Mittwoch, 10. Dezember 2008


Ich kann nur sagen, oarg ein Jahr Indien ist um!!!
Dieses Jahr war so spannend und ich habe soviel erlebt, dass es mir überhaupt nie so lange vorgekommen ist.

Ich kann nur nach einem Jahr sagen, dass ich hier her gekommen bin und so die Möglichkeit bekommen habe, Indien als eine Insiderin kennen und lieben zu lernen, war sicher eine meiner besten Entscheidungen!

Bei meiner Abschiedsfeier von meinen Kollegen, wurde ich gefragt, was für mich das imposanteste in Bezug auf meine persönlichen Erfahrungen in Indien war, schwierige Frage, aber eigentlich gibt es nur eine Antwort: die Herzlichkeit wie man als Fremder aufgenommen wird, denn bei all meinen Familienbesuchen bei meinen Freunden, war ich von der ersten Minute an ein Mitglied in der Familie und habe mich nie als Fremde gefühlt und sind wir uns ehrlich, wie lang dauert es bei uns, bis man so aufgenommen wird… auch hier in VIT, die Kollegen haben mich sofort als eine Ihresgleichen aufgenommen und da war keine Phase, na schau ma sie uns mal an und dann entscheid ma, ob ma sie wollen oder net.

Ich weiß ja auch jetzt schon, dass ich nächstes Jahr, soweit sich das mit meinen Job vereinbaren lässt, wieder nach Indien reisen werde, denn zwei meiner besten Freundinnen, Roopa und Devla werden heiraten, damit ist der Abschied auch nicht ganz so schwer!
Abgesehen davon, kann ich auch mit Sicherheit sagen, dass mich mein “crazy India“ sicher noch öfters sehen wird, denn da sind erstens noch viele Plätzchen offen, von denen ich euch noch in keiner Alltagsgeschichte erzählt habe, weil ein Jahr für dieses Land einfach viel zu kurz ist und zweitens wegen meiner Freunde.

Ich möchte mich aber auch einmal bei euch allen bedanken, für euren lieben Mails, die mir immer wieder gezeigt haben, dass ich zwar räumlich sehr weit weg bin, aber ihr mich alle nicht vergessen habts, war immer schön aus der Heimat zu lesen, auch wenn ich nicht immer alle Mails beantwortet habe, ich habe mich über jedes Einzelne gefreut!!! Aber jetzt freu ich mich noch mehr auf unser Wiedersehen und unsere persönlichen Treffen, ist doch gmiatlicher, als per Mail :-)
Namaste

Freitag, 28. November 2008

Geschichten aus dem Alltag: Kanyakumari und Sivanada Ashram


Die letzte Woche habe ich noch einmal, letztmalig, ausgenutzt, um neue Plätzchen hier in Indien zu erforschen.
Als erstes bin ich einmal nach Kanyakumari dem südlichsten Punkt Indiens gefahren. Ich kann nur sagen dieses Plätzchen hat was besonders, man kann es spüren, kommt wahrscheinlich daher, dass hier drei Meere zusammen stoßen. Ich war dort so ziemlich die einzige westliche Touristin, es waren fast nur Inder zusehen, was das ganze, für mich, noch einmal intensiver wirken hat lassen. Dieser Ort ist auch schon von einigen indischen Schriftstellern als was besonderes beschrieben worden und auch Einige haben den Platz als ihren Kraftplatz gefunden, unter anderem der indische Schriftsteller, dem gegenüber von der Bucht ein großes Denkmal gesetzt wurde, wie auch dem Philosophen . Ich habe es einfach genossen an der Kaimauer zu sitzen und den Indern beim baden zu zusehen. Es ist immer wieder ein Erlebnis. Denn für die Inder ist der Meerbesuch so ganz was anderes als für uns. Sie gehen, wie schon öfters beschrieben, mit ihrem Gewand hinein und die meisten haben eigentlich total Angst vorm Wasser und können auch nicht schwimmen, darum versuchen sie immer, bei einer auch nur bisschen größeren Welle, sofort an den Strand zurück zu laufen. Es kommen aber auch gleichzeitig viele Pilger an diesen Ort, die ihr rituelles Bad einnehmen. Unter anderem habe ich auch eine Gruppe von Nonnen mit ihren Schützlingen, die nach ihrem Verhalten nach, dass erste Mal das Meer gesehen haben und somit am Anfang gar nicht gewusst haben, was sie machen sollen, aber dann mit der Zeit so viel Spaß mit Wellen hüpfen gehabt haben, beobachten können. Die Inderinnen, auch wenn sie mit ihrem ganzen Salwa ins Wasser gehen, haben soviel Spaß, dass sie wieder zu Kinder werden. Nach dem Badespaß geht man aber dann gleich wieder und bleibt nicht noch ein bisschen am Strand sitzen, dass kennen sie nicht. Der Ort ist auch deshalb so einzigartig, weil man am gleichen Fleck Sonnenaufgang und Untergang sehen kann, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass keine Wolken am Himmel sind, so wie bei mir. Der Sonnenaufgang sollte um 6:00 in der Früh sein, ich konnte ihn aber leider nicht beobachten, dafür habe ich aber die hunderten Inder bei ihrer Suche nach der Liesl (=Sonne)(Jakob, das war noch besser als in Darjeeling)und die Pilger beim ihrem morgendlichen Bad, beobachten dürfen.
Danach bin ich nach Trivandrum, ist die Hauptstadt von Kerala, in den Yoga Ashram Sivananda gefahren. Diesen Ashram besucht man hauptsächlich um Yoga zu machen und nicht aus philosophischen Gründen. Yoga bedeutet ja Disziplin und dementsprechend ist auch der Ashram organisiert, man muss um 5:30 aufstehen und um 22:00 heißt es Licht aus, sie überprüfen dreimal am Tag die Anwesenheit, es gibt nur zweimal am Tag Essen, man darf kein Mobile verwenden und es finden insgesamt zwei Yoga Klassen von jeweils 1 ½ Stunden statt. Also alles in allem, war das Yoga für mich super, aber der Rest war nicht meins. Es waren viel zu viele Leute dort, ca. 300 und alles nur Westler (!), sogar der Direktor ist ein Weißer und irgendwie habe ich bei niemanden gespürt, dass er die Arbeit dort gerne macht. Bei den Yoga Lehrern habe ich auch das Gefühl gehabt, dass sie alles so mechanisch machen, nicht so wie ich es bei meiner lieben Ex-Yogalehrerin Ursula kennen gelernt habe, die Yoga aus ihrer Überzeugung heraus unterrichtet hat, mit Liebe, das hat komplett gefehlt. Ich bin wirklich froh, dass das nicht meine erste Yoga Erfahrung war.
Am Freitag bin ich dann abgereist, noch einmal nach Varkala, am Strand, ans Meer zum baden gefahren. Nach der sehr faden Ayurveda Küche aus dem Ashram, haben nur Salz, keinen Knoblauch und Zwiebel, ist angeblich ungesund(?)verwendet, habe ich wieder das gute “spicy“ Essen und vor allem auch Fisch genossen.
Na und am Sonntag hat es dann leider Abreisen geheißen und ich bin mit dem Nachtzug, das letzte Mal heuer, zurück nach Vellore gefahren.

Jetzt hat die letzte Woche meines Indien Abenteuers angefangen, ich bin gerade dabei, die Abschiedspartys am Freitag und Samstag zu organisieren, ihr könnts sehen, ich bin schon eine halberte Inderin, weil ich das erst drei Tage vorher mache und nicht so wie in Österreich, zwei Monate vorher!!! Party ist vielleicht auch ein bisschen übertrieben, ich gehe einmal mit meinen Studenten-Freunden Essen und dann in eine Bar und am anderen Abend mit meinen Kollegen Freunden.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Geschichten aus dem Alltag: Villegeleben


Dieses Wochenende war wieder einmal ganz was anderes, ich habe wieder ganz ein neues Indien kennen gelernt – wahrscheinlich das “simpelste“ bis jetzt.
Ich bin dieses Wochenende mit Roopa zu ihrer Familie gefahren, sie kommt aus Karnataka, in der Nähe von Hubli, ist so ca. auf der Höhe von Goa, aber nur im landesinneren.
Die ersten beiden Tage haben wir bei ihrem Onkel in Sirsi verbracht, haben uns die JOKH Wasserfälle angeschaut, waren beeindruckend, sind doch ziemlich groß und ich finde Wasserfälle einfach faszinierend, die Kraft die dahinter steckt. Am zweiten Tag waren in einer Tibetischen Kolonie. Das war mein Wunsch dort hin zu fahren, ist wirklich eine rein tibetische Ansiedelung, mit zwei Klöster, von Volksschule bis Uni alles vorhanden und sie haben auch ein eigenes Spital. Zu Mittag habe ich dann den Wunsch geäußert gute Momos essen zu wollen, na ja da haben dann der Onkel und die Tante von Roopa die typische indische Reaktion gezeigt, dass kennen sie nicht und somit essen sie es nicht, obwohl ich ihnen versichert habe, dass da kein Fleisch drinnen ist usw., aber zumindest hat der Onkel sie probiert… Roopa war begeistert und hat sie gern gegessen. Das Essen ist für die Inder wirklich ein großes Problem, das ist auch ein Hauptgrund, warum sie nicht gern herum reisen, weil sie dann “ihr“ essen nicht bekommen, auch nicht von Südindien in den Norden, nicht lachen, das ist ernst, so sind sie meine Inder.
Dann sind wir weiter zu Roopa nach Hause, sie kommt aus einem kleinen Bergdörflein, mit ca. 800 Einwohner, gefahren. Es war unglaublich, nach nur drei Stunden Busfahrt haben wir uns auf einmal in einer ganz anderen Welt befunden. Ihr zu Hause ist ein ganz einfaches Villagehaus, mit wirklich absolut nur dem notwendigsten vorhanden.
In der Küche wird noch auf einem Ofen ohne Abzug gekocht, dementsprechend verrußt und dunkel ist das ganze Haus und man wird jeden Tag von einer Rauchwolke aufgeweckt. Der Haushalt ist auch ganz einfach, die Mutter hat z.B. keine Messer wie wir sie kennen, sondern bearbeitet alles mit einem Schneidebrett, ist ein Holzbrett, auf dem sie sitzt und auf dem eine sichelförmiges Messer angebracht ist, dauert natürlich dementsprechend lange, alles zu zubereiten. Es gibt zwei Schlafräume, einen für den Vater und der Zweite ist für die Mutter und die Kinder, im Moment ist aber nur ein Bruder von Roopa ständig zu Hause, denn der andere und ihre Schwester studieren auch und kommen nur in den Ferien nach Hause. Wir haben ganz einfach auf Decken, am Boden geschlafen, denn es gibt nur drei Betten im Haus und in den Zimmern gibt es nur einen Kasten, der Rest wird einfach auf gespannten Stricken aufgehängt. Die Familie hat einen Fernseher, aber zum Beispiel keinen Radio. Extra für mich haben sie in die Küche einen Tisch und Sesseln gestellt, denn sie haben nicht gewusst, dass für mich das am Boden sitzen und essen, so wie sie es normalerweise immer machen, kein Problem ist, nur nebenbei, die Mutter ist nie bei uns am Tisch gesessen, sondern immer nur am Boden. In den traditionellen Familien essen auch zuerst die Gäste, dann die Kinder und der Ehemann und die Mutter ganz zum Schluss, alleine. Das Badezimmer auch ganz minimalistisch, es gibt es einen Wasserbehälter, der von außen mit Holz und Kokosnussschalen für warmes Wasser beheizt wird und gewaschen wird mit der Kübeltechnik. Wenn es gut geht haben sie im Dorf in der Früh und am Abend, für jeweils ein oder zwei Stunden Strom, die drei Tage, die ich dort war, hat es nur einmal am Abend Strom gegeben. Auf Grund der Stromprobleme sind wir jeden Tag um neun oder halb zehn schlafen gegangen, denn was soll man sonst tun. Sie haben zwar eine Solaranlage am Dach, somit gibt es aber nur Licht, aber das war es auch schon. Tagwache war aber dafür schon um sieben.
Ich habe es genossen, das einfache Leben, war schön zu erleben, sich wieder einmal was das Mindeste zu reduzieren und zu sehen was man eigentlich wirklich zum leben braucht. Was mir aber wirklich zum denken geben hat, war die Vorstellung, dass Roopa’s Mutter noch nie in einer Großstadt war, sie hat wirklich keine Ahnung was in der großen weiten Welt los ist, was wir für Probleme haben, wenn wir mal keine Internetverbindung herstellen können, denn sie hat ja nicht einmal ein Mobilnetz in ihrem Dorf. Sie lebt mit ihrer Katze, ihrem Hund und ihren drei Büffeln in ihrer Welt und wäre sicher todunglücklich, wenn man sie auf einmal in eine Stadt schicken würde. Im Endeffekt sind es zwei Welten, das Villageleben und alltägliche Leben, wie wir es erleben, die von den Kindern verbunden werden, nur ist die Frage, wer in Zukunft in solchen Dörfern wohnen wird, denn die Brüder von Roopa haben mir keine Antwort, auf die Frage, ob sie einmal in ihrem Dorf und sich um die Felder kümmern werden, wohnen werden.
Die zweite Geschichte die ich an diesem Wochenende live miterleben durfte, war Roopa’s Arrangement für ihre Hochzeit. Sie hat seit zwei Monaten im Internet und per mobile, mit einem weitschichtig entfernten Verwandten, eine Beziehung, sie ist verliebt über beide Ohren. Sie hat ihn das vorherige Wochenende heimlich getroffen, was aber beide Familien raus bekommen haben und somit war eine oarge Krisenstimmung bei ihr zu Hause angesagt, sie hat sich ziemlich vor ihrem Vater gefürchtet. Aber auf Grund der Tatsache, dass beide, Roopa und ihr Boy, ihren Familien erzählt haben, dass sie sich lieben und heiraten wollen, war es dann nicht ganz so schlimm und nach zwei Tagen diskutieren war auch der Vater von Roopa mit der Hochzeit einverstanden, denn auf Grund des Verwandtschaftsgrades kommen beide aus gleichen Brahmanen Kaste und somit spricht nichts dagegen. Roopa hat jetzt gemeint, dass meine Anwesenheit viel dazu verholfen hat, dass alles so gut über die Bühne gegangen ist, denn im Normalfall hätte es von bösen Streitereien bis zu Schlägen alles gegeben. Am Sonntag haben dann sogar schon die Verhandlungen zwischen den Familien angefangen. Es ist somit eine Liebe-Arrangement Hochzeit. Für die Verhandlung ist von der Boy Seite sein Schwager, ist sozusagen sein Guide, gekommen und von Roopas‘ Familie, zwei ihrer Onkeln und ihr Vater. Sie haben alle zur Hochzeit zugestimmt und ein Datum für die Verlobung vereinbart, sie wird Mitte Dezember stattfinden.
Jetzt bin ich wieder in meiner indischen “normalen“ Welt zurück, aber auch hier spüre ich täglich die Stromprobleme, denn im Moment haben wir zwei Stunden in der Früh, zwei am Nachmittag und auch zwei am Abend, den sogenannten Power-cut, während dessen keine Klimaanlage usw. funktionieren.

