann echt überrascht, denn wir sind zum Meer gegangen und dort habe ich eine richtige Skyline zu Sehen bekommen. Die Küste ist U-förmig und auf der gegenüberliegenden Seite war das teure Viertel mit allen möglichen Bürokomplexen zu sehen. War echt ein schöner Ausblick, vor allem habe ich mir Mumbai wirklich nicht so modern vorgestellt.
Ja und dann kam der Tag, der ganz besondere Tag in Mumbai, denn wir sind zu einer Filmproduktion gefahren. Wir sind zwar erst am Abend abgeholt worden, so dass wir unter Tags uns noch die schönen Märkte, vor allem der Silkmarket ist echt der Hammer, könnte man sich zum Idioten kaufen, so tolle Farben und Stoffe, angeschaut haben. Die Preise sind zwar schon etwas teurer, es war aber einfach toll all diese Materialien zu sehen und ich liebe ja das Treiben bzw. einfach die Stimmung die auf jedem Markt herrscht.
Ja und dann ging es los. Ich habe schon von Vellore aus einen Typen ausfindig gemacht, der Weiße nach Bollywood bringt, so eine Art Castingargentur und über ihn haben wir diese Möglichkeit bekommen: ein Film shooting, inklusive An- und Abreise, Essen, Trinken und 500 Rps zu besuchen. Wir haben uns um 17:00 Uhr getroffen und sind dann mit dem Zug gefahren, wobei wir das einzigartige Spektakel des Zugfahren in Mumbai, erleben durften, wirklich ein Erlebnis. Man muss sich vorstellen, es gibt dort eigene Abteile bzw. pro Zug Eines, nur für Frauen, wenn ein Zug einfährt stürmen sie, wie wenn sie um ihr Leben rennen müssten, in den Zug, sodass teilweise ein Aussteigen unmöglich ist, echt oarg das zu beobachten bzw auch mitmachen zu müssen. Nur zum Verständnis, es gibt nicht die Möglichkeit zusammen in einem Abteil zu sitzen bzw. stehen, vor allem nicht während der Stosszeit, denn es ist echt hart, überhaupt einsteigen zu können.(die HTL Busaktion am Samstag war dagegen wirklich nichts!!!) Also, nach Quetschkur sind wir dann am Drehort angekommen, es war ein kleiner Bungalow, vor dem, im Freien, eine Partyszene, für eine sehr bekannte Serie aufgenommen wurde, also nix mit Bollywood. Aber egal, denn es ging ja nur um den Spaß und sehen werden uns so wahrscheinlich sogar mehr Inder, denn die Serie ist so berühmt wie bei uns Reich und Schön oder so. Die Aufnahmen waren im Freien, was echt der Hammer war, denn es hat bis 6:00 in der Früh gedauert und in Mumbai war es wirklich kalt, wir haben ziemlich gefroren. Ich weiß jetzt eins, der Film ist nicht meins, ich bleibe beim Theater, denn da muss man wirklich was spielen und nicht alles 100 mal wiederholen, bis es endlich passt. Was total lustig zu beobachten war, waren die Schauspielerinnen, denn die haben wirklich alle zwei Minuten “Make up“ gerufen, dann sind so kleine Inder daher gewatschelt und sie haben ihr Puder oder was weiß ich, ausgebessert, vollkommen unnötig bei 2cm Make up, aber bitte. Leider war natürlich auch nicht einer der berühmten “Khan’s“ dabei, somit wieder nix! Ich bin wirklich ziemlich enttäuscht, dass ich nicht nach Bollywood gekommen bin, denn da soll sich gerade JOHNNY DEPP für Dreharbeiten zu einem der neuesten Bollywood Filme befinden - stellts euch bitte vor, Kathi K und Johnny im gleichen Film ... ok ok Träumen wird man noch dürfen J !!!
War eine wirklich witzige Erfahrung, mit urlustigen Leuten, gehört irgendwie zu dieser Stadt dazu!Mumbai ist eine wirklich nette Stadt mit freundlichen Indern, die sogar ein “nein“ akzeptieren und man auch bedenkenlos am Abend auf der Strasse gehen kann, man trifft sogar auf Inderinnen, die am Abend fortgehen, ein sozusagen “normales“ Leben führen können.