Dienstag, 16. September 2008

Geschichten aus dem Alltag: Bengauli Marriage

Vor zwei Wochen war ich eine Woche in Delhi, denn die Schwester von Tisham hat geheiratet und sie haben mich dazu eingeladen und weil zu der Zeit bei mir auf der Uni nur Exams waren habe ich schon vorm Sommer beschlossen mir auch einmal eine Nordindien Hochzeit anzuschauen.

Es war genau die Woche in der am Samstag die 5 Bomben hoch gegagen sind, es hat so sein sollen, dass ich an diesem Tag nicht an einen dieser Plätze einkaufen war, denn ich habe am Freitag kurzfristig meine Pläne geändert und umgedreht…

Als ich Delhi angekommen bin, habe ich ausser Tisham niemand aus seiner Familie gekannt, was sich sehr rasch geändert hat, denn in kürzerster Zeit war ich wie ein Famileinmitglied aufgenommen und konnte so alle Bräuche in der Brautfamilie miterleben. Wie ihr aus meiner Betitelung erkennen könnt, ist die Familie vom Tisham nicht vom Nordpart, sondern von Bengauli – aus Koklkata, nur lebt jeder woanders, darum hat die Hochzeit in Delhi statt gefunden.
Die Hochzeit war eine “arranged“ marriage, aber der anderen Art, denn die Beiden Arpita und Saurabh kennen sich schon über ein Jahr und haben sich in der Zeit auch öfters getroffen, was normalerweise nicht sein darf. Die Beiden haben ihren Willen durchgesetzt und gemeint nach einem oder zwei Treffen können sie nicht sagen, ob das der Lebenspartner ist und dadurch, dass beiden Seiten liberale Eltern haben, war das kein Problem. Es war auch schön zu sehen, dass bei dieser Hochzeit, die Kasten keine Rollen spielen, denn Arpita kommt von einer niedrigen Kaste als Saurabh, er ist ein Brahmane.
Am ersten Tag hat die wirkliche Hochzeit stattgefunden, an diesem Tag wird alles von den Brauteltern organisiert und finanziert. Als ich am Vormittag in ihr Haus angekommen bin, war schon eine Puja (= Messe im Hinduismus) im Gange, bei der, für alle verstorbenen Familieangehörigen gebetet wird, aber auch für die Zukunft. In der Puja sind nur der Brautvater und die Arpita involviert. Währendessen ist im ganzen Haus Verwandschaft, die verköstigt und Unerhalten werden muss. Nach der Puja hat es eine Tamarindschlacht gegeben, Tamarindpulver wird mit Wasser vermischt und soll eigentllich nur der Braut ins Gesicht geschmiert werden, die sich natürlich wehrt und somit hat dann jeder die gelbe Farbe im Gesicht, war urlustig, alle wie kleine Kinder!
Nach dem obliagtorischen Mittagsschlaf, alle, egal welchen Alters, legen sich nieder und schlafen eine Stunde, ohne dem geht gar nichts. Und danach wurde es hektisch, denn die Braut musste hergerichtet werden, Saree, Haare, Schminke inklusive Gesichtsdeko, sehts ihr auf den Fotos ….
Auch ich habe diesmal wieder Saree getragen, diesmal konnte ich den Saree schon fast alleine herum wickeln, aber Gott sei Dank hat es ja genug Tanten im Haus gegeben, die mir dann doch ein bisschen geholfen haben. Dann ging es auch schon los, wir sind gemeinsam losgefahren zu der Marriage-hall, aber ohne Braut, denn die kommt zu letzt. Zur Erklärung hier in Indien gibt es eigene Hochzeitshäuser, die nur für die Zeremonien erbaut wurden und die man anmieten kann. Für das Essen und die Deko, die Blumendeko, die sie hier machen ist der Hammer, denn es werden Blumenketten aus reinen Blüten, die einzeln aufgefädelt werden, für die Autodekoration usw. gemacht, dass könnte bei uns keiner bezahlen und dann gibt es noch ein Catering Service, na ja und dann braucht man noch einen Priester.
Saurabh ist von Tisham’s Mama empfangen worden, denn sie muss ihn füttern und ihm was zu trinken geben, um ihm so Willkommen zu heißen. Dann nach etwas längeren warten, ist die Braut angekommen. Die Zeremonie findet so nebenbei statt, wie ich schon beim Robert in Bali erlebt habe, denn die ganze Verwandschaft, plauedert, ißt, trinkt, kümmert sich aber wenig über das eigentliche Geschehen. Der Trauungsakt selber ist nur ganz kurz, in dem vom Priester ein Band über beide Hände gelegt wird. Es gibt keinen Ringaustausch oder so, die Braut sollte nur ab diesem Tag einen weißen und einen roten Armreifen auf jeder Hand, als Symbol, dass sie verheiratet ist tragen. An diesem Tag schlafen Braut und Bräutigam auch noch getrennt, denn die Braut schläft zu Hause und auch der Bräutigam schläft bei seiner Familie. Erst am nächsten Tag wird die Braut am Abend vom Bräutigam und dessen Familie abgeholt. Dieser Akt ist total traugrig, vorallem für die Brautmutter. Denn bevor sie das Haus verlassen, findet in der Art eine Verabschiedung aus der Familie statt. Die ganze Familie der Braut muss dem Bräutigam was zu trinken und essen geben und beide segnen. Die Mama von Arpita war total am Ende, denn die Tradition sagt auch, dass die Braut erst wieder vier Tage später zu ihren Eltern kommen darf.
Dafür habe ich bei der Familie im Haus schlafen dürfen, denn ich habe aus dem Guesthouse aussiedeln müssen und bin so ins Haus von Tisham übersiedelt und habe dann aus Platzgründen mit einer Cousine und einer Tante im Bett geschlafen, was aber für mich kein Problem war, denn in der Hinsicht bin wie die Inder, die brauchen nur einen Platz zum hinlegen und das reicht ihnen auch schon zum schlafen, für viele Verwandte wurde einfach am Boden eine Matte ausgebereitet… nur zur Erkläfung die Unterbringungs- und Essenskosten der gesamten Sippschaft für die paar Tage, sind natürlich auch von den Brauteltern zu tragen.
Aber am dritten Tag findet ja noch Reception statt, die wird diesmal von der Bräutigamseite ausgerichtet und somit treffen sich wieder alle. Zu dieser Feier kommen wieder so 150 – 200 Gäste. Im Endeffekt nur eine Geschenkabgabe und es gibt wieder gutes non veg Essen, dass ist der große Unterschied zu Tamil Hochzeiten, denn hier gibt es nur vegetarische Thali’s (Thali ist das billigste und einfachste Essen) und im Norden gibt es auch non Veg. Gerichte, gutes Fischcurry, denn Fisch und Eier sind hier auch non Veg., Chicken und Mutton, in der verschiedensten Arten. Hier habe ich auch wieder einmal non Veg. gegessen, obwohl ich sonst in den 10 Monaten fast Vegetarier geworden bin, nicht aus Glaubensgrüden, sondern einfach weil es nicht schmeckt, die Qualität zu wünschen übrig lässt, vorallem beim Fisch und mir wahrscheinlich noch heißer wäre, als schon ohne Fleisch.
Sonst passiert bei der Reception nicht viel, ausser hunderte Fotosessions!

Montag, 8. September 2008

Geschichten aus dem Alltag: Kerala - Munnar


Also vorletzte Woche war Anne, nach 6 Monaten, wieder für 10 Tage in Indien. Der Grund war, einige wissen es schon, ein Inder, denn sie ist, kurz bevor sie abgeflogen ist, mit Shirish zusammen gekommen. Die beiden sind ein indisches Liebespaar, wo nicht viel passieren darf, denn Shirish kommt aus einer streng gläubigen Bramahnen Familie. So könnt ihr euch sicherlich vorstellen, ist die ganze Liebesgeschichte nicht unbedingt die einfachste und vorallem für Anne wirklich nicht leicht.
Ich war gemeinsam mit Anne, Shirish und Shambhu 4 Tage in Kerala unterwegs, aber diesmal nicht am Meer, sondern in den Bergen.
Ich kann nur sagen es war genial!!!
Wir sind als erstes nach Thekkady gefahren, mit dem Nachtzug nach Chochin, sind dort im strömenden Regen um 3:00 Uhr in der Füh angekommen, haben die Stunden bis zum ersten Bus, auf Grund des Regens, am Bahnhof verbracht und sind dann um 6:30 Uhr mit den ersten Bus weiter gefahren. Die Anreise hat weitere 6 Stunden gedauert, aber die Landschaft hat die lange Busfahrt entschädigt, denn wir sind die ganzen Zeit in den Bergen unterwegs gewesen – ich kann nur sagen ein Traum und man sollte Busfahrtauglich sein. Die indische Busfahrer geben nämlich nur Gas und hupen - gebremst wird es in der Kurve bzw. erst dann, wenn man vor einem anderen Fahrzeug steht. Teilweise echt der Hammer was die zusammen fahren und auf Grund der angenehmen Kurvenausfahrtechnik, wurde es Shambhu schon ziemlich mulimig im Bauch, aber er hat es, ohne einen Zwischenfall, gemeistert. In Thekkady haben wir in einem zwei Tage altem Hotel gewohnt, darum war auch noch alles schön sauber und wir mussten keine erste Grobreinigung, wie normalerweise, vornehmen, dass einzige Problem war das Warmwasser, dass hat noch nicht funktioniert, darum haben wir wieder einmal bei der Rezeption,vorm duschen, für einen Kübel warmes Wasser anfragen müssen. Ich glaube, ich werde mir in Österreich auch eine indische Dusche, Kübel und kleiner Schüttbehälter, zulegen, denn das werde ich sicher vermissen…
Ich glaube ich muss nicht betonen, dass ich mit Anne und Shirish und Shambhu in einem Zimmer geschlafen haben.
Thekkady liegt auf rund 2000m und hat ein “geniales“ Klima, wirklich angenehm kühl und ist der Ausgangspunkt für den Besuch im Periyar Nationalpark. Am ersten Tag haben wir auf dem See eine Rundfahrt, in der Hoffung die Wildelefanten zu sehen, aber leider, sie wollten sich nicht zeigen. Ich glaube aber, dass die Bilder reichen,
http://picasaweb.google.com/kathik.india/Munnar#, damit ihr sehts wie traumhaft es war. Am nächsten Tag haben wir dann eine dreistündige Wanderung mit einem Guide vom Nationalpark durch den Regenwald gemacht – war super schön. Die ganzen Geräusche, die man im Zoo, im Regenwaldhaus von den Tonbändern kennt, einmal live zu hören und auch die Gerüche, wirklich, es war urbeeindruckend. Natürlich das tollste waren die Laguren Affen, die auf den Bäumen neben uns gesessen sind, sie so von Baum zu Baum schwingen zu sehen… war wirklich toll.
Anne und Shirish haben sich die ganzen Zeit, in jeder freien Minute, unterhalten, denn in diesen paar Tagen mussten irgendwie alle Lebensplanungsfragen abgeklärt werden, denn als wir am Sonntag zurück gekommen sind, waren bereits Shirish Eltern dort, um Anne kennnen zu lernen.
Am nächsten Tag sind wir weiter nach Munnar gefahren und sind in einem ganz netten Hotel “green view“, 400 IRP, pro Zimmer, untergekommen. Über die Inhaber haben wir für den nächsten Tag eine 5 Stunden Trekkingtour gebucht, Startzeit 5 in der Früh. Es war unglaublich, awsome wie die Inder sagen, wir sind von 1700 auf 2100 m geganen und das ganze oberhalb der Wolkengrenze. Die Landschaft - ein Traum, runderhum nur Teeplantagen, ganz verträumt. Für Shirish und Shambhu war es die erste Trekkingtour in deren Leben, denn die Inder sind nicht ubedingt die Bewgungsfreudigsten, für 10m nehmen sie sich schon ein Auto (=Rikschah), ich kenn zwar auch ein paar Österreich, die den Indern gleichen, aber trotzdem machen wir viel mehr Bewegung, als die hier. Liegt aber wahrscheinlich an dieser oargen Hitze, die wir hier ständig haben, da verlernt man sich zu bewegen, als Selbstschutz, zum überleben ;-)
Unsere beiden Indere waren auch die siebten die den Gipfel, in den letzen drei Jahren, erklummen haben! Shambhu hatte beim Abstieg so seine Problem, denn die Felsen waren ziemlich rutschig und so hat er ein paar echt geniale Stürze hingelegt, aber alle ohne Verletzungen.
War schön auch hier in Indien, eine kleine Bergtour gemacht zu haben und ich kann nur jedem raten, der “god owns country“ (=Kerala) besucht, sich auch ein paar Tage vom Meer zu trennen und sich diese Seite anzuschauen.
Am Sonntag als wir wieder in VIT angekommen sind, durfte ich beim ersten Treffen zwischen Shirish’s Eltern und Anne dabei sein – war echt ein Erlbenis. Nach kurzer Vorstellung, ca. 5 Minuten plaudern, haben die Eltern von Shirish gemeint dass sie sicher nicht die Ringe für die Hochzeit zahlen, dass soll sich jeder selber besorgen, Anne bekommt einen Saree und den Goldschmuck, aber der Rest muss von ihrer Seite aus kommen. Gleich im Anschluß wurde sie dann gefragt, ob es sie eh nichts gegen eine join-Familie hat, denn das ist hier so üblich und außerdem müsse sie ja noch viel lernen. Anne hat nur mal geschluckt und gemeint, dass wir in Europa nicht in Großfamilien leben und sie es nicht will. Damit war der Punkt mal fürs erste erledigt, kein Kommentar oder so.
Der nächste Punkt, den sie beantworten musste, war, ob sie ihr Leben lang auf Fleisch und Alkohol verzichten kann, denn das ist in deren streng gläubigen Bramahnen Familie nicht erlaubt. Wo ich dann einmal kurz eine Diskussion angefangen habe, denn ich verstehe bis jetzt nicht, warum sie darauf verzichten muss, denn sie kann weiterhin Christin bleiben, auch wenn sie heiraten, also nicht so wie du Robert, soll aber trotzdem nach den Regeln einer Bramahin leben. Die Eltern konnten mir keine wirkliche Antwort geben, sie haben nur gemeint, es ist halt so und ausserdem ist es viel gesünder.
Ich kann nur sagen, dieses erste Gespräch war ziemlich direkt, ohne lange blabla gleich drauf los, wie die Inder halt sind. Aber die Eltern von Shirish haben Anne sofort gern gehabt und sie haben sich alle gut verstanden.
Nach dem Treffen und den gemeinsamen Tagen ist noch gar nichts fix, wie es bei den Beiden weiter geht. Denn nach Shirish’s Plan und dem seiner Mutter, sollten sie so bald wie möglich heiraten, auf Grund des Ansehens der Familie. Anne hat aber öfters wiederholt, bevor Shirish nicht zumindest einmal für länger in Frankreich war, um auch ihre Familie und Kultur kennnen zu lernen, heiratet sie sicher nicht. Somit muss Shirish das jetzt seinen Eltern beibringen und hoffen, dass sie akzeptieren.
Anne ist auch bei dem zwar kurzem Besuch nach doch 6 Monaten klar geworden, dass sie hier in Indien nicht für immer leben kann, dieses unorganisierte, der Dreck, der überall ist, nicht wirkich frei, im Sinne, machen zu können, was man will, zu sein…
Die beiden sind ein echt liebes Pärchen und ich hoffe sie schaffen es, die ganzen Problemchen unter einem zu Hut zu bekommen, aber im Moment wissen sie noch nicht einmal, wann sie sich wieder sehen werden.

Montag, 25. August 2008

Geschichten aus dem Alltag: Auroville


Die letzten beiden Wochenenden war ich in Pondycherry. Ist ein netter Ort am Meer, der früher eine französische Kolonie war und aus dieser Zeit noch einen schönen alten französischen Stadtteil besitzt. Hier kann man wirklich vergessen, dass man sich in Indien befindet. Man kann in kleinen Gassen, mit schönen Häusern im Kolonialstil spazieren gehen und dabei die Ruhe geniessen, denn es gibt kein gehupe. Aber das wirklich besondere daran ist, dass man keinen Dreck auf den Strassen findet und alles schön geordnet wirkt. Dafür sind die Strassen aber auch leer, denn die Inder leben in “ihrem“ Stadtteil und somit findet auch dort das Leben statt.
Pondycherry ist auch sehr bekannt für seinen Ashram, der vom Sir Aurobindo 1920 gegründet wurde und dann von Mira Alfassa, die auch die “Mother“ genannt wird, übernommen wurde.
Etwa 10 km außerhalb der Stadt liegt Auroville, die Modellstadt. Aber wenn ihr bis jetzt noch nichts davon gehört habts, keine Angst, ich auch nicht, bevor ich hier her kam.
Diese Stadt wurde 1968 von “der Mutter“ gegründet. Sie hat Auroville definiert, als einen Platz auf der Erde, den keine Nation als ihr alleiniges Eigentum beanspruchen kann und an dem alle Menschen, egal welchen Geschlechts und welcher Nation, in Harmonie und Frieden, ein, der spirituellen Vervollkommung, gewidmetes Leben, verbringen können. Ihr Ziel ist es, in dieser Stadt, das Ideal der Menschlichen Einheit zu verwirkichen. Bei der Eröffnungszeremonie 1968 waren 126 Staaten vertreten und auch jetzt wird das Projekt von der UNESCO usw. unterstützt, nur damit ihr sehts, dass diese Stadt was seriöses ist.
Im Moment leben ca. 2000 Menschen in Auroville. Nach dem Tod der Mutter hat die indische Regierung die Verantwortung dieser Stadt übernommen und bestimmt die Gremien für die Verwaltung, denn der ursprüngliche Wunsch der Mutter war, dass acht Aurovilianer die “intuitive Intelligenz“ sind und so eine Intuition intellegent zum Ausdruck bringen, denn nach ihrer Vorstellung liegt es näher an der Wahrheit als alles andere. Aber bis dato war es nicht möglich, eine Auswahlmöglichkeit für diese acht Aurovilianer zu finden, daher wird sie durch diese Gremien verwaltet.
Ihr ursprünglicher Wunsch war auch, dass Geld in Auroville keine Bedeutung hat, sondern nur für die äußere Welt verwendet werden soll, auch das ist bis dato noch nicht möglich. Die Ausbildung, die sportlichen Aktivitäten und das wohnen sind zwar gratis, die Lebensmittelkosten sind sehr niedrig, es gibt auch seit kurzem die Möglichkeit Gewand kostenlos zu bekommen, aber für die Stromrechnungen usw. müssen die Rechnungen bezahlt werden… ohne Geld geht es halt dann doch nicht!!!
Die Aurovilianer leisten ihre Arbeit auf freiwilliger Basis und bekommen dafür eine kleine Entschädigung, mit der sie aber nicht auskommen und so müssen sie noch was dazu verdienen, um sich ihr Leben in Auroville zu finanzieren.
Es gibt in der Stadt ein Kultur-, ein Ärzte- und ein Ausbildungszentrum, in dem vom Kindergarten bis zur Highschool alles untergebracht ist. In Auroville soll die Erziehung niemals enden und es soll ein Platz des immerwährenden Frotschrittes und einer Jugend, die niemals altert, sein, so hat es die Mutter nieder geschrieben. Es sollen auch neue Unterrichtsmethoden entwickelt werden, denn nach Ansicht der Mutter, sollen die Kinder lernen, dass sie auf ihre innere Stimme hören sollen, denn die Lehrer sollten keine Lehrmeister sein, sondern sollten mehr helfen und Anleitungen geben und den Kindern zeigen, wie sie sich Wissen aneignen können.
Wie gesagt momentan leben ca. 2000 Menschen in Auroville, von denen ca 40 % Inders sind und der Rest kommt aus Europa.
Das Zentrum von Auroville ist das Matrimandir. Das Gebäude hat die Form eines goldenen Balles. Es wird auch als die Seele genannt, soll das Symbol der unviversellen Mutter, deren Wirkung die Schöpfung ist, darstellen. Im inneren dieser Kugel befindet sich nur ein Raum, der Platz der Konzentration, der Bemühung sein Inneres zu finden. Für diesen Raum hatte die Mutter eine ganz genaue Vorstellung, die von einem französischen Architekten umgesetzt wurde. Das Matrimandir ist kein religiöser Ort, jede Art von Ritualen sind verboten, auch Blumen und Räucherstäbchen, es soll ein reiner Platz zur Mediation sein.
Dieses Wochenende konnte ich Matrimadir besuchen, denn es ist nicht so leicht eine Bewilligung zu bekommne, man muss sich zumindest zwei Tag vorher anmelden.
Ich kann nur sagen, dass wenn wenn man einmal diese goldene Kugel von aussen gesehen hat und von diesem Raum gehört hat, dann muss man einfach rein gehen, um seine Neugierde zu stillen, die ja bei mir, wie ihr alle wisst, fast gar nicht ausgeprägt ist. Und ich kann nur im nach hinein sagen, ist es wirkich faszinierend, es hat sich ausgezahlt.
Der Weg, der einem zum Eingang führt, geht einmal symbolisch hinuter, denn niemand erreicht gerade weg sein Ziel. Vorm Eingang muss man sich die Schuhe ausziehen, denn im inneren ist alles weiß, weißer Marmor an den Wänden und weißer Teppich am Boden. Man bekommt sogar weiße Socken, damit man auch wirklich nichts beschmutzt! Im inneren herscht eine absolute Ruhe. Der Weg zum Raum der Konzentration führt entlang der Kugel in Form einer freischwebenden Rampe, natürlich auch mit weißem Teppichbelag, man nähert sich langsam seinem Ziel.
Und dann betritt man sein Ziel, den Meditationsraum, alles ist weiß, man sieht nur 12 Säulen, welche die 12 Monate symbolisieren sollen und eine Kristallkugel, die sich genau in der Mitte des Raumes befindet, sie hat einen Durchmesser von 70 cm. Genau über ihr, wird ein Sonnenstrahl eingeleitet und dieser durchbohrt mit seiner goldenen Farbe den Kristall. Außen an der Kugel ist ein Spiegel angebracht, der mit der Sonne mitwandert und somit immer die optimal Einstrahlung gewährt. Bei schlechtem Wetter und am Abend hilft das elektrische Licht, genau diesen Effekt zu erzeugen. Der Raum hat kein Fenster,er ist voll klimatisiert und die Türen sind im geschlossenen Zustand nicht sichtbar, nur die 12 Säulen und die Kristallkugel, die von vier goldenen Sternen getragen wird.
Ich kann nur sagen, dieser Raum hat was, alles weiß, diese gigantische Kugel in der Mitte, die nur mit einem Sonnenstrahl beleuchtet wird, die absolute Ruhe… wirklich ein idealer Platz zum meditieren und auftanken; Die gesamte Architektur des Matrimandir ist faszinierend, eine gigantische Umsetzung eines Traumes.
Wenn man das erste Mal Matrimandir besucht, darf man nur 10 Min. drinnen bleiben, beim nächsten Mal dafür aber eine Stunde.
Als ich von Auroville gehört habe, war mein erster Gedanke, eine Hippiekomune… aber wenn man wirklich dort ist und sieht, wie alles gut organisiert ist, wiviele Projekte laufen, wie sie auch die indische Bevölkerung integrieren, weiß man, dass da eine gewisse Ernsthaftigkeit dahinter steckt, den Traum der Mutter zu verwirklichen. Uns ein franz. Architekt ins Matrimandir geführt, die Bevölkerung dieser Stadt ist also komplettt gemischt, vom reichen Doktor aus Italien bis zum Mittellosen Nachbardorfbewohner aus Indien.

Ja ja - auch das ist Indien, die Schaffung eines Platzes zur Verwirklichung des Ideal der menschlichen Einheit.

Montag, 18. August 2008

Geschichten aus dem Alltag: Palmblattbibliothek – Naadi Reader

Dieses Wochenende war wieder einmal ein Langes, denn am Freitag war der Independece day, somit hatte ich drei Tage frei.
Den Freitag habe ich in Chennai verbracht, um einen Mythos zu überprüfen und zwar den der Palmblattbibliothek.
Als ich vor zwei Jahren das erste Mal nach Indien gefahren bin, haben mir Freunde von der Existenz dieser Bibliotheken erzählt und damals schon, hatte ich die Idee, diese aufzusuchen, um zu schauen was passiert, aber die Zeit war zu knapp. Ich muss auch zur Erklärung dazu sagen, dass es nicht leicht ist, die richtige Adresse ausfindig zu machen, denn viele links, in den diversen Berichte, sind nicht richtig und wenn man die Inder fragt, bekommt man meistens die Antwort, ja ich habe schon von den Naadi Reader und den Palmblättern gehört, aber genaueres können sie dir nicht sagen. Aber jetzt nach 8 Monaten habe ich endlich über einen Kollegen, die Informationen bekommen, wo ich in Chennai so ein Archiv finden kann.
Also der Mythos hinter den Palmblättern sagt, dass gewisse Rishis vor ca. 2000 Jahren in einer tiefen Meditation, die “Geschichte“ von diversen Leuten niedergeschrieben haben, um genauer zu sagen, von Alldenen, die zu diesem Ort kommen und danach fragen werden. Die Geschichte bedeutet, dass man einige Informationen über die Vergangenheit erzählt bekommt, auch über die früheren Leben, wenn man will und dann auch über die Zukunft, die mit Morgen anfängt, denn im Blatt steht geschrieben, wann man kommmen wird. Sie haben also schon vor 2000 Jahren gewusst, dass ich, Kathi K, im Jahre 2008 dort hinkommen und nach meinem Blatt fragen werde. Die weitere Information die ich bekommen habe, war das ca. vor 300 Jahren auf Grund der Zersetzung der Blätter, alle kopiert wurden.
Ein Professor von VIT hat mich an diesen Ort gebracht, liegt in einem Randbezirk Von Chennai, ein kleines Häuschen wo all diese Blätter verwahrt werden.
Als ich hingekommen bin, wurden mir keine Fragen gestellt, ich musste nur den Fingerabdruck von meinem linken Daumen hergeben. Sie haben mir noch erklärt, dass sie mir nicht sagen können, wie lange ich zu warten haben und das es auch sein kann, dass sie mein Blatt nicht finden können. Also alleine mit meinem Fingerabdruck haben sie sich auf die Suche gemacht…
Na ja und dann hat es geheißen warten, lange warten, denn ich bin um 9:30 hingekommen und bis 12:30 ist nichts passiert. Ich habe mir selber die Frist gesetzt, dass ich nicht länger als bis eins warten werde, denn ich wollte ja nur wissen, ob dieser Mythos wirklich stimmt oder nicht und bin ja nicht ernsthaft an meiner Zukunt, wie die ca. 30 um mich herum sitzenden Inder, interessiert. Denn wie euch schon einmal geschrieben habe, ist zwar für die Inder, die Kaste, in die man hinein geboren wird, sehr ausschlaggebend für den Lebensablauf, aber fast noch wichtiger ist, was die Astrologen und die Sterne sagen. Für jedes Neugeborenes wird ein Horoskop angelegt und fast jeder Inder besitzt ein richtiges Horoskopbuch. Wenn wichtige Entscheidungen zu treffen sind, egal ob im privaten oder im beruflichen Bereich, wird der Astrologe befragt und ganz besonders wichtig ist er bei der Bräutigam- oder Brautsuche, ohne Überprüfung der Horoskope, ob die beiden Personen zusammen passen, darf nicht geheiratet werden. Zwei Reihen vor mir ist ein Vater gesessen, der ca. 20 so Horoskope in der Hand gehabt hat und hat diese durch die Astrologen überprüfen lassen, wer der beste Partner ist.
Um ca. 12:30 habe sie mir dann erklärt, dass sei mein Blatt gefunden haben, dass ich nur noch kurz warten müsste. Na ja und dann hat das Unglaublich angefangen. Man sitzt einem Naadi Reader gegenüber und der öffnet ein Sammlung von Palmblättern, sind ca. 20 cm lang und 3 cm breit, diese Blätter liegen auf einander, ca 50 pro Batch und sind oben und unten mit einer Holzplatte gebunden. Der Reader beginnt in Tamil den Inhalt des Blattes vorzulesen und übersetzt es mir dann ins Englishe und ich muss es bestätigen oder widersprechen, ich habe aber wirklich immer nur mit ja und nein geantwortet. So wird versucht aus der Sammlung mein persönliches Palmblatt ausfindig zu machen, denn mit meinem Fingerabdruck, haben sie irgendwie eine Eingrenzgung machen können, keine Ahnung wie, sie konnten es mir nicht erklären, hat aber irgendwas mit den Horoskopen zu tun. Er liest Inhalte wie, dein Vater heißt Henry usw. vor. Es geht ziemlich lange so, unglaubliche Sachen, wie dein Onkel sitzt im Gefängnis, werden vorgelesen, aber im ersten Batch war nicht mein Blatt, darum musste ich wieder warten, damit er eine neue Sammlung hollen konnte, die wie gesagt nur auf Grund meines Fingerabruckes heraus gesucht wird. Als er wieder erschien, hat er das lesen fortgesetzt und ca. in der Mitte war dann auf einmal die Tatsache, geboren am 30. Oktober, ja … im Jahr 1975 geboren, ja… sie heißen Katharina, ja… ihr Vater heißt Josef, ja… sie sind die Erstgeborene, ja… ihr Bruder studiert, ja… ihre Mutter heißt Christina, ja… ihre Schwester ist verheiratet, ja… sie haben nur eine Schwester und einen Burder, ja… sie sind Bauingenieurin, ja… sie unterrichten gerade, ja… das waren die Punkte, mit denen er mein Blatt indentifiziert hat, unglaublich, oder ?! Ich muss aber zu Erklärung sagen, dass ich die Erstgeborene, einen Bruder, eine Schwester, Bauingenieurin und gerade unterrichte, diese Informationen kann er sich auch auf Grund der vorherigen Blätter und meiner ja / nein Antworten rein interpretiert haben. Er hat mich auch oft nach der Silbenanzahl in den Namen meiner Mutter und in meinem gefragt, somit wenn er das Lesen der Gedanken beherscht, kann er auch so die Information bekommen haben… ok ich höre eh schon auf, alles erklären zu wollen, aber ich bin halt eine Technikerin…
Nach dem mein Blatt gefunden war, hat es wieder warten geheißen, denn jetzt müssen sie das Blatt lesen und übersezten und niederschreiben, denn das Tamil in dem das Blatt geschrieben ist, ist ein ganz spezielles und nur wenige Menschen sind fähig es zu lesen. Am Abend um sechs war es dann soweit, dass mich ein anderer Naadireader aufgerufen hat, damit er mir mein Blatt vorlesen kann.
Die Lesung war dann rein auf meine Zukunft bezogen, sie haben mir keine weiteren Details über meine Vergangeneheit erzählt und haben mir erklärt, dass gerade irgendein Planet in einer schlechent Position steht und darum eine schlechte Zeit kommen wird, wenn ich aber auf meinen Frieden schaue und brav bin, spende für armen Menschen und auch in die Tempeln gehe, dann werden all diese schlechte Dingen nicht passieren und ich werde glücklich… auch wenn ich etwas über vierzg bin, kommt wieder so einen schlechte Phase, auch hier muss ich wieder brav und Spendenfreudig sein, dann wird nichts davon eintreten und nur Gutes wird passieren… ja so ist das bis 80 gegangen, dass wenn ich brav usw. bin, glücklich mit meinen Enkelkindern sein werde!!! Ich muss euch, glaube ich, nicht sagen, was ich davon halte, nichts, denn das kann ich auch vorhersagen, dass wenn du böse und schlecht bist, dass du keine schöne Zukunft haben wirst…

Im Endeffekt kann ich nur sagen, es hat schon etwas mystisches, dass sie mir die Namen meiner Eltern, meinen Namen und meinen Geburtstag nur auf Grund meines Fingerabdruckes sagen konnten, aber alles Andere, war für mich nur ein Geschichten erzählen.

Samstag, 2. August 2008

Geschichten aus dem Alltag: Delhi - Jaipur - Ghaziabad


So endlich komme ich dazu, euch über den weiteren Verlaufes meines Urlaubes zu berichten:
Nach Dharmasala hat mich mein lieber Burder für drei Wochen besucht und wir sind gemeinsam im nord-östlichen Indien herum gereist.
Um den Aufenthalt für meinen Bruder in Indien, so spannend und abwechslungsreich zu gestalten, habe ich keine Kosten und Mühen gescheut, um ihm alles, was nur irgendwie geht, präsentieren zu können. Daher habe ich gleich einmal für seine Ankuft die dreihundert Jahresfeier des Sikh’s Tempel in Delhi organisiert. Dadurch konnte er sofort die liebenswerte Art dieser Menschen kennen lernen, denn ihr müsst euch vorstellen, dass sie einen Umzug durch diverse Stadtteile Delhi’s organisiert haben und das besondere dabei war, dass sie überall Essensstände aufgebaut, in riesigen Töpfen gekocht und dann das Essen an Alle ausgeteilt haben. Es hat wirklich jeder was bekommen, ganz egal welche Religion oder Abstammung, so wie es ihr Glaube ihnen vorgibt, alle sind gleich.
Nach zwei Tagen Delhi, in denen Jakob sich ein bisschen an den indischen Lärm, denn das gehupe ist wirklich ein ständiger Wegbegeleiter, aber auch an das gewurl, man ist hier nie alleine, nicht so wie ihr jetzt denkt, ja vielleicht auch so, denn sonst würde man wahrscheinlich nicht ein Jahr nach Indien gehen, aber ich habe es im wahrsten Sinn des Wortes gemeint und an die Gerüche, die ich aus sicherheitsgründen jetzt nicht näher beschreiben möchte, gewöhnen konnte. Delhi ist wirklich eine Stadt die alles bietet, eine komplett neue U Bahn, die so sauber ist, dass man kurzfristig denken kann, man befindet sich in Singapur, aber dann auch wieder die schönen alten Märkte, der Gewürzmarkt ist ein unbedingtes Erlebnis, ich könnte mich an solchen Plätzen stundenlang aufhalten und einfach nur das Geschehen beobachten, ist einfach faszinierend, denn nirgens kann man so viel über eine Stadt lernen wie auf den Märkten. Architektonisch hat Delhi auch viel zu bieten, ein wunderschönes altes Fort, die größte Moschee Indiens, aber auch viele moderne Gebäude, wie zum Beispiel den Lotustempel. Ist ein ganz spezieller Platz in dieser Weltstadt, denn in diesem Tempel ist absolutes Sprechverbot, eine wirkliche Herausforderung für die Inder und in Mitten einer wunderschönen Parkanlage erhebt sich eine riesige Lotusblüte, strahlt wirlich ganz was eigenes aus.
Ihr könnt Alles in meinem Webalbum
http://picasaweb.google.de/kathik.india sehen.
Nach Delhi sind Jenny, Jakob und ich mit dem Zug weiter nach Jaipur. Dort haben wir wirklich in einem total genialen Hotel gewohnt, Pearl Palace, dass eigentlich immer zu gemütlich war, sodass wir immer zu lange auf der Terasse unser Frühstück genossen haben, mit frisch importierte Maramelade aus Österreich. Die Stadt, mit dem alten Stadtteil, der die pink city genannt wird, hat was gmiatliches, oder besser gesagt, was liebenswertes, man mag die Stadt irgendwie gleich von Anfang an. In Jaipur wird einem auch sicher nicht fad, erstens gibt es genügend Sehenswürdigkeiten, vom Fort Amber, über den Citypalace, den man leider nur von aussen sehen kann, denn wenn man die Wohnräume besuchen will, muss man den Geldbeutel des dort lebenden Maharajas mit 5.000 Rps (30 Eur) auffüllen. Ich hab eh versucht, so an ihn ranzukommen, aber leider ist es mir nicht gelungen, wieder nix mit einem reichen Maharaja!!! Faszinierend ist auch das Observatorium Jantar Mantar, mit den riesigen Sonnenuhren, teilweise sind sie funktionstüchtig, aber auf Grund ihrer Größe sind sie nicht exakt, aber um das geht es auch gar nicht, ist einfach schön zu sehen. Am zweiten Tag waren wir bei einer Studentin von mir zum Mittagessen eingeladen, habe die gute Jaipur-Mamaküche genossen, nur damit ihr euch vorstellen könnts, wie wir hier behandelt wurden, extra für uns, ist der Vater von Pryia aus dem anderen Stadtteil gekommen, um uns hallo zu sagen. Würde bei uns kein Mensch machen!!!
Am Abend sind wir, nur noch Jakob und ich, denn Jenny wollte ja unbedingt wieder nach Hause, ;-) mit Vinav, auch ein Student, fort gegangen, in ein super Nobelrestaurant, in dem man genial Sheesha rauchen kann, darum heißt es auch so. Nach den beiden Treffen konnte man so richig gut verlgeichen, wer aus welcher Familie kommt und wie reich diese ist, denn Pryia kennt dieses Lokal wahrscheinlich nicht einmal, ja Indien das Land der tausend Gegensätze.
Eigentlich wäre der Plan gewesen, am nächsten Tag mit dem Zug nach Agra zu fahren, aber dadruch, dass ich für mein Brüderchen alles organisiert habe, hat es eine Strassen und Zug-blockade gegeben und es war uns nicht möglich weiter zu reisen. So sind wir halt noch einen Tag länger in Jaipur geblieben und haben uns eine alte Tempelstadt, die von den Indern, monkeytempel, genannt wird, angeschaut. War urschön dort, denn wir waren die einzigen Touristen und haben es so wirkich geniessen können, zwischen die alten Gebäude und den Affen herum zu spazieren.
Danach sind wir wieder zurück nach Delhi, haben dort Vivek getroffen und sind gemeinsam zu ihm nach Hause, nach Ghaziabad, gefahren. Ich möchte euch nur kurz diesen Nachmittag beschreiben, denn es war wirlich ein Erlebnis anderer Art. Also Vivek kennts ihr ja schon vielen Fotos und Berichten, ist ein guter Freund von mir. Wir wurden von ihm und seinem Onkel vom Bahnhof abgeholt und sind dann einmal in dessen Haus gefahren, sind mit einem gutem lunch versorgt worden und danach sind Jakob und ich, ins klimatisierte Schlafzimmer geschickt worden, damit wir uns ausruhen können. Wirklich, als erstens haben wir nicht gewusst was wir tun sollen, denn wir wollten ihnen klarmachen, dass wir nicht müde sind und nicht schlafen wollen, aber das ist uns nicht gelungen, denn für die Inder ist schlafen eine der Lieblingsbeschäftigungen, darum ist kein Verständnis für unseren Widerspruch aufgekommen und wir haben halt zwei Stunden in dem Zimmer verbracht, ok ich gebe es zu, ich bin auch eingeschlafen. Danach sind wir zu Vivek’s Elternhaus gefahren und haben einmal seine Eltern und seine Schwestern kennen gelernt, sind mit einem Tee und Snacks bewirtet worden. Und jetzt kommts, danach haben wir in ungefähr vier Stunden, seine ganze Familie, ca. 65 Leute, kennen gelernt, sind von Haus zu Haus maschiert, haben natürlich überall was trinken und essen müssen, war echt der Hammer und dann wieder zurück ins Elternhaus und Abendessen … Ihr hättet meinen Bruder sehen sollen, der hat am Schluss wirklich nicht mehr können, nein im Ernst, es war wirkich einmal was ganz anderes, so viele Mensche in der kurzen Zeit kennen zu lernen, überall die gleichen Fragen, where are you from? how do you like India? do you like the food? it’s not to spicy? zu beantworten… aber auch wieder urschön zu sehen, dass die ganze Familie, so nah bei einander wohnt und jeder jedem helfen kann. Vivek’s Familie ist eine Landwirtfamilie, sein Vater arbeitet nicht mehr und hat daher das Land verpachtet, denn verkaufen mag er es nicht, weil es Familienbesitz ist und es auch bleiben soll, obwohl ihm schon Unsummen angeboten wurden, denn Ghaziabad liegt mit dem Auto ca. nur eine halbe Stunde von Delhi entfernt. Seine Familie ist ziemlich religiös und traditionell, dass kann man im Verhalten untereinader, aber speziell bei den Frauen erkennen, denn sie tragen alle ihren Schal oder das Ende vom Saree über den Kopf und wenn sie einem älteren Mann, ganz im speziellen, ihrem Schwiegervater, begegnen, verdecken sie ihr Gesicht damit. War für mich neu zu sehen, denn hier im Süden, gibt es diese Respekthaltung bei den Hindufrauen nicht. Am nächsten Morgen ist Shirish angekommen und wir haben einen Tag am Land genossen, haben eine Ausfahrt mit dem Bullenwagen, an Stelle des Pferdes wir ein Wasserbüffel eingespannt, gemacht, war urlustig, denn diese Viecher können ziemlich schnell rennen, haben Zuckerohr ausgezuzelt, haben uns dann noch zum Abschluß, den größten Hindutempel, Akshardham Tempel, steht im Guiness Buch, angeschaut. Am Abend waren wir noch bei einer befreundeten Familie eingeladen, denn wir haben bis dahin ja noch zu wenig Leute kennen gelernt und dann hat es auch schon wieder geheißen: weiter geht’s, nach Lucknow, ist der Heimatort von Shirish.
Wirklich schön war in den beiden Tagen zu spüren, dass Jakob und ich sofort Familienmitglieder, sofort in der Familienbande involviert waren. Das hat man auch am Abend beim schlafen gemerkt, denn wir haben kein eigenes Zimmer bekommen, nur zur Erklärung, es ist für die Inder nicht so wichtig, dass jeder seinen eigenen Schlafraum hat, das wird hier alles ganz unproblematisch gesehen, am Abend werden einfach Bettgestelle aus Bambus in das Wohnzimmer gestellt, Decke drüber und gute Nacht. Wir haben im Wohnzimmer gemeinsam mit Vivek und dessen Vater geschlafen. Was auch noch interssant ist, die Inder schlafen alle mit ihrem kompletten Gewand, also die Frauen in ihrem Salwa (ist die Kombination langes Oberteil mit Hose) oder im Saree und die Männer mit ihrem Doti (ist das Tuch, dass sie wie einen Wickelrock tragen). Bitte fragt mich jetzt nicht über ihre Liebesaktivitäten aus, denn ich weiß es nicht, wahrscheinlich wird das irgendwo ganz heimlich und wirklich nur zum Kinderzeugen gemacht, so gschamig wie die alle sind!

Montag, 28. Juli 2008

Geschichten aus dem Alltag: Gleichbehandlung


Das letzte Wochenende war ich in Bangalore mit meinen französischen Freunden, Katy und Olivier, ich betone dies deswegen so besonders, denn wie ihr auf den Fotos erkennen könnts, schauen sie nicht wirklich so aus. Sie kommen von Reunion Island, ist eine kleine Insel neben Mauritius, mit ca. 800.000 Einwohnern. Die Ursprünge der Bevölkerung sind ziemlich bunt gemischt, man findet alle “farben“ vor, aber alle sind Franzosen und fühlen sich auch als solche. Speziell Olivier schaut ziemlich indisch aus und wird hier auch dementsprechend behandelt. Oft wird er in Tamil (= ist hier in Tamil Nadu die Landessprache) angesprochen oder wenn ich was in English frage, geben sie ihm in Tamil die Antwort. Aber leider muss er auch die negative Seite spüren, dass er ignoriert, oder auch übergangen wird. Hier in Indien ist es noch immer was spezielles, wenn man weiß ist, oder auch wenn man Weiße kennt und man kann fast überall die Veränderung merken, wenn sie mit einem sprechen. Warum ich das jetzt so besonders beobachten kann, liegt daran, dass ein Europäer, der mit allem was dazu gehört, als solcher aufgewachsen ist, das gleiche Leben wie wir gewohnt ist, auf einmal als nicht ein solcher behandelt wird und Olivier natürlich auch darüber spricht. Meine ganzen indischen Freunde, erwähnen diese Dinge nicht, denn sie sind damit groß geworden, für sie ist es normal. Wenn wir in einer Runde sitzen und man vorgestellt wird, kommen immer zuerst die “anders ausschauenden“ und dann die Inder, oder auch wenn wir zusammen sitzen und uns neue Leute beiwohnen, wird das Interesse sich mit Olivier zu unterhalten erst dann geweckt, wenn wir ihn als Franzosen vorstellen. Es ist trauig zu beobachten, wie wenig Respekt und Interesse sie an ihren eigenen Leuten haben und mit welcher Aufgeschlossenheit und Neugierde sie uns gegenüber treten. Aber das ist auch ein Grundcharakterzug der Inder, mit dem was er hat, zufrieden zu sein und gar nicht daran zu denken, über den Tellerrand zu blicken, also in dem Fall, Interesse an neuen Freunden zu haben, denn wer weiß, wer oder was sich dort verbirgt… ist auch einer der Hauptgründe warum sie nicht verreisen, denn wer weiß, was man dort zum essen bekommt und dann die Leute… und die Sprache, alles ganz anders… bitte nicht lachen, dass habe ich jetzt schon öfters zu hören bekommen, wenn sie so mitleidsergend festestellen, dass ich jetzt schon mehr von ihrem Land gesehen, habe als sie selber und ich sie darauf frage, warum sie denn nicht verreisen.
Als ich mit Jakob im Norden herum gereist bin, konnten wir auch das Negative des “weiß seins“ feststellen, denn teilweise sind wir uns wie Affen im Käfig vorgekommen, die überall hergezeigt werden, weil es ist ja ganz was besonderes ist, wenn man so “einen“ Gast hat. Ich möchte jetzt nicht undankbar klingen, denn alle Familien waren immer super lieb zu uns, aber viele der Besuche mussten wir wirklich nur aus diesem Grund hinter uns bringen, schnell hin fahren, Tee trinken und nach 10 Min wieder gehen… damit uns alle sehen können.
Die Inder sehen die Weißen als die Reichen, auf die sie aufschauen müssen und denen man Respekt entgegen bringen muss, sie feiern zwar am 15 August ihren Independence day, aber es wird noch etwas dauern, dass sie auch in ihren Köpfen frei werden… ich glaube auch ein Grund, warum man bei den Indern so ein unterschiedliches Behandeln untereinader feststellen kann, ist das Problem mit ihrem Kastensystem und sie so ihre eigenen Leute ja nicht einmal als Gleichwertig ansehen, bzw den gleichen Respekt entgegen bringen, denn was ist schon einige Reinigungskraft, die muss man nicht grüßen, wie soll es da jemals zu einer Gleichbehandlung zwischen weiß und indisch kommen…

…da wären wir wieder bei gleich und gleicher…

Ich bin nur froh, dass meine Freunde schon etwas weiter sind und es für sie keine Unteschiede zwischen weiß und indisch oder zwischen den Kasten, zumindest hier im Alltagsleben, gibt. Denn leider müssen sie sich viele ihren Familien anpassen und auch für sie ist eine Heiat zwischen den Kasten nicht möglich.

Dienstag, 8. Juli 2008

Geschichten aus dem Alltag: Religion

Hier in Indien ist mit Abstand die Hauptreligion der Hinduismus, gefolgt vom Islam, dann Christen, der Buddhismus, die Sikhs, der Jainismus und die Parsen.
Ich hoffe ihr erwartet euch jetzt nicht eine Erklärung des Hinduismus, denn dazu bin ich nicht in der Lage, auch nicht nach meinen 7 Monaten Idnien, aber auch, wie ich schon öfters festgestellt habe, die Inder nicht. Es fangt ja schon damit an, dass wenn man in einen Tempel hinein geht und die Inder fragt, welchem Gott dieser den jetzt geweiht sei, bekommt man die unterschiedlichsten Antworten, denn für die Götter, wie Shiva, Lakshmi, Parvati, Vishnu, u nur ein paar zu erwähnen, gibt es nicht nur eine Darstellungsform und einen Namen, nein, auf Grund der etlichen Reinkarnationen nehmen sie die verschiedensten Gestalten an und heißen dann natürlich jedes Mal anders, aus diesem Grund sind auch teilweise die Inder verwirrt und wissen nicht wirklich, welcher Gott das jetzt eigentlich ist. Ich habe für mich eine kleine Hilfestellung gefunden, es gibt für jeden Gott ein Tier, welches immer in der Nähe des Gottes zu finden ist, egal in welcher Erscheinungsform, wie zum Beispiel für Shiva der Bulle, also wenn ich den Bullen sehe, weiß ich, dass ist ein Shiva Tempel.
Bevor ich nach Indien gekommen bin habe ich mir gedacht, ok es gibt Kasten, aber keiner wird mehr danach leben, na ja da war ich zu gutgläubig! Rein rechtlich und gestzlich gibt es hier in Indien keine Kasten mehr, denn sie wurden abgeschafft, aber in Wirklichkeit sind sie noch immer vorhanden und fast alle Leben, leider, noch immmer nach den Regeln.
Das komplette indische Leben ist nach den im Hinduismus vorhandenen vier Hauptkasten,
die Brahmanen, oberste Kaste, Priester usw.,
die Kshatriyas, Adel und Krieger,
die Vaishyas, Bauern, Händler und
die Shudras, Handwerker und Taglöhner und dann
noch hunderte Unterkasten, ausgerichtet.
Jede Kaste hat ihre Regeln und Vorschriften und somit weiß jeder Inder was er tun darf und was nicht, auch welchen Beruf er erlernen kann, wen er heiraten wird, also das ganze Leben ist vorgegeben, und man sollte sich auch an diese Regeln halten, damit man im nächsten Leben in einer besseren Kaste wiedergeborgen wird. Die Ehepartner werden nach Kaste von den Eltern ausgewählt und ein Mädchen darf nie einen Burschen aus einer tieferen Kaste heiraten. Meine Freunde Shirish, Vivek und Maddy kommen aus drei verschiedenen Kasten und man merkt wirklich am Verhalten und auch bei den Diskussionen von welcher wer kommt. Shirish ist ein Brahmane, ist auch immer ganz ruhig und gelassen, sieht in jedem und überall nur das Gute, würde nie was machen, was andere nicht wollen, Vivek ist eher der Kämpfer, ist auch in der Klassensprecher und Maddy ist ein Vaishyas, er kommt sich dauernd übergangen vor, alle sind gegen ihn usw..
Shirish kommt, wie gesagt aus der obersten Kaste, sind sicher die Gläubigsten und die absoluten Vegetarier, ich habe noch keinen Brahmanen kennen gelernt, der Fleisch ist, im Gegensatz dazu Essen viele aus den anderen Kasten schon auch Fleisch, aber nur Hendl oder Schaf.Nur zur Erklärung, in Indien isst ein Vegetarier kein Fleisch und keine Eier, aber er trinkt Milch und isst Joghurt, denn das ist notwendig, für die Gesundheit, speziell für die Verdauung. Die Vorschrift, dass ein Brahmane nur neben einen Brahmanen essen darf und auf deren Tisch kein Fleisch gegessen werden darf, gibt es Gott sei Dank nicht mehr, wir können alle nebeneinander im Lokal essen.
Das Alkohol absolut verboten ist, muss ich glaub nicht mehr erwähnen, obwohl gekostet haben sie noch Alle von meinem Bier.
Leider gibt es auch noch immer die Kastenlosen, die Dhalits, die stehen außerhalb dieses Kastensystems, sind die Schutzlosen und wurden auch von Gandhi als die Kinder Gottes bezeichnet. Sie sind für alle “Drecksarbeiten“ wie Kloputzen, Müll entsorgen, Leichenwäscher usw. zuständig und ihnen war bwz. ist jegliche Schulausbildung untersagt. Per Gesetz dürfen sie nicht mehr unterdrückt werden, aber ja Papier ist geduldig. Man trifft sie noch immer überall, auf den Bahnhöfen, auf den Strassen, die Kinder werden nur zum betteln erzogen usw., ich bin immer in einem Glaubenskonflikt, soll ich ihnen was geben, denn ich weiß ja, sie werden nie was lernen können, oder soll ich es lassen, keine Ahnung was richtig ist, ich lasse immer meinen Bauch entscheiden. Eines muss ich aber zugeben, in letzter Zeit erzählen mir viele von den verschiedensten Projekten die gestartet werden, damit die Kinder in die Gesellschaft integriert werden, wie zum Beispiel, dass sie kein Schuldgeld zahlen müssen usw., ist aber halt ein langsamer und schwieriger Prozess, denn die Gesellschaft muss diese Menschen als Gleichwertig akzeptieren und nicht mehr auf sie runter schauen, sonst wird es nie funktionieren. Wenn man auf einem Bahnhof, oder egal wo, steht und beobachtet, merkt man sofort, wenn ein Inder mit einem Dhalit spricht, null Respekt und er wird wie das Letzte behandelt. Das andere Problem ist aber auch, dass die Regierung jetzt fixe Schulplätze und auch Arbeitsplätze in der Regierung reserviert hat, somit werden sie jetzt bevorzugt und bekommen deswegen wieder Haß zu spüren …
Ein anderer Mythos sind auch noch die Sikh’s, da gibt es ja die Ärgsten annahmen, wer und was die sind, manche glauben sogar, dass es Moslems sind! Vom äußeren Erscheinungsbild sind es jene Inder, die man mit einem Turban sieht, bzw. die Burschen haben diesen Knödel am Kopf. Die Frauen haben kein besonderes Merkmal, sind frei.
Die Sikh’s glauben an eine Mischform zwischen Moslem und Hinduismus, sie haben aber keine Kasten und nicht diesen Götterwahn. Sie akzeptieren alle anderen Religionen als gleich wichtig und dürfen niemaden deswegen diskreminieren, die Frauen haben den gleichen Stellenwert wie die Männer. Bezeichnend sind die 5 K’s (K kommt von den Hindi Wörtern J ), die die Männer immer bei sich tragen sollten: ein Dolch, ein Holzkamm, ein Eisenarmband und ungeschnittene Haupt- und Barthaare, das abschneiden der Haare ist verboten, darum tagen die Männer einen Turban, denn darin sind ihre Haare eingewickelt. Heute lassen eigentlich die Männer nur noch die Kopfhaare wachsen und die Barthaare werden immer wieder gestutzt. In Delhi durften der Jakob und ich die 300 Jahresfeier eines Sikh’s Tempel miterleben, Jenny hat diesen Tag ja lieber am Klo verbracht, dabei konnte wir beobachten, dass sie auf der Strasse für “alle“ Essen ausgeteilt haben und es nicht nur ihres gleichen gegeben haben, sie sind wirklich absolute tolerante Menschen, die niemanden bevorzugen.

...manchmal kommt mir das Leben der Inder wie ein Theaterstück vor, die Religion ist hier sozusagen der Regisseur in ihrem Leben und sie müssen versuchen ihre Rolle, die ihnen vorgegeben ist, gut zu spielen...

Dienstag, 24. Juni 2008

Geschichten aus dem Alltag: Dharamsala - Mc Leod - Chauntra


Mein Urlaub hat in Delhi begonnen, wo ich Jenny, Steffen und Simon getroffen habe und wir gemeinsam eine Sightseeingtour gemacht haben. Das lustigste war aber wieder einmal ein Inder, denn wir haben uns bereits in Vellore mit Shambu in Delhi verabredet, denn er wohnt nicht unweit entfernt. In unserer naiven Europäischen Art haben wir ernsthaft geglaubt, super, so haben wir einen Einheimischen, der uns die Stadt zeigen kann. Ja, das haben wir aber auch nur geglaubt, denn im Endeffekt haben wir ihm seine Hauptstadt gezeigt!!! Aber nach 6 Monaten Indien hat mich das nicht mehr geschockt, habe nur darüber gelächelt und es ist auch egal gewesen, denn wir hatten viel Spaß, obwohl es ziemlich heiß war, so um die 40 Grad.
Am Abend hat es Abschiednehmen geheißen, denn Jenny und ich sind rauf nach Dharamsala gefahren und Steffen und Simon sind nach Deutscheland zurück geflogen. Irgendwie schon ein komisches Gefühl, dieses dauerende kommen und gehen, neue Freunde finden, lustige Monate gemeinsam verbringen und dann wieder verabschieden und die Einzige, die in VIT übrig bleibt, zu sein.
Die 12 Stunden Busfahrt waren ok, denn wir haben Gott sei Dank einen Luxus AC Bus gebucht und somit haben wir auch wirklich schlafen können. Die 12 Stunden waren aber noch nicht genug, denn in Dharamsala selber gibt es nicht wirklich was zum sehen, somit muss man noch einmal mit einem öffentlichem Bus rauf nach Mc Leod fahren, es dauert aber nur eine halbe Stunde. Wir kennen dieses Gebiet nur unter Bezeichnung Dharamsala, denn dort sind die Verwaltungsgebäude angesiedelt, aber der eigentlich wichtige Ort ist Mc Leod, dort findet man die Monastry, wie auch den Wohnsitz von Dalai Lama.
Und dieses Örtchen ist wirklich urnett. Ich habe mich wie in der Steiermark gefühlt, heimatliche Gefühle sind aufgekommen … die Temperatur … die Luft, seit langem wieder einmal gute frische Luft ( ich möchte nämlich nicht wissen, wieviele Jahre mich dieses Indienjahr auf Grund der ganzen tollen Umwelteinflüsse, die ich gerade geniesse, kostet), Wald, wirklich, ich habe es genossen.
Der ganze Ort war für mich nicht Indien, denn man sieht nur Tibeter und hat auch sofort eine ganze andere Stimmung gespürt, viel ruhiger und gelassener … na ja halt Tibetisch.
Die Monastry ist von aussen ziemlich unscheibar, aber man kann eine schöne XXXX um den Berg gehen, um zum Hauptempel zu gelangen. Der Tempel ist im Gegensatz zu den Tempeln, die ich bis jetzt gesehen habe, nichts besonders, eher unscheinbar, aber trotzdem sehr austrahlend. So schön und friedvoll das jetzt vielleicht auch klingt, so wenig kann man aber hier auch nur eine Sekunde auf die ganzen Geschehnisse in Tibet vergessen, denn überall sind Plakate mit Folterfotos, oder Fotos von vermissenden Tibertern, oder auch Plakate vom vermissten Panchen Lama, angebracht. Vorm Klostereingang sitzen einige Mönche und Nonnen im Hungerstreik, all das gibt dem Ort, der wirklich was besonders für mich ist, eine trauige Stimmung. Ich habe aber trotzdem den Aufenthalt sehr genossen, im Wald spazieren zu gehen, am Abend einen Pullover anziehen zu dürfen, endlich wieder einmal sowas wie Kälte zu spüren und überall die rot gekleidetetn Mönche anzutreffen, das gibt den Platz das gewisse Etwas. Und noch was, ich habe gute Momos bekommen und auch die gute tibetische Nudelsuppe, Jenny musste natürlich auch den Buttertee probieren, der ihr sogar geschmeckt hat.
Man hätte fast vergessen können, dass man in Indien ist, wenn nicht die Inder selbst dort gewesen wären. Die Inder lieben diesen Platz nämlich auch, aber nicht weil er der Sitz des Dalai Lamas ist, sondern weil es eine Hillstation ist und sie vor der Hitze flüchten. Jetzt muss man sich aber an diesem eher sehr ruhigen, sehr besinnlichen Platz, die Inder vorstellen, die keine Ruhe kennen, geschweige denn sich hinsetzen und wirklich geniessen können, denn auch wenn sie ihre Tempeln besuchen, dann ist das ein schnelles durchrennen, denn Hauptgott des Tempels für eine Sekunde sehen und dann wieder schnell raus. Bei meinem morgentlichem Besuch des Tempels, hat gerade ein teaching stattgefunden, zu dem sich viele Gläubige und Mönche vor dem großen Raum hingesetzt haben um zu meditieren. Bis die ersten indischen Touristen kamen. Es war wirklich ein geniales Bild, auf der einen Seiten die total ruhigen in sich gekehrten Buddhisten und auf der anderen Seite die hektisch, keine Sekunde ruhig sein könnenden, mit Handy herumlaufenden Inder zu sehen, gegensätzlicher kann es gar nicht sein. Der Hammer war aber dann, als mich ein Inder gefragt hat, ob der Mönch der das Teaching abgehalten hat, der Dalai Lama ist. His Holiness Dalai Lama war ja zu diesem Zeitpunkt gerade in Deutschland, somit habe ich ihn leider nicht sehen können.
Nach zwei Tagen sind wir mit dem Bus weiter gefahren, nach Chauntra, um dort das Tibtische Children Village (TCV) zu besuchen, denn dort lebt die kleine Sherab, mein tibetisches Patenkind. Die Busfahrt dauerte ca. drei Stunden, mit einmal umsteigen, war aber kein Problem zu finden, obwohl die Ortschaft urklein ist. Im Bus haben wir eine Lehrerin aus dem TCV getroffen, womit wir auch mit dem finden des Kinderdorfes kein Problem hatten, aber auch die Taxifahrer kennen es und es ist kein Problem von der Bushaltestelle dort hin zu kommen.
Die Ankuft war gleich super herzlich, wir sind vom Headmaster und seiner Frau empfangen worden, ins Gästezimmer, na ja Zimmer ist eigentlich untertrieben, denn es ist eine kleine Wohnung, sogar mit Küche, begleitet worden und haben sofort Tee und Kekse bekommen. Wir sind leider erst am Abend angekommen, darum konnten wir nicht mehr viel vom Geländer sehen, ausser, die noch im freien spielenden Kinder, dass alleine hat aber schon ausgereicht, um zu sehen, dass die Kinder ihren Spaß haben und glückklich sind. Ich habe mich im TCV von der ersten Sekunde an sehr wohl gefühlt und dieses Gefühl hat sich bis zum Schluß nur verstärkt, denn es war so schön zu sehen, wie liebevoll und Respektvoll Alle miteinader umgehen, ein Platz voller Harmonie.
Im TCV leben die verschiedensten tibetischen Kinder, welche die alleine in Indien sind und deren Familie noch in Tibet ist, aber auch Kinder, deren Eltern bereits geflüchtet sind, aber entweder in Nepal wohnen oder sich keine Ausbildung leisten können oder sie in A wohnen, wo es keine Schulen gibt und die Kinder keine Ausbildung bekommen können.
Es gibt aber keine Unterschiede, jedes Kind ist gleich wichtig.
Die Kinder leben zu 50’st mit einer Mutter in einem Haus, in dem sie, bis sie 14 Jahre alt sind, bleiben können. Die Geschwister werden im selbem Haus untergebracht. Eine schöne Regelung ist auch, dass jedes Kind ein anderes, gleichen Geschlechtes, zugeteilt bekommt, auf das es schauen soll. Somit ist kein Kind alleine, jedes hat ein Ersatzgeschwisterl, was immer aufpasst und vorallem haben so die ganz Kleinen wen, der ihnen beim Klo gehen, anziehen, … hilft. Die Kinder schlafen in Buben- und Mädchenräumen getrennt, die Zimmer sind ganz einfach mit Stockbetten ausgestattet. Wenn sie älter als 14 sind, werden sie in 4 Bettzimmer untergbracht, damit sie dann doch ein bisschen Privatsphäre bekommen. Die Mütter leben selber mit ihrer Famile im Haus und sind immer vor Ort, falls irgendwas sein sollte. Im Erdgeschoß hat jedes Haus eine große Küche und einen Speisesaal und was auch noch nett ist, alle haben eine Dachterrasse, die von Alle genutzt werden kann.
Die Mamis die ich kennen lernen durfte, waren so richtige Mamis, die nicht nur zwei eigenen Kinder haben, sondern 50, das Gefühl eines Waisenheimes oder Internates ist hier nie aufgekommen, ich habe mich immer in Mitten einer riesigen Familie gefühlt.
Das TCV ist auch mit einer Krankenstation, mit zwei Krankenschwestern vor Ort, bestens versorgt und alle zwei Wochen kommt ein Arzt aus Dharamsala vorbei.
Die Sprache ist hier rein tibetisch, wird auch unterrichtet, wobei English schon auch gelehrt wird.
Das Schulkonzept ist auch erwähnenswert, denn für alle Neuankömmlinge gibt es einmal sowas wie eine Einlebklassen, wo geschaut wird, was sie schon alles können und nachdem werden sie dann, wenn die Zeit reif ist, eingeschult. Es gibt auch sogenannte Specialklassen, für die Kinder, die nicht so schnell und gut lernen oder auch teilweise behindert sind. Hier wird versucht die Lernschwäche zu beseitigen oder eine besondere Fähigkeit bei den Kindern zu finden, die dann gefördert wird, wie z.B. beim malen, in dem sie in eine Thangka-Malschule gehen können. Der Umgang mit diesen Kindern war besonders schön zu sein, von den Lehrern, als auch untereinander am Abend beim spielen, total liebevoll und gar nicht ausgrenzend.
Wenn man bedenkt, was manche der Kinder, mit schon so wenigen Jahren alles durchgemacht haben, von den Eltern, für sie unbegreiflich warum, ins Ungewisse geschickt, die enormen Strapazen der Flucht über den Himalaya, die man wahrscheinlich gar nicht wirklich mit Worten beschreiben kann, Ankunft in der angeblichen Freiheit, in einem Land, in dem sie niemanden kennen und auch nicht wissen, warum sie eigentlich dort sind, aber dann an so einem Ort, voller Respekt, Harmonie und Liebe aufgefangen werden, ihrem neuem zu Hause, in dem sie ihre Sprache sprechen, ihre Religion und ihre Kultur ausleben dürfen, kann man vielleicht die Eltern verstehen, warum sie es gemacht haben.
Für mich war natürlich das Treffen mit Sherab, das Schönste. Alle haben gewußt, dass ich, der Sponsor, so werden wir hier genannt, von Sherab zu Besuch bin und wollten uns, Jenny und mich, sehen. Ich habe sie das erste Mal in ihrer Klasse, die wir beim Rundgang besucht haben, gesehen, sie war ganz schüchtern und verschreckt. Sie ist ein ganz ruhiges schüchternes Mädchen, was gar nicht gern im Mittelpunkt steht und dann komme ich und auf einmal ist sie die Hauptatraktion, denn ihr Sponsor ist ja da. Irgendwie hat sie mir sogar leid getan, denn ihr war die Situation sichtlich unangenehm, darum habe ich sie auch nach kurzer Zeit auf ihr Zimmer begleitet und sie dann alleine gelassen. Wir haben uns dann noch einmal im Garten mit ihren Freundinnen getroffen, wo ich dann versucht habe mit ihnen ein bisschen zu reden, was aber nicht so leicht war, denn Sherab kann leider nur ganz schlecht Englisch, darum war eine richtige Unterhaltung nicht möglich. Ich habe es einfach als schön empfunden sie kennen zu lernen, sie zu treffen, sie persönlich zu sehen und ihr vielleicht das Gefühl gegeben zu haben, dass da draußen noch ein Freund ist, der auf sie schaut.
Tenzin hat mir dann erzählt, dass alle ersten Treffen normalerweise so ablaufen, denn man soll nie die grundsätzliche Art der Tibeter vergessen, zuerst einmal zu beobachten, zu schauen wer da kommt und dann schön langsam aufzutauen und natürlich ist die Sprache eine große Hürde.

Es war einfach schön diesen Ort, in dem Menschlichkeit an erste Stelle steht, nach 6 Monaten VIT, wo dieser Faktor irgendwo ganz weit hinten steht, zu besuchen.

Dann hat es auch schon wieder Abschiednehmen geheißen und im Regen sind wir von Dharamsala mit dem Bus nach Delhi abgefahren.

Sonntag, 1. Juni 2008

...mitten drin in Indien

Heute in der Nacht geht es wieder weiter, wir fahren nach Bodghaya, der heiligeste Ort der Buddhisten, denn hier ist Buddha erleuchtet worden. Besonders eindrucksvoll sollen die verschiedenen Tempeln sein, denn jede buddhistische Richtung hat ihren Eigenen, wie die Japaner, die Koreaner, die Tibeter usw.
Die letzten Tage haben wir so richitg schoen indisch verbracht, zuerst waren wir bei Vivek, er wohnt etwas ausserhalb von Delhi, ca. eine halbe Stunde, in einem kleinem Doerflein, in dem die ganze Familie zusammen wohnt, wir haben an einem Nachmittag so ca. 60 Familienmitglieder kennen gelernt, war ziemlich anstrengend, denn ueberall mussten wir was essen und was trinken, aber dafuer auch wirklich urschoen, diese starke Familienbande zu sehen. Ich wuerde mal sagen, diese Familie weiss noch was Lebensqualitaet heisst und ist trotz Geld eine ganz normale Farmerfamilie geblieben. Jakob und ich waren von der ersten Sekunde an neue Familienmitglieder, war echt schoen zu erleben. Und dann ging es weiter nach Lucknow, mit dem Zug, in den Heimatort von Shirish. Hier ist es wieder ganz anders, denn Shirish wohnt in einer Stadt, nur mit seinen Eltern und seinem Bruder, dem zukuenftigen Superstar, aber eines war gleich wie bei Vivek, die Herzlickeit, mit der wir aufgenommen wurden!!!

Uebrigens verstehen der Jakob und ich ueberhaupt nicht, wie man nur aus Indien mit weniger Kilos heim kommen kann!
Echt ein schoner Urlaub, die Zeit mit meinem Bruder und mit meinen Freunden zu verbringen.

Samstag, 31. Mai 2008

der neue Indien Superstar




ich habe eine kleine Bitte an euch, ich bin gerade hier in Lucknow, bei Shirish und habe die Ehre den zukuenftigen Superstar von Indien kennen zu lernen :-) dass er es wirklich wird, muesstets ihr euch das Video von MTV Superstar anschauen, davor muesst ihr euch nur anmelden, geht ganz schnell und fuer ihn voten, damit er es auch wirklich wird!!! Ich finde er hat wirklich was drauf und hatte es verdient!!! DANKE!!!
http://blogsapps.ibibo.com/isuperstar/Second-song-video--Lakshya.html

Dienstag, 27. Mai 2008

Indien - man weiss nie was morgen passiert

Jetzt sind bereits zwei Tage in Jaipur und so wie es ausschaut bleiben wir noch einen Dritten, den es gibt keine Zugverbidung zwischen Jaipur und Agra, auf Grund von Protesten einer Kaste, die fuer mehr fixe Schulplaetze kaempft! Aber wir haben das urliebe Hotel, Pearl Palace, billig aber supernett und somit ist es kein Problem, wir geniessen einfach den einen Tag mehr!

Jaipur war und ist super, schoenes Fort, schoene Altstadt, ein geniales Obersavatorium um nur einiges anzufuehren!

Jetzt bin ich ja mit meinem Bruederchen unterwegs, dem Indien bis jetzt auch urviel Spass macht und er es geniesst.

Das Reisen ist diesmal ganz was anderes, weil wir einfach ueberall die Studenten treffen und somit im wahren Indien reisen und nicht nur die Touristenplaetze sehen, was naturlich um einiges genialer ist. Gestern waren zum Beispiel bei einer Studentin aus dem VIT zum Lunch eingeladen, haben super gutes Rajasthani Essen bekommen, zu dem auch extra der Vater aus dem Buero gekommen ist um sich den internationalen Besuch anzuschauen, hihi!!! Es wurde wirklich genial aufgekocht, aber leider konnte Jakob, ist ja noch in der Eingewoehnugnsphase und Jenny, hat kleine Bauchprobleme, nicht so viel Essen und die Familie war urenttaeuscht.

Bis gestern hat uns noch Jenny begleitet, aber alles hat einmal ein Ende und somit musste sie leider wieder nach Deutschland zurueck, ich hoffe das Zurueckkommen wird nicht zu schlimm!!!

Schau ma mal, was noch alles passiert – auf der Reise

Montag, 19. Mai 2008

Dhraramsala

Ich bin heute den zweiten Tag hier in Dharamsala und kann nur sagen, dass ich es geniesse. Es ist wieder meine Welt, die Ruhe der Tibeter, die Landschaft, mitten in den Bergen und vorallem die Temperatur, 25 Grad!!! Es ist ein kleines Doerflein mit mehreren Kloestern, viele Touristen vorallem Inder, die halt diese Ruhe nicht kennen und haben, daher nur schnell - schnell herum rennen und daneben die ganzen Moenche und Nonnen, das ergibt eine ganz eigene Mischung, die mir aber immer wieder ein Schmunzeln auf die Lippen bringen! Ich mag es hier und geniesse vorallem die Kloester und Tempeln. Das leider wirlich frustrierente ist aber, dass auch hier ueberall das Leid, welches die Tibeter erfahren wird durch Plakate und Fotos, dominieren und man irgendwie machtlos daneben steht. Aber wenn ich dann aber die Inder im Tibetischen Museum beobachte und sie scheinbar das erste Mal ueber das Leid der Tibeter informiert werden und betroffen raus gehen, dann kann man nur hoffen, dass sie ihr Wissen raus tragen. Vielleicht ein kleiner Schritt?!
Morgen fahren wir, ich bin ja mit Jenny, ist eine Freundin von Steffen, unterwegs, weiter nach Chauntra, zum Kinderdorf von Sherab und wird werden dort zwei Tage verbringen um dann wieder nach Delhi runter zu fahren.
Delhi war echt heiss, ich mag ja gar nicht daran denken, 42 Grad, nur Smog, dass man teilweise ohne Tuch vor dem Mund nicht atmen kann, ich habe immer den Abend herbei gesehnt, dass es wieder etwas ertraeglicher wird.
Ich geniesse es hier, schoene frische Luft atmen zu koennen und auch am Abend einen Pullover anziehen zu muessen!!! Wir waren heute etwas die Umgebung erkunden, ich bin mir wie in der Steiermark auf der Alm vorgekommen, ja ja die Heimat!!!
In diesem Sinne Tashi delek!

Sonntag, 11. Mai 2008

mother teresa convent


Letztes Wochenende war es soweit, ich habe gemeinsam mit Sofi und Jospeh, dem Mother Teresa Kloster ein Mittagessen, Arzneiwaren, Stoffe und einen Kuchen gespendet.
Ich war ziemlich unruhig am Weg zum Kloster, denn ich habe immer an die Bilder der Kinder vom letzen Besuch denken müssen und habe mich etwas vor diesem Anblick gefürchtet.
Im Kloster war ich die Erste, denn ich habe mir das pünktlich sein noch immer nicht abgewöhnen können und die indische Zeitangaben sind immer sehr relativ, wenn mann so gegen 10:00 ausmacht, könnte man eigentlich auch nur am Vormittag sagen, denn entweder erscheinen sie schon um 9:00 oder erst um 11:00, obwohl das zweitere eher realistisch ist!
Ich bin von der Oberin empfangen, obwohl empfangen ist viel zu freundlich, begrüßt worden und sie hat mich dann gleich, so mit einem Unterton, gefragt, was ich denn hier will. Ich habe es ihr erklärt und entweder wollt sie mich nicht verstehen oder hatte sie einfach nur einen schlechten Tag gehabt, auf jeden Fall, hat sie nur gemeint, sie weiß von nix und mir die Türe vor der Nase zugeknallt. Na ja und da waren sie wieder, die Kindheitserinnerungen, als mich meine Eltern in einen Klosterkindergarten stecken wollte und ich beim Anblick der Schwestern so zum brüllen angefangen habe, dass sie mich nie dort hätten lassen könnnen. Also ich habe jetzt nicht zum brüllen angefangen, sondern einfach nur gewartet. Beim Anblick von Sofi und Joseph, dürfte ihr dann scheinbar wieder eingefallen sein, dass da ja was war und wir durften eintreten.
Diesmal waren alle Kinder, sind zurzeit 65, anwesend. Die Größeren und nicht behinderten waren aber unterwegs und sind erst später zum Essen gekommen. Das erste Mädchen was ich gesehen habe, war ein im Rollstuhl sitzendes, mit einem riesigen Wasserkopf, aber als sie mich gesehen hat, bekam ein freudestrahlendes Lächeln. Dann bin ich wieder durch die trostlosen, nur aus Stahlrohrbetten bestehenden Schlafsäle gegangen, echt erdrückend. In den nächsten Raum wurde ich dann von zwei wirklich ganz netten Schwestern, so wie man sich wirklich liebe Klosterschestern vorstellt, die mit Leib und Seele für diese Kinder da sind, geführt und ich war wieder beruhigt, denn die Oberin war echt der Hammer, die Unfreundlichkeit in Person.
Die Schwestern habe mich zu den Kleinsten geführt, ein Mädchen, die Kleine, die im Kübel steht und lacht, sie haben sie mit 7 Tage bekommen. Sie ist schwer krank, sie hat keine Brust und hat große Problem mit dem Atmen und kann die Hitze in ihrem Körper nicht regulieren, darum liebt sie es im Kübel mit Wasser zu sein. Ich muss dazu sagen, mein Englisch im medizinischen Bereich ist nicht wirklich gut, darum kann ich nur ungefehr sagen, was die kleine Maus hat. Laut der Schwester wird sie bald nach Bangalore gebracht, denn hier im CMC Spital kann man ihr nicht helfen und in Bangalore gibt es scheinbar eine Spezialklinik. Ein kleiner 3 Monate alter Bub wrude gerade von einer Schwester gefüttert, mit einem guten Brei, der ihm aber scheinbar nicht geschmeckt hat, denn so schnell wie er drinnen war, war er auch wieder draußen. Der Kleine ist ganz gesund und war ein Tag alt, als sie ihn bekommen haben. Er liegt zwar auch in so einem Stahlrohrbett, hat aber zumindest Babyspielzeug in seinem Bettchen. Ein zweites Mädchen habe ich auch noch gesehen, soll auch ganz gesund sein, die Kleine haben sie mit 3 Monaten bekommen.
Draußen am Gang sind alle anderen Kinder, die teilweise wirklich schwer behindert sind und nur liegen können, viele Spastiker und sonstige Behinderungen. Es ist halt alles ganz einfach, denn die Kinder liegen auf Decken auf dem Steinboden, obwohl jetzt wo es so heiß ist, ist es eh das angenehmste, aber sie haben alle nur ein Baumwollkleidchen an, Windeln oder so haben sie nicht an. Die sieben Schwestern und 7 Helferinen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, dass sich keines der Kinder was tut, es sauber zu halten, damit nicht noch neue Krankheiten entstehen und die Kleinsten zu unterhalten.
Der für mich eigentlich unerträglichste Anblick war der kleine Bub – nur noch Haut und Knochen, er ist wie ein Gerippe dagelegen und wurde gerade von einer Helferin gefüttert, er hat Turbokolose und wird nicht mehr lange leben.
Und dazwischen immer wieder herumlaufende Kinder, die mich immer nur angelächelt haben.
Sofi konnte nicht zu den Kindern rein gehen, sie ist draußen geblieben.
Ich muss gestehen, dadurch, dass ich schon einmal dort war und weil ich mich darauf eingestellt hab, war es diesmal nicht so schlimm. Es war auch schön für mich zu sehen, mit welcher Hingabe die Schwester und Helferinen mit den Kindern umgehen, mit was für einer Liebe sich um die Kleinsten kümmern. Ich denke mir auch, ich bin jetzt 6 Monate hier in Indien, ich kenne die Einfachheit, mit der hier alles passiert, dass man einfach am Boden sitzt, mit Bananenblättern statt Tellern ißt und es aber deswegen kein bisschen schlechter ist. Darum finde ich den Ort jetzt vielleicht auch nicht mehr so schlimm, keine Frage, es ist alles ganz einfach, die Kinder haben nichts außer ihr Bett und ihr Essen, aber wenn ich bei Kollegen mit Kinder zu Besuch bin, gibt es auch kein Kinderzimmer mit einer tollen Spielecke, die Häuser haben meistens ein Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer, in dem man vielleicht ein paar Spielsachen findet und das wars. Ich glaube wir machen immer den Fehler, dass wir versuchen, von unserem Standard aus, die Dinge zu betrachten, der ist aber hier nirgens vorhanden und wenn man sich aus indischer Sicht das Kloster anschaut, dann ist es einfach ein Platz des Friedens. Die Kinder sind arm und schwer krank, keine Frage, aber sie haben ein Dach übern Kopf, was ja leider hier nicht so selbstverständlich ist.
Die Schwestern haben sie herzlichst für unsere Spenden bedankt, denn die Medikamente und Windeln usw. müssen sie alles selber bezahlen, einzig und allein der Arzt kommt gratis vom CMC um sich um die Kleinen zu kümmern.

Für mich ist hier in Indien das Leid, was man Tag täglich immer und überall sieht, wirkich fast unerträglich, aber das wird man hier leider überall finden. Auch wenn man hier in Vellore auf einen Bus wartet – neben einem in der Grünfläche zwei Männer liegen und schlafen, zwei verwahrloste Mütter mit ihren Kindern zu einem betteln kommen und man den Blick hebt und die Reklame für den Millionärsclub sieht.

Sonntag, 4. Mai 2008

ein kommen und gehen


Letzen Samstag hat die Abschiedsfeier von Sophie und die Burzeltagsparty von Simon statt gefunden. Wir waren ca. 35 Leute und von unserem Professor Richard, der ein inderhassender Inder ist, über die total schüchternen Mädls aus Sophies Studentenheim, bis zu den ausgeflipperten Jungs von Simon war alles vertreten. Damit die Mädls raus durften, denn am Wochenenden müssen sie ja um 17:00 Uhr wieder im Hostel sein, habe ich als Lehrer unteschrieben, Anita vom international Office hat auch noch unterschrieben und somit durften sie bis um 22:30 Uhr raus! Dadurch, dass die Lokal ja fast Alle um 23:00 Uhr sperren, waren wir um Mitternacht zu Hause und Shradha,wohnt bei mir im Hostel, ist somit viel zu spät gekommen. Ihr müsst euch vorstellen, vor meinem Hostel sitzen immer entweder zwei Mädls oder ein Mädl und ein Security, die das kommen und gehen kontrollieren, und weil es kommen musste, wollten sie Shradha nicht hinein lassen,und somit hat das Spielchen angefangen, Warden aufwecekn, entschuldigen, erklären und auch rechtfertigen, auch ich, dann einen Brief für den Chiefwarden schreiben und nach all dem, durfte Shradha das Hostel betreten…
Bei den Burschen rennt das Ganze noch ein bisschen strenger ab, die müssen ja unter Woche um 21:30 und am Wochenende um 23:30 Uhr zurückkommen. Wenn man zu den Burschen Hostel will, muss man ein großes Eisentor durchschreiten und wenn sie zu spät sind, da reichen schon 5 Minuten und sind sie ausgesperrt, müssen vor dem Tor schlafen – manchmal sind die Securities dann so gnädig und lassen sie nach 4 Stunden warten rein …

Als Sophie am Dienstag das Hostel verlassen hat, weil sie ja nach Deutschland heimgefahren ist, musste sie sich noch eine Permission zum verlassen des Hostel einholen … aber leider konnte ihr auch das nicht den Schmerz Indien verlassen zu müssen verringern, denn Indien kann man nur liebe oder hassen Ganz liebe Grüße nach Deutschland J

Mitlerweile sind auch Simon und Steffen abgereist, nach erfolgreichem beenden des Robots Programs und reisen in Indien herum, wir werden uns aber noch nächsten Samstag in Chennai und am 15. Mai in Delhi treffen.

… und da war es nur noch eins … eine kleine Foreignerin in VIT …

Montag, 21. April 2008

ein paar Schmankerln zum Schmunzeln


Part 1: PEPPERMINT TEA

Das Wochenenende waren wir in Bangalore, also Sophie, Simon und Steffen. Hier in Indien gibt es eine wirklich geniale Kaffeehaus Kette names MOCHA, man bekommt super gutes Essen, guten Tee und Kaffee und noch dazu Shisha’s, also alles, was man für gutes Frühstück braucht!
Na ja wir sind so gmiatlich bei einer Shisha gesessen und ich habe beim Kellner einen “mint-tea“ bestellt, habe es noch dreimal wiederholt, dass er es ja versteht, ist hier so eine landesübliche Art, immer gegeseitig alles x-male zu wiederholen, damit sie es auch ja verstehen – ob sie es sich dann auch merken, ist wieder eine andere Frage, so wie bei meinem Tee zum Beispiel. Nach einiger Zeit habe ich dann den Kellner wieder hergerufen und meine Bestellung wiederholt, einen “mint tea – peppermint tea“, er hat sich dann mit einem süßen Lächeln entschuldigt, und gemeint, dass er es vergessen hätte. Nach einiger Zeit hat er mir dann wirklich den Tee gebracht und ihn mir hingestellt und gemeint, dass noch kein “pepper“ drinnen ist, ob er mir einen bringen soll? Ich glaub, ich habe wie ein Autobus dreingeschaut – wieso “pepper“, was will er jetzt – ich hab dann nur ganz einfach “nein“ gemeint, dass es so ok ist und als er dann weg gegangen ist, haben wir alle - fast gleichzeit - zum lachen begonnen…

Part 2: STUDENTEN

Ich habe euch ja berichtet, dass ich in meinen Deutschklassen so 55 Studenten gehabt habe, bei der Anwesenheistsliste habe ich mich natürlich nicht zur Lachnummer gemacht und die Namen vorgelesen, sondern nur die Registrierungsnummern. Dadruch hab ich natürlich nie wirklich gewusst, ob alle “ja“ gesagt haben, die drinnen gesessen sind. Na ja und letzte Woche wurde ich dann gefragt, ob ich eigentlich mitbekommen habe, dass ich mehr Studenten, als auf der Liste, in meinen Klassen sitzen gehabt habe? Natürlich nicht, denn erstens habe ich viermal die Woche 55 Studenten gehabt, somit konnte ich mir ja nicht einmal alle Gesichter gscheit merken und ausserdem hat ja auch immer wer gefehlt. So haben sie mir jetzt erzählt, dass sich einige Studenten, die sich eigentlich für Französisch regisgtriert hatten, einfach zu mir in die Klasse gesetzt haben…

Part 3: ZUGFAHREN

Das erzähle ich euch nur, damit ihr wieder entspannter Zug und U Bahn fahren könnts, also sudern gibt’s nicht mehr!
In Indien sind, wie ihr ja Alle aus den div. Filmen wissts, die Züge total überfüllt, daher ohne Reservierung eher abzuraten.
Als ich diesen Sonntag zurück gefahren bin, habe ich wieder einmal das beste Beispiel erleben dürfen.
Ich habe mir im Internet mein Ticket mit Platzreservierung schon gebucht gehabt, bin in der ersten Station eingestiegen – der Zug also noch ganz leer. Aber dann, in der nächsten Station sind auf einmal die Massen gekommen und dann kann man froh sein, dass man nicht von seinem eigenen Platz verdrängt wird, nein, dass war ein Scherzerl, dass würden sie nie machen. Aber ihr müsst euch vorstellen, eine Sitzbank, die so wie bei uns, für drei bestimmt ist, auf der sitzen zumindest vier, wenn nicht fünf und da gibt es kein herumgesudere, das ist einfach so, du wirst von den anderen noch angeschnauzt, wenn du keinen Platz machst!!! Also sitzt man so - zusammengekuschlt - bei 30 Grad, zwar mit Ventilatoren – vier Stunden lang im Zug und geniesst die Landschaft. Nein ehrlich, probiert das mal in Österreich, sich einfach noch wo dazu setzen, weil ja noch Platz ist, ich weiß nicht ob ich die Blicke wirklich bekommen möchte – ja das ist einfach Indien!!! Aber der Scherz an der Geschichte ist eigentlich, dass man also zusammegekuschult dasitzt und dann ganz plötzlich Alle aufstehen – dreimal dürft ihr raten, warum – ja natürlich, es kommt der Schaffner, der kontrolliert, dass eh nur die Leute, die bezahlt und reserviert haben, sitzen – ehrlich ich schwöre, das ist ernst! Was dann, nachdem er weg ist, passiert, brauch ich euch glaub ich nicht erzählen …